SPL Ausbildung über 1.5 Jahre sinnvoll?

Forum - Pilotenausbildung (SPL)
  • Akirafly schrieb:

    5000 Eur Jahr???

    Das wäre für mich unrealistisch!

    Für mich auch ;-)

    ich habe ein eigenes UL und ein eigenes Segelflugzeug.

    In Summe würde ich da auf ca. 6000 im Jahr kommen, wenn ich alles allein bezahlen würde. Fixkosten davon ca. 4000€ für Kasko, Halle, Prüfung, Annuitäten.

    Habe aber zwei Kumpel mit im Boot und wir teilen uns die Fixkosten, damit bin ich trotz zwei eigener Flugzeuge unter 5k pro Jahr (Wettbewerbsausgaben lasse ich mal vor, das ist ja eher unter Urlaubskosten zu verbuchen).

    Vereine mit UL gibt es auch für deutlich unter 100€ pro Stunde ich sehe mal LSV Hamm als Beispiel, das ist schon beeindruckend günstig mit 70€.
    Da wären 20 Stunden im Jahr mit Vereinsbeitrag gerade mal 1760€ ... 

    Und lass Dich nicht wegen 1,5 Jahren abbringen, das macht es zwar langsamer, aber wie gesagt kann man die Schulerei auch als Flugspaß betrachten.

    Kann man natürlich auch anders sehen, dann ist es etwas doof.

    Und 20 Stunden pro Jahr sind zwar nicht viel, aber auch nicht bedenklich wenig, wenn man umsichtig und bedacht handelt.
    Das Wie zählt viel mehr als das Wieviel.

    Maraio schrieb:
    Die Ausbildung SCHNELL durchziehen ist IMMER effektiver.... also unterm Strich Geld gespart, nur zeitlich umverteilt.

    Ich sehe das nicht komplett so.
    Ja, es hat Zeitvorteile, aber eine längere Ausbildung hat auch Qualitätsvorteile. Gerade, wenn man nicht mehr Anfang 20 ist sehe ich die Waagschale eher auf der positiven Seite.

    Ich habe schon zuviele Segelflieger aus Flugschulen gesehen, die zwar nach eine Woche alleine flogen oder gar nach 2 Montane einen Schein hatten, aber gut war das nicht unbedingt.

    Damit sage ich nichts gegen die Flugschulen, ich halte nur mehr Zeit zum Sacken der Informationen für besser. Bulimie-Lernen fand ich aber schon immer schlecht.   

  • Zu den Stunden,...

    wie Steffen schon schrieb, wie ist wichtiger als wieviel und natürlich immer eine gesunde Selbsteinschätzung.

    20h pro Jahr dürfte schon weit über dem Durschnitt liegen. (...z.B. in unserem Verein sind es knapp 10h pro Jahr, in vorherigen Vereinen etwa ähnlich)

    Wenig Erfahrung ist erstmal kein Problem, wird es erst wenn noch weitere Faktoren dazu kommen wie 

    - lange nicht geflogen (z.B. wetterbedingte Winterpause von 4 Monaten)

    - komplexe Wetterlagen (Wind & Richtung, Boen, Untergrenzen, Sichten usw)

    - noch wenig bekanntes Fluggerät (z.B. CT nach Scheinerhalt und Schulung auf C42)

    - komplexe Flugplätze (Untergrund, Ebenheit, Zustand, Länge (oder Kürze :-) ), Anflug, Verfahren usw)

    - Gewicht und Schwerpunkt innerhalb kreativen Limits

    - Cooltour im Verein

    gibt bestimmt noch vieles mehr.

    Das schöne daran, alles beherrschbar in dem man z.B. mal mit Lehrer wieder rantastet (vorausgesetzt es ist kein Gefälligkeitsflug, sondern echtes Feedback), ehrlich zu sich selbst ist und Feedback von außen zumindest überprüft.

    Es ist nicht nur o.k., sondern völlig gesunder Verstand auch mal zu sagen " heute nicht" oder festzustellen, dass man eingerostet ist und Training braucht

    Du machst dir im Vorfeld aber schon viele und richtige Gedanken, hätte da erstmal kein schlechtes Gefühl bei drin

  • Ich glaube das man das im Grunde auch nicht fest pauschalisieren kann. Ich denke das eine gesunder Umgang mit der Fliegerei und vernünftige Reflektion des eigenen tuns am wichtigsten sind. Soviel machen das man sich wohl dabei fühlt und in der kürzeren Zeit intensiver an den wichtigsten Aspekten der Sicherheit feilen sprich auch mal öfter ne Landung zu üben. Nicht nur  zu bummeln.  Die Idee zum Anfang  und Ende der Saison da massiver einzusteigen finde ich sehr gut.

