Ich lagere dies mal aus dem "Hoehenruder-Thread" aus, da OT.
Danke hob. In EDNC war mal eine Speed Canard stationiert, daher kenne ich Enten ein bisschen. Was mich beeidruckte, waren die extrem hohe Geschwindigkeit, aber auch die Lautstaerke und die Nachteile des Pusherprinzips (einmal flog das abgeschlagene Bugfahrwerk nach hinten durch den Prop). Auch die relativ hohe Landegeschwindigkeit war nachteilig, was vor allem dem Umstand geschuldet war, dass zu starkes ausflaren die Nase ploetzlich runterkommen liess (ziemlich doof)...
Aber ein in Summe sehr interessantes Konzept, wie ich finde, auch weil z.B. ein Stall unmoeglich ist.
Warum meinst Du ist sowas nicht als UL machbar, was spraeche konkret dagegen?
Chris_EDNC schrieb: Warum meinst Du ist sowas nicht als UL machbar, was spraeche konkret dagegen?
Die völlig überzogenen, drakonischen dt. UL-Lärm"schutz"bestimmungen, ausgerechnet für eine Klientel, welche den tagtäglich ohenbetäubenden Lärm, in Charts "Musik" genannt, als Spannungsindiz und Steigerungsmittel unlöschbar unterlegt, in und für fast jede Fernsehsendung, so daß Sprache kaum noch dagegen ankommt.
Der dafür erforderliche technische Aufwand bei ohnehin lärmverursachenden Pushern ist kaum zu leisten, und wenn, wird die zum Fliegen erforderliche und entscheidende Leisung gekappt.
hob schrieb: Die völlig überzogenen, drakonischen dt. UL-Lärm"schutz"bestimmungen
...
Der dafür erforderliche technische Aufwand bei ohnehin lärmverursachenden Pushern ist kaum zu leisten, und wenn, wird die zum Fliegen erforderliche und entscheidende Leisung gekappt.
Sicher, Pusher sind laut. Aber es gibt einige, die trotzdem die Bestimmungen erfuellen, z.B. SkyArrow. Inwiefern wurde bei z.B. diesem Flieger die Leistung gekappt?
Entenflugzeuge haben natuerlich auch ihre Nachteile, aber die Vorteile wiegen auch schwer, vor allem die sehr guten Flugleistungen sind von einem konventionell gebauten Flieger selber Leistung kaum zu erreichen. Insofern wundert es mich etwas, dass dieses Konzept im High End-Bereich noch nicht aufgegriffen wurde.
Chris_EDNC schrieb: Aber ein in Summe sehr interessantes Konzept, wie ich finde, auch weil z.B. ein Stall unmoeglich ist.
So unmöglich ist der Stall nicht, denn auch wenn die Bedingung erfüllt ist, daß das HL-Profil spezifisch den höheren Auftrieb (ca) zu liefern imstande ist als das des Flügels, bedeutet eine zu kleine Reynoldszahl - abhängig u.a. von der Profiltiefe und Fluggeschwindigkeit, daß die Strömung wegen des damit einhergehenden höheren Widerstandes der Profilkontur bei Faust-Formel: <Re = b * v * 70, mit b = Profiltiefe [mm] und v [m/s], anzuwenden bei Außenprofilen von schlanken Flügeln und HL-Profilen geringer Tiefe, nicht mehr folgen kann und abreißt. Es existierten zu geeigneten Profilen und je nach deren relativer Dicke die gemessenen und / oder gerechneten korrespondierenden Renoldszahlen (Re), an die sich tunlichst jeder hielt.
Vielleicht war das ja die Ursache dafür, daß in Deinem weiter oben geschilderten Fall das Bugrad des Canards durch den Prop flog, nachdem es mutmaßlich eine harte Verbeugung vollzog und abbrach.
Ich bin ein Canardsympatisant, aber man erkauft sich eben einen kleinen aerodynamischen Vorteil und zahlt mit sehr vielen Nachteilen.
Es gibt aber Flugzeugkategorien wo eher Canard freundliche Ansprüche gefragt sind. Zum Beispiel Liner. Geringer Spritverbrauch, immer Asfaltpisten, lange Startbahn, hohe Geschwindigkeit. Man fliegt immer genau die selben wenigen Pisten an. Die Herstellungskosten sind nicht ausschlaggebend. Mit sehr viel Geld ließe sich auch ein oder mehere Flaps einbauen.
Ein UL sollte robust und für kurze, holprige Graspisten geeignet sein. Zudem ist der Preis wichtig, während der Benzinverbrauch minderwichtig ist. Selbst 250 Km/h sind in der Luftfahrt nur ein Schneckentempo.
In diesem Sinne frage ich mich wieso es keine interkontinentalen Canard Liner gibt.
Das Projekt war aber schliesslich, nach dem Absturz des Konstrukteurs, eingestellt worden.
Andreas
Tja, es scheint nicht leicht zu sein.
Der Sky Arrow hatte auf einem Flugtag in Italien einen von einem General ! verursachten Unfall, bei dem duch Strömungsabriß im Langsamflug auch dieser bemerkenswerte Mensch als Mitflieger umkam, der als Drachenflieger mit seinem dressierten Adler u.a. im Himalaya fliegen ging und mit einem ATOS-Drachen in Begleitung seines Adlers vom Mount Everest hinab flog. Diese zutiefst tragische Geschichte erinnert mich an die tödliche Eskapade eines eitlen dt. Astronauten, der - mutmaßlich auch mit PIC - mit einem der wenigen flugfähig erhaltenen Messerschmitt-Taifun-Elly-Beinhorn-Fliegern in Bodennähe eine Rolle flog.
Über den Unfall des Deltadart weiß ich so gut wie nichts, außer daß der Autor des Buches "Faszination Nurflügel" Hans-Jürgen Unverferth - auch im persönlichen Gespräch - feststellte, daß diese senkrecht im rechten Winkel aufragenden Winglets, die überdies an der Basis die volle Flächentiefe begrenzen, dazu führten, daß ein Modell im Hochstart "propellert", also unsteuerbar wird. Wie man heutzutage auch bei Airlinern beobachten kann, sind diese einst als Allheilmittel gepriesenen Winglets inzwischen überall wesentlich kleiner geworden. Unverferth macht z.Zt. Versuche, genau diese Stelle per Durchströmung mittels einer rohrartigen Ausformung in Flugrichtung dadurch zu entschärfen, daß er lokal die Strömungsgeschwindigkeit erhöht.
Werner1966 schrieb: In diesem Sinne frage ich mich wieso es keine interkontinentalen Canard Liner gibt.
Ja da war doch vor Jahren mal dieses Affentheater um das von der Luftfahrtpresse mit großen Vorschußlorbeeren hochgejubelte und mit glänzend zukunftsprächtiger apostrophierten STARSHIP
https://de.wikipedia.org/wiki/Beechcraft_Starship
eine fast Vollkunststoff-Konstruktion.
Irgendwann schlief alles ein.
hob
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