Neue Zündkerzen

Forum - Technik & Flugzeuge

  • Hätte da auch noch so ein Prachtexemplar von ROTAX: Oben auf die zwei aus Zylinder eins (den hat′s zerbröselt) - bei einer fehlt die mittlere Elektrode, die zweite voll mit Spänen und die darunter liegende ist so, wie eine ZK aussehen soll. Schaden rund €18k wenn bei ROTAX repariert, bei einem zertifizierten Servicebetrieb immer noch €6k... 

  • Auch der neue Typ (wie bei Ralle). Ursache auch unklar?
    Gibt einem zu denken...


    Chris

  • Chris_EDNC schrieb:
    Auch der neue Typ (wie bei Ralle). Ursache auch unklar?
    Laut ROTAX wär′s wohl ein ′Klingelschaden′ gewesen - andere Auguren sind nach Kenntnis der genauen Umstände aber zu einer anderen Einschätzung gekommen. Den Klingelschaden hat ROTAX wohl deshalb ins Feld geführt um etwaige Garantie- bzw. Kulanzansprüche a priori abzuwehren. Dagegen zu Klagen kann einen Haus und Hof kosten (ich kenn mich da aus - die Firma hat immer den längeren Atem!), aber nach einer Serie ähnlicher Ereignisse kam dann die dringende Empfehlung von ROTAX und den Verbänden, den 912ULS nur noch mit Super+ zu betreiben.
  • checksix schrieb:
    Laut ROTAX wär′s wohl ein ′Klingelschaden′ gewesen - 
    Wer sich die technischen Daten des 912ULS mal genauer angesehen hat, wird wahrscheinlich auch zum Klingelschaden tendieren.

    Das ist leider ein häufiger Grund für einen Motorschaden eines 912S/ULS, denn er arbeitet schon sehr hart an der Klopfgrenze.
    Die Piloten / Betreiber des Motors vergessen das häufig und überlasten den Motor durch eine falsche Leistungseinstellung und zu geringer Drehzahl. Der Sprit spielt dabei auch eine erhebliche Rolle.

    ... andere Auguren sind nach Kenntnis der genauen Umstände aber zu einer anderen Einschätzung gekommen. 

    .... mit denen würde ich gern darüber diskutieren - zumal ich davon ausgehe, dass sie die genauen Betriebsbedingungen des Motors zum Zeitpunkt des Schadens nicht wirklich kennen.
    Erfahrungsgemäß können im Momet eines Motorschadens die Piloten selbst nicht genau sagen, wie genau die Betriebsbedingungen waren.

    Ich werfe hier mal eine Frage dazu ein: wer hat denn bei einem 80PS, also 912/912UL, schon mal einen vermutlichen Klingelschaden gehabt?

    Ich möchte hier nochmal ganz klar darauf hinweisen, dass ich keinem Arbeitgeber mehr verpflichtet bin und frei meine persönliche Meinung äußern kann - muss aber in diesem Fall wohl Rotax beipflichten.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Ralle schrieb:
    Erfahrungsgemäß können im Momet eines Motorschadens die Piloten selbst nicht genau sagen, wie genau die Betriebsbedingungen waren.
    Die Betriebsbedingungen in diesem Fall waren gut dokumentiert:

    Flugzeug: Feststehender 3-Blatt Propeller, keine Gemischverstellung, 472,5kg MTOW, tatsächliches MTOW 452kg, betankt mit Super E5 (gem. ROTAX-Handbuch damals noch ohne Weiteres zulässig)
    Motor: 195 Betriebsstunden!

    Wetter/Umwelt: Trocken, Dichtehöhe 1.900ft, OAT 24°C, Wind direkt von vorne 15km/h, TORA 1200m Asphalt

    Flugphase: Start, Startleistung (Gashebel auf MAX) 5.650 RPM beim Startlauf, 5.700 nach Abheben, 5.500 nach Erreichen Sicherheitshöhe und Reduzierung RPM auf Steigleistung), kurz darauf Vibrationen und Leistungsabfall auf 3.700... >>> sofortige Sicherheitslandung aus 1.200ft AGL.

  • checksix schrieb:
    Die Betriebsbedingungen in diesem Fall waren gut dokumentiert:
    ... leider fehlen mir hier die Daten vom Verlauf des Kraftstoffdruckes und der EGT-Sensoren.

    Ich gehe davon aus, dass diesbezüglich keine Sensoren montiert sind.

    So bleibt zu vermuten, dass es ein Problem mit der Kraftstoffversorgung gab.

    Das wäre eine typische Szene vom "Motorschaden nach dem Start", worüber in letzter Zeit heftig, auch von div. Verbänden, diskutiert wurde.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • @checksix:

    Nur mal interessehalber, mit welchen Drehzahlen betreibst Du den Motor denn im Reiseflug, also > 1 Stunde? Oder gibt es meistens "Kirchturmflüge"? Keine Wertung, nur `ne Sachfrage...

  • Ralle schrieb:
    ... leider fehlen mir hier die Daten vom Verlauf des Kraftstoffdruckes und der EGT-Sensoren.

    Ich gehe davon aus, dass diesbezüglich keine Sensoren montiert sind.

    Ralf, Du darfst ausgehen von was Du auch immer willst...

    Nun hab ich ja ein EMS inklusive der Sensoren, das auch diese Werte überwacht, aber ich gehöre nicht unbedingt zu der Sorte Mensch, die sich in der Startphase ständig Kraftstoffdruck und EGT aufschreiben - solange die Anzeigen im sprichwörtlichen Sinne im Grünen Bereich sind, gibt es keinen Grund, wie ein Eichhörnchen auf die Schlange zu starren... und die Werte waren im grünen Bereich bis die Vibs auftraten, aber dann hatte ich andere Sorgen...

  • Gerneflieger schrieb:
    Nur mal interessehalber, mit welchen Drehzahlen betreibst Du den Motor denn im Reiseflug, also > 1 Stunde?
    Üblicherweise sind bei uns auch die ′Kirchturmflüge  >1 Stunde und der ROTAX läuft dabei bedarfsabhängig zwischen 5.200 und 5.400 RPM, beim Abstieg dann um die 5.000 und in der Platzrunde 4.800 - sonst knabbern wir die Cessnas von hinten an ;-)
  • "bedarfsabhängig zwischen 5.200 und 5.400 RPM"

    ah ok, das ist ja eigentlich erstmal gut für den Rotax. Und beim Kraftstoffdruck sehe ich das auch so wie Du, den hat man eigentlich so mehr aus den Augenwinkeln ja immer im Blick. Vielleicht war es einfach ein Qualitätsmangel bei den Kerzen...

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