ich habe gerade mal eine MK 3 hergerichtet. Nun wuerde ich gerne wissen in wie weit meine Abstimmungen gut sind. Es geht hier nicht um Fantasiewerte sondern um das tatsaechlich erreichte. Hier unter Euch gibt es ja einige die ne MK 3 fliegen.
Vollgas am Boden und gelevelt im Flug. Auch wuerden mich die Temperaturen interessieren.
Da man ueber diese Punkte im Netz fast nichts findet allgemein zu Fk nicht bitte ich um Eure Hilfe. Der Hersteller hat hier ja immer seine Eigene Meinung egal welche und von welchem Hersteller man hier redet. Daher wer nicht oeffentlich will gerne auch per PN dann natuerlich vertraulich
Vielen Dank und immer gute Landungen
Georg
Hallo Georg,
FK9 mkIII
Rotax 912UL / 80 PS / Junkers Sport Prop 3 Blatt / 1,70m (Die Prop Blattform sind m.W. gleich mit dem Woodcomp Klassic 170 - nur die Nabe ist etwas anders)
Der Prop ist ein echter Reise-Prop - nix für kurze Starts oder maximales Steigen - mehr für die Strecke...
Vollgas-Startdrehzahl am Boden nur 4500 U/min (ja, ja, ja - wirklich so wenig - alles genau nach Kennbatt und Betriebshandbuch - und man mag es kaum glauben, es funktioniert schon seit ca. 15 Jahren ganz prima und ich komme auch im Sommer mit 2 Personen Bergauf vom Dolmar weg :-)
Der Prop (der Motor) nimmt mit zunehmender Airspeed sehr viel an Drehzahl zu, wenn die Gashabel Stellung jeweils unverändert bleibt.
(Diesen Effekt haben z.B. die schmalen Warp-Drive Blätter bei weitem nicht so stark, d.h. damit kann die Startdrehzahl am Boden um einiges höher eingestellt werden ohne den Motor später im Flug bei Vollgas zu "überdrehen".)
Im Flug ergibt sich dann mit dem Junkers Prop bei mir:
3800 u/min, ca. 145 km/h GPS (mit Windkorrektur über 3-Kurse vermittelt), 135 km/h Angezeigt 4500 u/min, ca. 165 km/h GPS (mit Windkorrektur über 3-Kurse vermittelt), 155 km/h Angezeigt 4900 u/min, ca. 180 km/h GPS (mit Windkorrektur über 3-Kurse vermittelt), 170 km/h Angezeigt
Das heisst, mein Fahrtmesser zeigt zumindest im Bereich des Reiseflugs jederzeit reproduzierbar und mit konstanter Boshaftigkeit ca. 10km/h zu wenig an :-)
Erflogen habe ich das Ganze mal vor einiger Zeit und ohne Radschuhe. Flughöhe und Temperatur weiss ich nicht mehr genau, aber es war etwas "ganz normales". Nicht im tieftsten Winter und auch nicht bei 40°C im Hochsommer. Ich schätze mal ca 15 - 20°C und 2000 - 3000 ft.
Höher als 5000 drehe ich mit dem Prop eigentlich nie - Reise mache ich zwischen 4500 und 4800 u/min und mein Spritverbrauch liegt über die Jahre bei 10,5 l/h und 12 l/h.
Über 5000 u/min und über 180 km/h wird es mir zu ungemütlich, zu laut und zu figgerich mit diesem Prop und dieser Einstellung.
Öltemperatur im Reiseflug immer um 85 - 90°C Kopftemperatur im Reiseflug immer um 85 - 90°C Bei langen, steilen Steigflügen bis FL99 geht das Öl schon mal auf 105°C - 115°C, das Wasser geht dabei aber selten über 105°C
Ich habe keinerlei "Kühlerklappen" oder "Thermostaten" oder ähnlichen Krempel verbaut - alles original nur Wasserkühler & Ölkühler. Bei Temperaturen unter ca. 5°C klebe ich den Ölkühler ganz zu und der Wasserkühler wird mit einer Pappe ca. halb abgedeckt. Das passt :)
Meine EGTs Re u Li liegen bei Vollgas im steilen Steigflug (ca. 4900 u/min) bei etwa 780°C und bei Level Flight mit reduziertem Gas und 4600 - 4800 u/min bei etwa 790°C - 805°C. EGT Differenz Re - Li maximal 20 - 25°C - im Normalfall aber nur ca. 5 - 10°C.
So...ist viel Text geworden, aber vielleicht hilft es Dir ja etwas weiter... :)
Das heisst, mein Fahrtmesser zeigt zumindest im Bereich des Reiseflugs jederzeit reproduzierbar und mit konstanter Boshaftigkeit ca. 10km/h zu wenig an :-)
Das würde in ca. 3000 ft ja auch recht gut passen.
Hallo BlueSky 9
ehrlich gesagt hatte ich etwas auf Deine Antwort spekuliert. Sie war wirklich sehr ausführlich und hilfreich. Ich würde mal von mir behaupten das ich das mit den Motoren dem Glas und CFK und auch Elektrik recht gut im Griff habe. Nur mit Propellern nicht so wirklich..