    Ganz ehrlich. Man sagt die UL Fliegerei wäre die Möglichkeit auch für den "kleinen Mann" zu fliegen. Gut die Frage ist echt was erschwinglicher heißt 😀 Fussball spielen ist günstiger. Der Grund warum immer noch sehr wenige den Schritt wagen ist einfach mit Sicherheit der finanzielle Aspekt. Auch wenn die SPL einen günstigeren Einstieg schafft. 

    Für meinen Teil kann ich die ersten Stunden kaum erwarten. Wenn es halt nur 15 bis 20 Stunden im Anschluss werden dann wird mir jede einzelne die Investition in die Lizenz wert sein. Ich bin sicher das meine Töchter, vielleicht auch Frau, dieses Erlebnis zu einem Zeitpunkt x mit mir teilen werden. Mit dem gleichen Gefühl in der Brust 😎...auf geht′s,  DANKE in die Runde für den regen Beitrag 👌

  • Ach ja, du hattest ja den Motorsegler schon kategorisch ausgeschlossen....würde da aber nochmal drüber nachdenken.

    Mittlerweile ist auch Fußgängerausbildung im Motorsegler auf Basis der Segelfluglizenz wieder möglich. Werden einige Segelflugvereine sicher anbieten und bestimmt die günstigste Art in die Luft zu kommen

  • Akirafly schrieb:
    Ganz ehrlich. Man sagt die UL Fliegerei wäre die Möglichkeit auch für den "kleinen Mann" zu fliegen. Gut die Frage ist echt was erschwinglicher heißt 😀
    Ich rechne es für mich so:

    Um auf eine der Ostfriesischen Inseln zu kommen benötige ich ca. 1 Stunde, hin und zurück also 2 Stunden mit dem Flugzeug. Bis Helgoland sind es hin und zurück 3 Stunden. Bis auf Spiekeroog haben alle Inseln einen kleinen Flugplatz. Dieser Tagesausflug auf eine der Ostfriesischen Inseln kostet mich inkl. Landegebühr also ca. 160€. Würde ich mit dem PKW an die Küste fahren und dann mit der Fähre übersetzen, wäre ich inkl. Fährkosten auch gut 100€ los für Hin- und Rückweg.

    Der Flug auf die Inseln hat mich also nur 50€ mehr gekostet. Und für diese 50€ habe ich den Luxus von den Fährzeiten komplett unabhängig zu sein und auf der Autobahn nicht im Stau zu stehen.

    Gut, jetzt kann man natürlich einwänden, daß ich ohne die Möglichkeit des Flugs gar nicht zu einem Tagestripp auf die Inseln aufgebrochen wäre. Aber das ist dann die nächste Baustelle.

  • Vom Fußgänger zum Segelflieger: Im verein günstig aber lang dauernd, in der Flugschule auch nicht gerade billig.

    Mit gerade bestandener Segelfluglizenz brauchst zum TMG eine Menge Stunden, dauert im Verein, in Schule wieder teuer

    Mit gerade bestandenem TMG zum UL ohne große Flugerfahrung: Siehe oben

    Vorteil: du hättest dann 3 Scheine, wennst sie willst/brauchst

    Großer Nachteil: Großer Geldaufwand und noch größerer Zeitaufwand

    Wenn ich ohne fliegerischer Vorbildung den UL-Schein machen wollte würde ich mir einen passenden Verein suchen, und um das Ganze zu beschleunigen auch noch in einer Flugschule schulen. Vorteil eins: Es geht schneller als im Verein und günstiger als nur in Schule, Vorteil zwei: Nach Scheinerhalt Zugriff auf Vereinsflugzeuge und hergestellte Verbindungen zu den Charterflugzeugen der Schule, bzw. zu Vercharterern am Platz der Schule.

