News vom 12.10.2026

UL-Woche: Schwarzheide sammelt für den Rechtsstreit, Swift 100R mit UL-Vorbehalt

UL-DIGEST Wichtige News aus der Ultraleichtfliegerei im Überblick KW 4105.–11.10.2026

Der geschlossene Sonderlandeplatz Schwarzheide/Schipkau rückt erneut in den Fokus: Der Aero-Club wirbt um Spenden für den Rechtsstreit um Gelände, Mietvertrag und Zukunft des Flugbetriebs. Außerdem in dieser Woche: neue EASA-validierte Swift-100R-STCs, die für UL nicht automatisch gelten, und strengere französische Nachweise für leistungsstarke Klasse-3-ULM.

Schwarzheide/Schipkau: Spendenaufruf für den Kampf um den Flugplatz

Der Streit um den früheren Sonderlandeplatz Schwarzheide/Schipkau hat in der Berichtswoche eine neue sichtbare Entwicklung bekommen: Der Aero-Club Schwarzheide bittet öffentlich um Unterstützung für den laufenden Rechtsstreit. Das fliegermagazin berichtete am 7. Oktober über den Spendenaufruf. Seit Oktober 2024 ist der Flugbetrieb laut Bericht verboten, nachdem die Betriebsgenehmigung erloschen ist.

Im Kern geht es nach der Darstellung im Bericht um einen Mietvertrag bis 2030 samt gerichtlich bestätigter Verlängerungsoption bis 2040. Dem gegenüber stehen Pläne der Stadt Schwarzheide und der Gemeinde Schipkau für ein Industrie- und Gewerbegebiet auf dem Flugplatzgelände. Die genaue prozessuale Lage, Fristen und Erfolgsaussichten lassen sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend bewerten; Positionen von Verein und Kommunen sind sauber zu trennen.

Für deutsche UL-Piloten ist der Fall weniger wegen eines einzelnen Platzes interessant als wegen der Signalwirkung. Sonderlandeplätze sind oft Vereinsinfrastruktur, Ausbildungsort, Heimatbasis und Teil der regionalen VFR-Versorgung. Wenn Flächenkonkurrenz, Betriebsgenehmigung und Prozesskosten zusammenkommen, wird daraus schnell eine Grundsatzfrage für Luftsportvereine und Halter weit über die Lausitz hinaus.

Quellen: fliegermagazin, GoFundMe / Aero-Club Schwarzheide

Kurz notiert

Swift 100R: EASA validiert erweiterte FAA-STCs, aber keine pauschale UL-Freigabe

Der DAeC meldete am 9. Oktober, dass die EASA erweiterte FAA-Zulassungen für den bleifreien Kraftstoff Swift 100R validiert hat. Die zugrunde liegende Swift-Mitteilung nennt AML/STC-Erweiterungen für mehr als 1.600 Flugzeugmodelle und 1.200 Motorentypen sowie Verfügbarkeit an acht Flugplätzen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien; eine öffentliche Tankstelle in Hildesheim sei seit Ende September in Betrieb. Wichtig für UL-Halter: Aus STCs für EASA-zugelassene Flugzeuge und Motoren folgt keine automatische Freigabe für deutsche UL. Maßgeblich bleiben Gerätekennblatt, Betriebsgrenzen, Motorfreigaben und Herstellerunterlagen.

Quellen: DAeC / Swift Fuel GmbH PDF, DAeC

Frankreich: Zusätzliche Nachweise für leistungsstarke Klasse-3-ULM

Die französische ULM-Behördenseite für Hersteller wurde am 5. Oktober aktualisiert und verweist auf seit 1. Oktober geltende zusätzliche technische Anforderungen für neue Identifikationsfiche-Anträge bei Klasse-3-ULM mit Flächenbelastung über 45 kg/m² und VNE über 250 km/h IAS. In bestimmten Fällen sollen Nachweise aus anerkannten Lufttüchtigkeitscodes, insbesondere zu Flug und Struktur, erforderlich werden. Für deutsche Privatpiloten ist aus den geprüften Quellen keine neue operative Einflugregel erkennbar; relevant ist die Änderung vor allem für Hersteller, Importeure und Halter mit französischer Identifikation oder größeren Änderungen.

Quellen: Ministères Transition écologique / DGAC-DSAC, Ministères Transition écologique / DGAC-DSAC

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Fazit

Eine kompakte Woche mit klarer Infrastruktur-Spitze: Schwarzheide zeigt, wie verletzlich Luftsportstandorte werden können. Die beiden Technik- und Zulassungshinweise bleiben wichtig, verlangen aber sorgfältige Einordnung statt schneller Ableitungen für den eigenen UL-Betrieb.

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