Ich habe einen DUC an einer komplett neuen MK3 C also Sporni, mit einem 80 912 er. Die habe ich in den letzten Monaten neu aufgebaut (komplett) Inzwischen bin ich ca 3h damit geflogen. Anfangs hatte ich Differenzen an den Fartmessern Dynon und BackUp (Winter) zeigten völlig unterschiedliche Dinge an. Kaum zu glauben 4 ausprobierte Fahrtmesser waren defekt!! Daher war eine Abstimmung des Props recht schwer. Eine Bodendrehzahl von laut Kennblatt 4490 Kurbelwellen Rpm hatte ich mich noch nicht einstellen trauen. Momentan habe ich da 5150 Kw Rpm. Werde nun mal den im Kennblat angegebenen Wert einstellen. Super wäre von jamanden die Daten zu bekommen der so ein Setup fliegt...
Schön das so ein Forum auch funktioniert
Danke Georg
Sorry aber kleiner Tippfehler,
soll natürlich 5400 Boden Rpm heißen!! das Wären die im Kennblatt angegebenen 2380 x 2,27.
Konnte das mit dem Pad leider nicht im Beitrag ändern...
Die Drehzahl kommt mir sehr hoch vor, dafür dass du sie am Boden hast. Ist das Absicht? Sehr kurzer Platz? Oder F-Schlepp geplant?
Hallo Alfred,
also die 5150 habe ich momentan weil mir die 5400 aus dem Kennblatt auch sehr hoch vorkamen. Nach dem jetzigen Wissensstand scheint es aber schon richtig zu sein, da der DUC Swirl das wohl Aerodynamisch angleicht. Also doch so was wie Constantspeed macht. Auch wenn ich diesen Effekt in meinem alten Fliegerle wohl nicht so erkannt hatte. Wie bereits erwähnt wäre es hier am besten wenn jemand von Euch aus Erfahrung was weis. Unabhängig davon werde ic so fern das Wetter es zulässt einfach mal die 5400 (schmerz) einstellen.
Georg
Hallo Georg,
> Eine Bodendrehzahl von laut Kennblatt 5400 Kurbelwellen Rpm > hatte ich mich noch nicht einstellen trauen.
:-)
Die Drehzahlen, die B&F für die WarpDrive bzw. DUCs nennt, die zielen m.E. auch mehr auf "kurze Startstrecken" und sehr gutes Steigen als wirklich auf "Reiseflug"!
Insgesamt liegt das Drehzahlniveau mit den WarpDrives & DUCs aber schon etwas höher als mit dem Junkers Prop.
Der DUC mit Kennblatteinstellung ist fliegen im 3. Gang, der Junkers mit Kennblatteinstellung ist fliegen im 5. Gang :))
BlueSky9
Ja BlueSky 9
da hast Du recht. Nur stellt sich die Frage was ist besser. Der Motor (ich bin kein Rotaxprofi, ich habe normal andre Motoren) sollte ja auch "frei" ausdrehen können. Was ja heist das wenn wir immer im 3 Gang den Berg mit vollem Ladedruck (auch Unterdruck ist Ladedruck) also sehr weit geöffneter Drossel fahren, machen wir das Teil kaputt. Hohe Belastungen auf den Lagern der Kw usw. Auch dürfte der Verbrauch höher sein als bei "freiem Lauf" Rotax sagt ja der 80 lebt mit hohen Rpm s länger? Oder wollen die nur verkaufen...
Wie erwähnt ich bin nicht der volle Profi beim Rotax speziell daher diese Fragen. Allerdings am liebsten in der Angefragten Konstelation.
Danke
Georg
Hallo Georg,
> Nur stellt sich die Frage was ist besser.
Das ist in der Tat nicht so einfach :-)
Zumindest die letzten knapp 15 Jahre lang sage Rotax, der 912er sei uneingeschränkt Vollgas (WOT) fest bei _jeder_ Drehzahl.
Damit sind 100te Flugzeug/Motor/Propeller/Einstellungs Kombinationen von den Herstellern erflogen, getestet und Lärmgemessen worden und somit in die Zulassungen und in die Kennblätter gewandert.
Seit kurzem sagt Rotax schlicht und ergreifend:
"Nein, die 912er sind _nicht_ mehr uneingeschränkt WOT fest und der Motor soll "drehen". Stellt gefälligts alle eure Propeller flacher!"
Ich reagiere da leicht angepisst drauf, da (wenn man es mal genau nimmt) somit auf einen Schlag viele, viele UL-Zulassungen ungültig würden bzw. die Flieger neu Lärmgemessen werden müssten.
Interessiert aber zum Glück irgendwie niemanden :-)))
Ich habe noch einen DUC hier im Schrank liegen und werde ihn bei Gelegenheit mal nach Kennblatt montieren - mal sehen was passiert... Wenn mir das nicht zusagt, oder mit zuviel Drehzahl zuviel Sprit verbraucht, dann kommt wieder der "5.-Gang Junkers" drauf. Hat jetzt bald 1000h funktioniert, das wird auch noch weitere 1000h funktionieren ;)