Gefahren im Hochgebirge

Forum - Unfallprävention
  • JWagner schrieb:

    es ist so schön romantisch, den Segelflieger als omnipotenten Alleskönner in die Diskussion zu werfen und am Ende ist es eine Meinung, so lächerlich sie auch sein mag.

    Jürgen

    Warum so polemisch?

    Ich relativiere die unzähligen Presseberichte, in denen durchwegs von extrem erfahrenen Piloten geschrieben wird, indem ich diesen entgegenstelle, dass die unmittelbare Erfahrung mit dem Fliegen nahe bei den Bergen und in manchmal sehr komplizierten und schwierigen Wind- und Wetterbedingungen wichtig ist. Dass ich als Beispiel für diese Art fliegerischer Erfahrung das Segelfliegen hervorstreiche, heißt noch lange nicht, dass diese die einzigen wahren Hochgebirgs-Superpiloten sind.

    Jahrzehnte praktischer Flugerfahrung sozusagen "in Bodennähe" (nahe am Berg) sollte man also entsprechend bewerten und nicht nur tausende Jet-Flugstunden bei Flugrouten weit weg von, bzw. weit über den "Hindernissen".

    Man kann darüber diskutieren, aber dann bitte in einem anderen Ton.

  • sozusagen schrieb:
    Warum so polemisch?
    Das ist nicht polemisch. Es ist schlicht meine Meinung und wenn sie Dir nicht gefällt ... Ooops! Für mich ist deine These unsubstantiiertes Flieger-Romantik-Gefasel. Ganz niedlich, aber völlig kenntnisbefreit zu den wesentlichen Vorhaltungen, die glaubst erkennen zu können.

    So what? Deine Meinung. Ist halt so.

  • Also, zu meinen das ein Busfahrer mit einer milion Autobahn-km auf dem Buckel, besser in den Bergen fahren kann, als ein erfahrener Jeepfahrer oder Motocrossfahrer, ist absurd.

  • Werner1966 schrieb:
    zu meinen das ...., ist absurd.
    NICHTS ist so absurd, als das man es hier nicht noch als unfallklärende These vertreten könnte.
  • JWagner schrieb:
    Für mich ist deine These unsubstantiiertes Flieger-Romantik-Gefasel.
    Ist es aber nicht. Was nuetzen einem Airline-Piloten 10.000 Stunden, von denen er 98% nur vom Autopiloten kutschiert wurde und wo Starts und Landungen in einem fein reguliertem Umfeld stattfanden bei sowas wie den hier praktizierten Fluegen mit der JU-52 durch die Alpen? Bei stellenweise grenzwertigem Wetter? (Ich war mehr als einmal absolut erstaunt, bei was fuer Shitwetter die noch geflogen sind). Ich sage es Dir: Nichts!

    Chris

  • Moin,

    es kommt als erstes doch darauf an, was den Unfall verursacht hat. Mangelnde fliegerische Kompetenz oder vielleicht doch auch Defizite in der Vorbereitung, Organisation und Entscheidung?

    Ich habe etwa 18.000 Stunden als Sesselpupser im Buch. Der Autopilot lässt einem mehr Raum für Struktur und klare Entscheidungen und Abläufe. Wenn man die Vorfälle in der Jet-Fliegerei anschaut, sind die allermeisten davon glimpflich ausgegangen, weil es eben mehr Dinge zu tun gibt als toll koordinierte Kurven von Hand zu fliegen. Von den Vor- und Unfällen steht nix in der Zeitung, weil sie langweilig erscheinen.

    Aber auch bei einem Airbus gelten alle fliegerischen Probleme, deswegen muss auch der Airbusfahrer sich mit Lee-Wellen, Frontenverläufen etc bei jedem Ab- und Anflug beschäftigen und auskennen. Wenn ich in Denver mit Thermik, Rückenwind und 10.000ft Dichtehöhe kein Konzept und kein Gefühl für die Lage habe, wird es sehr schnell sehr böse fürs Material und/oder schlimmer. Das ist nicht anders als in den Alpen. Mein Bus hat mehr Masse, mehr Power und mehr Systeme und ist trotzdem am Ende nur ein Flugzeug. Gleiche Fehler, gleiche Wirkung. Reines Handwerk hilft auch im Segelflieger nicht. Kaum Systeme, aber ohne Gefühl und Konzept geht das auch schief. Deswegen haben die Stunden keine Vergleichbarkeit und sagen auch nur äusserst bedingt etwas über die Fähigkeit des/der Piloten in einer bestimmten Situation aus. In dem speziellen Fall erstmal genau garnichts.

    Gruß Raller

  • Was nutzen...

    Argumentativ nur Dir und Sozusagen, um Eure kruden Thesen zu "belegen". Die meisten anderen Menschen vertrauen wahrscheinlich darauf, dass die AOC nach dem richtigen Verfahren selektiert, auch wenn sie Euch nicht explizit gefragt haben.

  • raller schrieb:
    Mein Bus hat mehr Masse, mehr Power und mehr Systeme und ist trotzdem am Ende nur ein Flugzeug.
    Aber das fliegerische Umfeld ist ein komplett anderes. Das kontrollierte Abfliegen von Luftstrassen, SID und STAR hat nunmal ueberhaupt nichts mit der low level-VFR-Fliegerei, wie es JU-Air in den Alpen praktiziert, zu tun. Nichtmal ansatzweise.


    Chris

  • Moin Chris,

    das stimmt nur zum Teil. Wetter, Performance, Gelände etc spielen immer eine Rolle, egal womit ich fliege.

    Natürlich helfen 50.000PS, bestimmte Faktoren zu ignorieren, aber auch bei der Jet-Fliegerei ist die Sache mit den Höhen und der Performance omnipräsent. Und 30 Knoten Windshift über einem Berg wie in Bogota oder in Rio kannst du nicht kompensieren, wenn du da keinen Blick für hast, tust du dir weh. Egal, was im Handbuch steht.

    Der Unterschied zum VFR ist, das wir das vor dem Flug abarbeiten. damit es im Flug nicht klemmt. Das macht ein VFR-Flieger mehr aus dem Bauch. Heisst aber nicht, das die anderen davon nix wissen...

    Mir geht es aber mehr darum, ob eine Anzahl Flugstunden etwas über die Unfallwahrscheinlichkeit aussagt. In dem Fall der JU aufgrund mangelnder Information nicht. Was die Palette an möglichen Erfahrungen und Wissen angeht, schon. Nicht alles ist auf alle Spielarten der Fliegerei übertragbar, aber es gibt schon viele Gleichheiten...

    Gruß Raller

  • Die Fliegerei sehr dicht am Gelaende im Hochgebirge mit Flugzeugen mit wenig Leistungsreserven und rein nach VFR verlangt halt ein geruettelt Mass an Fliegerhandwerk, was man so in Deinem Metier praktisch nie braucht. Sicher gibt es hier und da mal kritisches Wetter, aber eben: Es findet alles in einem sehr kontrolliertem Umfeld statt.

    Dagegen in den schweizer Alpen: Schnell wechselndes Wetter, vor allem Wind ist ein riesen Faktor und das alles gepaart mit Fluegen unterhalb der Berggipfel mit Geraet, welches trotz 3 Motoren nach Ausfall nur eines die Hoehe schon nicht mehr halten kann, so wenig Leistungsreserven sind vorhanden.

    Ja nu, ich denke es ist alles gesagt.


    Chris

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