Hallo Gemeinde,
ich habe mir so ziemlich alles angesehen, was es zu dem Thema gibt und bin trotzdem nicht wirklich schlau darin. Sorry für die folgenden längeren Ausführungen. Ich habe den Tragschrauber neu und erst wenige Stunden geflogen.
Mein Motor:
Ein modifizierter 912 ULS mit aftermarket Turbo. Bezeichnung CA912 ULS-T. Kaspar Constantspeedpropeller mit AP-Control und Dampfrad (Ladedruckregler).145PS bei 5200 RPM (Leistungskurve im Bild).
1. Fragestellung: Widersprüchliche Aussagen zur RPM
Im Handbuch meines Gyro stehen die Rotax üblichen Drehzahlen von max. 5.800 RPM. In der Musterzulassung sind 5.200 max RPM angegeben. Der Musterbetreuer sagt, dass die 5.200 RPM gelten und nicht überschritten werden dürfen. Erklärung dafür gibt es keine, auch nicht für die widersprüchlichen Angaben. Also Rotaxspezialisten befragt. Diese sagen, dass es sich ja nicht mehr um einen original Rotax handelt, weil ja ein Turbo nachgerüstet wurde aber die Rotax generell 5.800 RPM vertragen. Meine Logik sagt mir, dass der Motor doch gar nicht weiß, dass ein Turbo nachgerüstet wurde, er also die 5.800 RPM vertragen müsste. Aber ich mag den Motor auch nicht schrotten. Was sagen die technisch versierten unter uns?
2. Fragestellung: Manifold
Es gibt im Betriebshandbuch keine Tabelle über Drehzahlen und Manifold. Der Musterbetreuer gibt mir mündlich ein max. Manifold von 42hg an, dauerhaft 40hg.
Als Anfänger lasse ich die Automatikeinstellung des Propellers eingestellt. Bereits unmittelbar nach dem abheben schießt der Manifold über die 42hg rüber (Dampfrad auf kleinster Stufe). Also entweder sofort Gas raus oder stärker steigen um den Propeller durch die geringere Geschwindigkeit IAS in eine flachere Stellung zu bringen. Ich schätze, dass der Manifold bis über 45hg steigen würde, wenn ich nicht eingreifen würde. Als Anfänger fordert mich das sehr! Bislang kannte ich es von meinen Schulungsfliegern (Magni24, MTO Sport) so, dass ich für die ersten Minuten Vollgas gebe und fertig. Eine Manifoldanzeige gab es nicht.
Mir ist klar, dass Vollgas bei niedriger RPM eine hohe Belastung des Motors bedeutet und zu vermeiden ist. Aber dass ich scheinbar nie Vollgas geben kann, weil entweder die RPM dann über 5.200 geht oder mehr als 42hg anliegen nervt mich. Im Reiseflug ist das ja noch zu lösen aber beim Start oder Airwork habe ich nicht Augen genug um alles in den mir benannten Grenzwerten zu halten. Somit richte ich folgende Anfängerfragen an Euch:
- Welche und wie schnell sind Motorschäden zu erwarten, wenn ich die 42hg mal reiße? Welche Bauteile fliegen mir dann um die Ohren?
- Gibt es eine technische Möglichkeit den Manifold zu begrenzen und nicht nur einen Alarm über die Anzeige zu generieren?
- Wenn der Motor als 912 ULS 5.800 RPM verträgt, müsste dann der turboaufgeladene das nicht auch vertragen? Bei den mir als Limit gesetzten 5.200 RPM bin ich von Vollgas noch weit entfernt, der Motor würde locker höher drehen und er klingt auch nicht so als wäre das für ihn ein Problem.
- Wenn der Motor wirklich nur 5.200 RPM verträgt, wäre dann der Einbau eines Drehzahlbegrenzers sinnvoll, damit ich vielleicht mal in einer Notsituation den Hebel einfach auf den Tisch legen kann ohne den Motor zu schrotten? Ich habe solche Begrenzer noch nicht gesehen bei ULs.
Ich bin es als Auto- und Motorradfahrer gewohnt einfach am Gaspedal- Griff zu arbeiten und der Motor macht was er kann und mehr eben auch nicht und ich brauche keine Angst vor Schäden zu haben. Das ist in der Fliegerei wohl anders?!? Bei den Preisen die für Rotaxmotoren aufgerufen werden würde ich eigentlich von einer gewissen Steuerung und Standfestigkeit ausgehen - falsch?
Wie gesagt bin ich Anfänger. Mir mangelt es an Erfahrung. Ich bin aber gerne bereit tief in das Thema einzusteigen, ich möchte (leider) immer alles genau wissen. Also bin ich auch gerne bereit Versuchsreihen durchzuführen, Daten aufzunehmen und hier weiterzugeben.

Danke fürs Lesen und schlaumachen.
VG