Gefährliche Annäherung im Endanflug

Forum - Unfallprävention
  • Prima, jetzt sind wir mittendrin im Kindergarten. Jetzt habe ich auch so eine Ahnung davon bekommen, dass die Probleme in der Platzrunde kein Zufall sind.

    Ich klink mich jetzt aus. Tut mir schon leid überhaupt etwas von dem Problem am Wochenende geschrieben zu haben. Nur leider ist damit das Problem nicht gelöst. Leben wir also damit.

    Gerd

  • Ist doch eigentlich nicht schwierig...

    Wenn viel am Platz los ist, verwende ich in jedem Fall das Standardverfahren, also Einflug über den Gegenanflug. Ist wenig/nichts los, kürze ich gerne ab und fliege direkt in den Quer- oder Endanflug. Natürlich nur, sofern in der AIP nichts anderes geregelt ist.

    Und ja, natürlich Position und Absicht melden und rausgucken usw...

    Und nein, nicht mit dem FL reden, sondern _direkt_ mit den anderen Piloten.


    Chris

  • Exactly.
    Bei FL-bashing mache ich nicht mit.  Die Meisten machen doch nen sehr guten/guten Job/tragen zur Sicherheit bei. Wenige machen nen mittelmäßigen Job, und dann gibt es noch ganz wenige wo du über geeignete Schimpfworte nachdenkst. Ich genau bei ZWEIen in 5 Jahren.

    Wenn nun einer sagt: nä. Meldung Queranflug, dann sage ich ′Bravo Kilo′  und melde natürlich trotzdem was ich will/was mir sinnvoll erscheint.  Nicht für den FL, sondern für die Anderen.

    Wenn einer sagt: ′nach eigenem Ermessen′, dann denke ich: ich weiß, und fertig.
    Gern genommen wird ja auch ′Anflug fortsetzen′.  ′Bravo Kilo′, alternativ ′wilco′, erledigt.
    Wenn ich aber Gegenanflug 27 melde und dann Queranflug 27, der FL mich endlich sieht und sagt: Sie fliegen auf die 09 an, dann hat die Institution FL doch diesmal Sinn gemacht. Jedenfalls keinesfalls geschadet.

  • Gibt leider einen neuen BFU Bericht:

    https://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Untersuchungsberichte/2018/Bericht_18-1660-3X_ULKollision_Erkelenz.pdf?__blob=publicationFile

  • Ich komme aus dem Motorrad Rennsport. Das sind ja quasi auch Platzrunden am Boden . Nun bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Teilnehmer gibt es definitiv höhere Risiken. Fakt ist aber auch dort, das du dich nur auf den Vordermann
    konzentrierst und der Hintermann aufpassen muss , das er dir nicht den Popo rasiert.....und das alles ohne Worte.
    Also kann das beim Fliegen nicht schwerer sein. Für den geschilderten Fall habe ich Verständnis, Anfänger haben Stress.

    Aber sehr gut finde ich die rege Diskussion über dieses Thema. Egal was da manchmal so schief läuft in der PR, Vorsicht und Rücksicht bügeln das meistens wieder aus.

  • Chango schrieb:
    Ich komme aus dem Motorrad Rennsport. Das sind ja quasi auch Platzrunden am Boden . Nun bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Teilnehmer gibt es definitiv höhere Risiken. Fakt ist aber auch dort, das du dich nur auf den Vordermann
    konzentrierst und der Hintermann aufpassen muss , das er dir nicht den Popo rasiert.....und das alles ohne Worte.
    Also kann das beim Fliegen nicht schwerer sein.
    Doch, da kommt die dritte Dimension dazu. Und die zweite Dimension ist auch viel größer. Dadurch siehst Du die anderen nicht immer.

