Erfahrungsbericht: Einflug in eine Wolke

Forum - Unfallprävention
  • Stephan2 schrieb:
    Wenn′s der guten Sache dient wird selbstverständlich "gegen geltendes Recht verstossen".
    Bullshit! Niemand (und schon gar kein Fluglehrer mit Vorbildfunktion) hat in einem Rechtsstaat die Option, selbst zu entscheiden, wann das Recht für ihn gilt und wann nicht. Entscheidest Du auch, wann es der guten Sache dient, jemanden zu ermorden?

    Der geschilderte Vorgang ist ein klassisches Beispiel für den Unterschied zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht". Die Übung an sich mag ja gut sein (ich habe Zweifel: Was hätte der Schüler denn gelernt, wenn er in Normalfluglage rausgekommen wäre?). Aber wenn, dann lässt sie sich problemlos legal durchführen: von einem Fluglehrer mit IFR-Berechtigung in einem für IFR zugelassenem Flugzeug mit einem IFR-Flugplan. Alles andere ist gesetzbrechender Hasardeur-Mist. Und das einem Schüler vorzuführen sollte zum sofortigen Entzug der Lehrberechtigung führen - die dahinter stehende Geisterhaltung verrät eine 100-prozentige Nichteignung für das Tun als Fluglehrer.

    Sorry, aber wenn sich Fluglehrer auf diese Weise aufspielen, regt mich das echt auf. Warum darf er denn in Wolken einfliegen - aber der Schüler nicht? Weil er Fluglehrer ist?

  • Ähhmmm, ich habe es auch getan......

    Rüdiger

  • Rüdiger schrieb:
    Ähhmmm, ich habe es auch getan......
    Haben viele... Aber es von einem Fluglehrer gezeigt zu bekommen ist nochmal eine andere Hausnummer.

    Thomas′ Worten ist nichts hinzuzufuegen.


    Chris

  • Was für ein haarsträubender und tödlich gefährlicher Unfug !!!

    Ein künstl. Horizont ist nur ein Teil der Lösung, aber wer keine gründliche Ausbildung inkl. entsprechender Übungsstunden hat, spielt russ. Roulette mit seinem Leben, wenn er in eine etwas größere Wolke oder in Nebel hinein fliegt.

    Der "wissende" Kommentar von QDM belegt wieder einmal den Unterschied von Erfahrung und fahrlässig dummer Selbstüberschätzung.

    Bei uns sind zwei sehr erfahrene Fluglehrer (Brüder) bei einer solchen "Übung" kopfüber aus einer Wolke tödlich abgestürzt.

    Für gestandene UL-Piloten ist das natürlich kein Problem. Experten eben...

  • Horizont hat für mich im UL  nichts verloren. In den paar Sekunden die man hat lernt man das nicht mehr.

    bb

    hei

  • Erhebt Euch mal nicht gleich in die besagten Wolken. Ich sagte sehr genau wenn es sich so zugetragen hat wie geschildert war das für mich durchaus in Ordnung. Alleinstehendes Wölkchen usw. Und selbstverständlich setze ich mich über Regeln hinweg die mich in Gefahr bringen könnten. Sag mal lieber Thomas so verkniffen hatte ich Dich bisher eigentlich nicht erlebt. 

    Aber gut, ich respektiere Deine Meinung. Und ich halte eben an meiner fest. War eben noch nie so ein furchtbar Gesetzestreuer und werde es wohl auch nicht mehr werden... :-) Und da ich damit eigentlich ganz gut fahre... Meine Umwelt beschwert sich auch nicht dauernd und einen Flugschüler habe ich ebenfalls noch nicht verloren. Einen Touri mal, beinahe, vor langer Zeit. Aber was will der sich auch so weit rauslehnen zum filmen, und fummelt auch noch am Gurt rum... 

    Einen Horizont halte ich persönlich übrigens auch für überflüssig im UL. Ausser der einsamen da so im Raum schwebenden Miniwolke bleibe ich den Dingern nämlich auch gern fern. 

    Aber wenn Ihr mit mir gern mal über Regeln, deren Heiligkeit und meinen Leichtsinn damit umzugehen quasseln wollt kann gern einer einen Thread in der Plauderecke aufmachen...

