UL-Woche: Fließem-Nachtrag, offene Unfallermittlungen und praxisnahe Avionik- und Rotax-Hinweise
Ein neuer Nachtrag zum tödlichen UL-Unfall bei Fließem rückt die laufende Sicherheitsarbeit der Ermittler in den Blick: Laut Rhein-Zeitung wurde das Handy des Piloten ausgewertet, die Ursache bleibt aber offen. Dazu kommen ein kompakter Status zum Gundelsheim-Unfall sowie zwei Servicehinweise zu Garmin-Webinaren und einem fortgeltenden Rotax-Check.
Fließem: Handy-Auswertung als Nachtrag, Ursache weiter offen
Zum UL-Unfall nahe Fließem gibt es einen sicherheitsrelevanten Nachtrag, der ausdrücklich nicht als neue Unfallmeldung zu verstehen ist. Der Absturz ereignete sich bereits in der Nacht vom 14. auf den 15. September 2025. Die Polizeidirektion Wittlich meldete damals ein vermisstes Ultraleichtflugzeug mit zwei Insassen, das planmäßig gegen 20:30 Uhr am Flugplatz Bitburg landen sollte. Der Radarkontakt riss nach Polizeiangaben im Bereich Malbergweich ab; gegen 02:45 Uhr wurde die Maschine auf einem Feld nahe Fließem gefunden. Beide Insassen wurden tot festgestellt.
Die Rhein-Zeitung berichtete am 22. Oktober 2026 über einen BFU-Zwischenstand beziehungsweise einen der Redaktion vorliegenden Untersuchungsbericht. Demnach sei das Handy des Piloten wiederhergestellt beziehungsweise ausgewertet worden. Die Unfallursache blieb laut diesem Bericht weiterhin unklar. Der von der Rhein-Zeitung genannte BFU-Zwischenbericht konnte in der Recherche nicht als direkt öffnende Originalquelle geprüft werden; die neuen Details zur Handy-Auswertung werden daher hier ausdrücklich der Rhein-Zeitung zugeschrieben.
Für UL-Piloten ist der Fall vor allem als Erinnerung an die nüchterne Unfallaufarbeitung relevant: Einzelne technische oder digitale Spuren ersetzen keine belastbare Ursachenfeststellung. Aus den vorliegenden Quellen lassen sich keine Schlüsse zum Ablauf oder zu möglichen Ursachen ziehen.
Quellen: Rhein-Zeitung, Polizeidirektion Wittlich / Presseportal
Kurz notiert
Garmin-Webinare: kostenloser Avionik-Service mit UL-/Experimental-Bezug
Garmin bietet laut aerokurier von Oktober bis Dezember 2026 kostenlose deutschsprachige Avionik-Webinare an; sie werden demnach nicht aufgezeichnet. Für UL- und Experimental-Piloten ist besonders der noch anstehende Termin am 3. Dezember um 17 Uhr zu Garmin AXIS relevant. Weitere offene Termine betreffen am 29. Oktober G1000-Upgrades, am 25. November GFC-500/GFC-600-Autopiloten und am 10. Dezember AXIS für zertifizierte Flugzeuge. Garmin hatte AXIS im Juli als neue integrierte Flight-Display-Familie auch für Experimental- und LSA-Flugzeuge vorgestellt. Anmeldelinks und Verfügbarkeit sollten vor Teilnahme praktisch geprüft werden.
Quellen: aerokurier, Garmin Newsroom
Rotax 912 i, 915 i, 916 i: älteres ASB bleibt als Seriennummerncheck wichtig
Rotax führt weiterhin ein Alert Service Bulletin vom 20. Dezember 2024, Revision 1, zur Inspektion beziehungsweise zum Austausch der Oil Spray Nozzle bei bestimmten 912 i-, 915 i- und 916 i-Motoren. Betroffenheit hängt von Seriennummern, Teilehistorie und bereits erledigter Wartung ab; es geht also nicht pauschal um alle Motoren dieser Reihen. Rotax nennt als Grund eine mögliche Blockage der Düse durch Fertigungsabweichungen beziehungsweise zu viel Loctite, mit Risiko unzureichender Kühlung und möglicher Schäden an beiden Generatoren. Bis zur Prüfung verlangt das Dokument vor jedem Flug eine Kontrolle der Battery-Backup-Funktion; Details gehören ins aktuelle Rotax-Dokument, Motorlogbuch und in die autorisierte Wartungsbetreuung.
Quellen: Rotax iRMT / Rotax documentation, BRP-Rotax GmbH & Co KG
Gundelsheim: schwerer UL-Unfall Anfang Oktober, belastbare Ursache nicht absehbar
Der tödliche Absturz eines zweisitzigen Ultraleichtflugzeugs bei Gundelsheim ereignete sich bereits am 4. Oktober 2026; in der Berichtswoche lag kein neuer offizieller Nachtrag vor. Laut Polizei hatte die Besatzung kurz vor 12 Uhr die baldige Landung angekündigt, die Maschine sei aus unbekannten Gründen durchgestartet, an einem Zaun hängen geblieben, mit einem Baum kollidiert und in Weinbergen abgestürzt. Beide Insassen kamen ums Leben, das UL brannte vollständig aus. Der SWR berichtete am 10. Oktober, Polizei, Staatsanwaltschaft und BFU ließen Gutachten erstellen; belastbare Ergebnisse zur Ursache seien frühestens in etwa einem Jahr zu erwarten. Der Grund für das Durchstarten und der weitere Ablauf bleiben offen.
Quellen: Polizeipräsidium Heilbronn / Presseportal, SWR Aktuell
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Fazit
Die Woche zeigt weniger neue Technik als nüchterne Pflichtarbeit: offene Unfalluntersuchungen, saubere Quellenlage und konkrete Checks für Cockpit und Motor bleiben für die UL-Praxis entscheidend.
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