    Gruß

    Maik

  • ... und das Bremsen und Anhalten ist nicht immer so einfach :-)

    Bye Thomas

  • Hein Mueck schrieb:
    ... und das Bremsen und Anhalten ist nicht immer so einfach :-)
    ...zumal der Vordermann  (das muß, glaube ich, jetzt korrektermaßen ′der/die Vorausfliegende′ heißen) keine Bremslichter hat ;.))
  • Chris_EDNC schrieb:
    Und nein, nicht mit dem FL reden, sondern _direkt_ mit den anderen Piloten.
    Und nur das ist der einzig richtige Weg. Hier wird zum Teil viel Mist geschrieben was den FL angeht.

    Der FL mag an manchem unkontrollierten Platz in einem Türmchen sitzen um etwas Überblick zu halten aber er vertritt lediglich den Platzeigentümer und gewährleistet Ordnung und Sicherheit am Boden, er hat keine Verantwortung über den Verkehr in der Platzrunde und darf diesen nicht regeln. Natürlich kann man bei Ihm Infos erfragen, rausschauen muß man selber.

  • Bei uns am Platz hatten wir vor ein paar Tagen die Situation, dass ein platzfremder Pilot und ich uns gleichzeitig der Platzrunde genähert haben. Wir haben beide 5 Minuten vor Erreichen der Platzrunde den Einleitungsanruf abgesetzt und präzise unseren Standort angegeben, soweit alles gut. Der Wind stand cross zu Bahn und war ziemlich böig, bei unserer recht kurzen Piste von 280 m habe ich das für mich - als jemand, der den Platz gut kennt - als Situation eingeschätzt, die meine volle Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert (natürlich wie jede Landung, nur noch ein bisschen mehr).

    Als der platzfremde Pilot im Gegenanflug und ich noch außerhalb der Platzrunde waren, hat der Flugleiter darauf aufmerksam gemacht, dass er aufgrund der Windsituation vorschlägt, die Landerichtung besser zu ändern. Sowohl der vorausfliegende Pilot als auch ich haben das bestätigt. Der vorausfliegende Pilot hat daraufhin eine Rechtskurve aus der Platzrunde heraus angekündigt, hatte mich damit im Rücken, und ich habe ihm mitgeteilt, dass ich ihn im Blick habe und ihm folgen werde.

    Seine nachfolgenden Manöver, die ich natürlich von hinten gut beobachten konnte, haben dann gezeigt, dass er tatsächlich kurzzeitig die Orientierung verloren haben muss. Daraufhin hat unser Flugleiter - wie ich finde - ausgezeichnet reagiert, indem er ihm mit ruhiger Stimme gesagt hat, dass sich die Piste nun links von ihm gleich neben den Hallen befindet.

    Nachdem er sicher gelandet war, bin ich auch runter. Unten habe ich sowohl mit dem FL als auch dem Piloten gesprochen. Wir waren uns einig darin, dass wir eine ziemlich gute Kommunikation miteinander geführt haben. Es hat sich herausgestellt, dass der platzfremde Pilot gerade erst seine Lizenz erworben hat und nun die Nachbarplätze zu Übungszwecken abklappert.

    In diesem Fall - bei allen Diskussionen um die Sinnhaftigkeit von Flugleitern, deren Argumente ich nachvollziehen kann - hat sich für mich gezeigt, dass der Flugleiter (m/w/d) durchaus seine Berechtigung haben kann, wenn es um solche Situationen geht, die schnell auch kritisch werden können. Natürlich hätte auch ich dem Piloten von meiner Position aus Hilfestellung geben können - aber ganz ehrlich: auf die Idee bin ich (wegen der anstehenden Landung und meiner dafür nicht mehr vorhandenen Kapazitäten) gar nicht gekommen.

    Ich kann für meine Person nicht leugnen, dass auch die Diskussionen hier im Forum mich selbst dazu veranlasst haben, diese etwas undurchsichtige Situation durch Abstand, besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit und durch fortlaufende - aber nur erforderliche - Mitteilung meiner eigenen Absichten zumindest nicht noch kritischer werden zu lassen.

    Ok, das war ein bisschen OT, weil wir uns nicht gefährlich angenähert haben.

    Gruß
    Peter

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