    Gruss Stephan

  • Mal Butter bei die Fische:

    Wer in eine Wolke einfliegt, verstößt gegen geltendes Recht, wenn das Fluggerät nicht für IFR-Bedingungen zugelassen ist und der verantwortliche Pilot keine Berechtigung hat, den Flug in IMC durchzuführen, sei die Wolke noch so klein.

    Die Regelungen sind doch jedem bekannt, der eine SPL in den Händen hält, besonders der Lehrer muss in der Hinsicht dem Schüler alles beibringen, dass sowas nicht passiert.
    Und um so etwas zu üben, gehe ich gleich zu einer Flugschule, die IFR zugelassene Flieger und Lehrer hat, auch wenn′s ein paar Taler mehr kostet, da spart man nicht, wenn man sowas lernen oder erfahren möchte.

    Einflug in Wolken oder schlechte Sichtverhältnisse ist das Ergebnis einer mangelnden, bzw,. nicht vorhandenen Flugvorbereitung.

    Das Ziel einer Demonstration solcher Grenzzustände obliegt einem FL mit entsprechender Berechtigung mit einem entsprechend zugelassenen Flugzeug.

    Ich kann dem Lehrer kein gutes Zeugnis ausstellen - ich bin auch noch als Assi unterwegs, warte auf die Lehrberechtigung, aber ich würde so etwas NIE tun.
    Im Gegenteil: ich biete unseren zukünftigen Lizenzinhabern weiterhin regelmäßige Trainings zu Notfallübungen an, ohne an die Grenzen zu gehen, denn die Grenzen zu erkennen heisst, Gefahren durch das Erkennen zu vermeiden oder die Situation bestmöglich zu meistern. Da muss ich in keine Wolke rein - das ist blanker Leichtsinn......

    In diesem Sinne - immer frei von Wolken bleiben und die Abstände einhalten :-)


    Matthias






  • Stephan2 schrieb:
    Sag mal lieber Thomas so verkniffen hatte ich Dich bisher eigentlich nicht erlebt. 
    Hat nichts mit verkniffen zu tun. Sondern damit, dass die Regel "Flieg nicht in Wolken, wenn Du′s nicht mindestens so gut gelernt hast, dass Du es darfst" mit sehr, sehr viel Blut geschrieben ist. Und zu viel Blut davon ist mir bekannt gewesen.

    Ich hab mir irgendwann in den letzten Jahren, nach dem Lesen/Schreiben/Redigieren des x-ten Unfallberichts und nach dem Ableben des x-ten mir bekannten Piloten durch grobe Dämlichkeit oder pure Angeberei, vorgenommen, dass ich zu solchem Mist nicht mehr schweige, so nach dem Motto "Ist ein freies Land, sollen die doch machen...". Diese Typen sind ja nicht einfach tot. Sondern die verändern mit ihrem Abgang das Leben von vielen, vielen anderen Menschen auf oft tragische, häufig dramatische und niemals positive Weise. Ist einfach nicht lustig. Und deshalb sag ich was dazu. Vehement. Ich frage mich, wie viele "von uns" noch leben könnten, wenn einer "von uns" rechtzeitig was gesagt hätte anstatt mit sowas wie heimlicher Bewunderung am Stammtisch daneben zu sitzen. Dies war (m)ein Versuch. Ich bin überzeugt, dass wir als Pilotengemeinschaft nicht streng genug miteinander sind, wenn es um diese Art von Verhalten geht. Und das ist einer der Gründe, warum es dann irgendwann der Gesetzgeber ist.

    Mal abgesehen davon ist "frei von Wolken" ja nur in wenigen Fällen ausreichend, ansonsten reden wir von Kilometern oder hunderten von Füßen. Ich bin, wenn ich IFR fliege, einer von denen, die aus der Wolke rauskommen...

  • Thomas Borchert schrieb:
    die Regel "Flieg nicht in Wolken, wenn Du′s nicht mindestens so gut gelernt hast, dass Du es darfst" mit sehr, sehr viel Blut geschrieben ist.
    Danke Thomas! Du kannst das natürlich besser formulieren, aber das waren genau meine Gedanken. Und ich habe (mal wieder) geschwiegen ...

    Ulf

  • Auf Stephans Sonneninsel ist erst letztens Pilot samt Tourist nach Einflug in IMC mit UL abgestuerzt und ums Leben gekommen...Von daher sollte es unser Inselhippie eigentlich besser wissen.

    Thomas Borchert: Daumen hoch!


    Chris

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