    Damit ist man auch breiter aufgestellt was Geld und Zeit betrifft!

    mfg

    Hans Peter

  • Moin werte Gemeinde,

    was ich bei der Diskussion um die Kosten und Dauer der Ausbildung vermisse:

    Ausbildung ist doch Teil des Spaßes? Es ist super spannend, zum ersten Mal in die Kiste zu klettern, und danach jedes Mal wieder. Es ist  spannend zu verstehen, wie Wetter funktioniert, wie Aerodynamik wirkt oder wie man ohne Navi seinen Flugplatz von oben findet. Gemessen an dem Spaß ist Ausbildung günstig und keine Zeitverschwendung! Und ein wesentlicher Unterschied zur Schule ist, das die Lehrer wollen, das man besteht und lernt, sie sind mehr Partner als sie es in der Schule sein können. Das war für mich als Schulgeschädigten fast eine Offenbarung!

    Wieso also der Fokus über Dauer oder Anzahl der Stunden bis zum Schein?

    Die wichtigeren Punkte sind doch Spaß am Neuen, sich selber weiterentwickeln und neue, kleine Abenteuer in sein Leben einzubauen und zu geniessen. Wenn die Lehrerschaft passt, kann es auch 3 Jahre dauern bis zum Schein, es sind doch gute Momente?!

    Etwas weniger Leistungsdruck und etwas mehr Genußfähigkeit relativieren die Kosten erheblich und versüßen den Weg bis zur Kirsche auf dem Kuchen, dem Schein.

    Gruß Raller

  • hb vom alpenrand schrieb:
    Großer Nachteil: [...] noch größerer Zeitaufwand
    Und genau darin sehe ich im Segelfliegen das Hauptproblem, wenn es um die Familienfreundlichkeit geht. Wenn ich bei unseren Segelfliegern den Dienstplan für die Saison 2021 sehe... da kommen verdamt viele Stunden am Flugplatz zusammen, in denen man nicht fliegt.
  • hb vom alpenrand schrieb:
    Vom Fußgänger zum Segelflieger: Im verein günstig aber lang dauernd, in der Flugschule auch nicht gerade billig.
    Das geht auch  war aber nicht was ich meinte....Fussgänger auf TMG!

    Da gibt es in den zeitlichen Rahmen keinen Unterschied zum UL

  • raller schrieb:
    Wieso also der Fokus über Dauer oder Anzahl der Stunden bis zum Schein?
    Eigentlich kann ich noch gar nicht so richtig mitreden, da ich selbst momentan im Lockdown hänge und meine Ausbildung daher "stockt". Ich mache mir aktuell auch sehr viele Gedanken rund um die Ausbildung (mache sie im Verein) und erkenne mich in diesem Wesenszug beim Threadersteller wieder.

    Ich gebe ′raller′ in insoweit Recht bzw. ich sehe es genauso: auch der Weg ist das Ziel. Aber gerade bei der Tatsache, dass man Fliegen nicht mit Auto fahren vergleichen kann (oh, ich fühle mich unsicher und fahre mal an den Rand...), halte ich eine zügige und konsequente Ausbildung für extrem wichtig. "Glücklicherweise" habe ich keine Familie, auf deren Belange ich in finanzieller Hinsicht Rücksicht nehmen muss. Trotzdem halte ich es für schwierig, wenn man nicht ausreichend Flugerfahrung besitzt und sich dann in den Flieger setzt.

    All die Anmerkungen, dass der Durchschnitt in den Vereinen bei 10 Stunden pro Jahr liegt, haben für mich wenig Aussagekraft, da aus meiner Sicht die Anzahl der Flugstunden aus den letzten Jahren hier unberücksichtigt bleibt. Zudem handelt es sich um einen Schnitt, der eben nur auf ein spezifisches Jahr abzielt und eben nicht die sonstigen "Kenntnisse" berücksichtigt. Und diesen Schnitt empfinde ich als sehr niedrig. Einzig, wenn alle "Befragten" jeweils auf eine sehr hohe persönliche Anzahl an Flugstunden (über das bisherige Pilotenleben hinweg) kommen, dann wäre es für mich okay. Aber: jeder entscheidet für sich.

    Mir selbst wünsche ich, dass ich (vor alles wegen Corona) in diesem Jahr meinen Schein machen kann. Anfangs wollte ich "nur" 30 Stunden für die Ausbildung, um schnellstmöglich unabhängig zu sein. Mittlerweile ist es mir egal, ob es 50, 60 oder 70 Stunden werden. Jede Stunde mit Fluglehrer ist eine Stunde in der Luft, bei der ich hoffentlich immer weiter und weiter lerne... Erst wenn ich alleine unterwegs bin, kann mir der Fluglehrer nichts mehr (so leicht) beibringen.

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