Flugwetter-Kurs

Forum - Wetter & Meteorologie
  • Da der bestehende Thread zu alt für mich als ′unerfahrenen′ User war, eröffne ich hier einen neuen.

    Es geht um die Diskussion hier:

    https://www.ulforum.de/ultraleicht/forum/6_wetter-und-meteorologie/9269_moeglichkeiten-moderner-wetterprognosen/seite-1.html

    und insbesondere um die Antwort von AndreaVK auf Seite 2:

    Wenn Interesse besteht kann ich mir vorstellen über einen eignen Thread einen "kurs" aufzubauen. Von den Grundlagen an.
    Ich bin natürlich keine Fluglehrerin aber vielleicht schaffe ich es wenn von mehreren das Interesse besteht zumindest nach und nach das Thema aufzuarbeiten um die wichtigsten Positionen anzusprechen, zu erklären und soweit mir möglich die Fragen zu beantworten.

    Ich unterstelle in dem Thema relativ fit zu sein aber natürlich nicht perfekt.

    Vielleicht würde das helfen?
    Und ich rede tatsächlich nicht von "ruckzuck" sonder einfach nach und nach das Thema zu erarbeiten....

    Soll ich das mal angehen?

    Ich gehöre leider auch zu den Kandidaten, die sich mit der Beurteilung des Wetters schwer tun, insbesondere, wenn es darum geht, das Wetter in den nächsten Tagen einzuschätzen und darauf ne Reiseplanung aufzubauen. Ich habe gestern hier einige Wetterthreads gelesen und irgendjemand hat es da sinngemäß so formuliert, dass in der Ausbildung meist schon der relevante Stoff vermittelt würde, dieser aber wohl dann einfach nicht beim Schüler angekommen wäre. Vermutlich ist es so, mir war in der Ausbildung schon klar, dass Meteo mein schwächstes fach ist und ich bin über das Auswendiglernen der Fragen mit 0 Fehlern durch die Prüfung gekommen, aber wirklich verstanden, wie ich mir das Wetter gut vorbereiten kann, habe ich nicht.

    Klar, auf Windy die aktuellen Bedingungen anschauen, mir GAFOR kurz vorm Flug anzuschauen, Wolkenuntergrenzen kurzfristig zu checken und Sichten zu überprüfen, auch die METARs in der Nähe anzuschauen und halbwegs zu dekodieren, das bekomme ich noch hin. Das reicht für nette kleine Ausflüge in der Umgebung, wenn man nur bei Top-Wetter rausgeht. Aber heute einschätzen, ob ich kommenden Montag von Kamenz nach Fehrbellin fliegen kann, erscheint mir gerade schon unmöglich, und das ist nichtmal eine wirklich weite Strecke.

    Insofern fände ich es klasse, wenn ein alter Hase hier nochmal eine fundierte Einführung geben würde. Deswegen zumindest von mir die Antwort an Dich, AndreaVK:
    Ja, ich würde mich total freuen, wenn Du das mal angehst.

    Ich wäre auch über jeden Tipp dankbar, wenn jemand ein Wetterseminar empfehlen kann, ich bin durchaus bereit, für eine gute Ausbildung auch Geld zu bezahlen. Ich überlege gerade, mich dafür beim Online-Seminar des DWD anzumelden, das findet wohl kommenden Samstag statt. Mich schreckt allerdings schon ab, dass das 76,50 kosten soll, im Shop mit 0,01€ ausgepreist ist und man dann 7650 Einheiten des Seminars kaufen muss. Wenn das Seminar ähnlich dilettantisch aufgebaut ist wie der Shop und der ganze Internet-Auftritt, ist das rausgeschmissenes Geld... Hat das jemand schon gemacht und kann seine Erfahrungen teilen?

  • Hallo,

    ich habe aus genau Deinen Gründen den Kurs belegt und war sehr zufrieden.

    Man bekommt die Vorträge auch per PDF zum Nachlesen.

    Fragen (auch doofe) konnten jederzeit gestellt werden.

    Also: Ganz klare Empfehlungen! 

    Und nein, ich bin nicht mit dem DWD verheiratet.

    Viel Erfolg,

    Peter

  • Moin,

    Ich stelle mal die These inden Raum, 30 Mindestflugstunden gab mindestens 30 mal die Möglichkeit eine komplette Flugvorbereitung incl. Wetter mit dem Lehrer durchzuführen. Klingt zwar übertrieben für Platzrunden aber üben lehrt am besten, man sollte auch in der Ausbildung seine Wünsche und Ziele äußern.

    In deinen Fall leider zu spät aber sicher gibt es an deinem Platz einen Verein mit Lehrern u d erfahrenen Piloten. Nach Hilfe fragen kostet nix.

  • Belchman schrieb:
    Ich stelle mal die These inden Raum, 30 Mindestflugstunden gab mindestens 30 mal die Möglichkeit eine komplette Flugvorbereitung incl. Wetter mit dem Lehrer durchzuführen.
    Meinst Du nicht im Ernst? Für Lokalflüge machst Du eine komplette Flugvorbereitung? Vielleicht noch mit Winddreieck für den Gegenanflug?

    Na das gibt aber beim Schüler ein prima Datenoverflow, fliegen lernt der an dem Tag erstmal nicht...


    Belchman schrieb:
    Klingt zwar übertrieben für Platzrunden
    Das ist wohl wahr...

  • im Web findet man noch einen anderen Anbieter:

    http://www.flugwetterseminare.de/

    Mit dem ich allerdings (noch) keine Erfahrungen habe.

  • Belchman schrieb:

    Moin,

    Ich stelle mal die These inden Raum, 30 Mindestflugstunden gab mindestens 30 mal die Möglichkeit eine komplette Flugvorbereitung incl. Wetter mit dem Lehrer durchzuführen. Klingt zwar übertrieben für Platzrunden aber üben lehrt am besten, man sollte auch in der Ausbildung seine Wünsche und Ziele äußern.

    In deinen Fall leider zu spät aber sicher gibt es an deinem Platz einen Verein mit Lehrern u d erfahrenen Piloten. Nach Hilfe fragen kostet nix.

    Dann hast Du meinen Roman vermutlich nicht richtig gelesen.

    Ne Flugvorbereitung für den aktuellen Tag in naher Umgebung kriege ich hin. Was ich nicht drauf habe, ist eine mittel- oder langfristige Einschätzung der Wetterlage und auch für einen langen Streckenflug fühle ich mich nicht ausreichend gewappnet.

    Der Theoriekurs hat es bei mir nicht gebracht - und das will ich gar nicht dem Lehrer vorwerfen, liegt vermutlich viel mehr an meiner Unlust zu der Zeit, sich mit dem Thema wirklich zu beschäftigen. Je länger ich aber jetzt an eigenen Flügeln hänge, desto wichtiger ist es mir. Genau deswegen frage ich ja jetzt hier nach Hilfe. Und da bringt mir ein destruktives ′hättest Du mal richtig aufgepasst′ wenig, deswegen bitte ich um ein konstruktives ′so kannst Du es auch jetzt noch lernen′.

    @Peter:

    Vielen Dank für das Feedback, dann werde ich den Kurs mal buchen.

  • Steffen_E schrieb:
    Meinst Du nicht im Ernst? Für Lokalflüge machst Du eine komplette Flugvorbereitung? Vielleicht noch mit Winddreieck für den Gegenanflug?
    Doch mein voller ernst. Mit Lehrer hinsetzten und das Wetter durchgehen (WInd und Wolken, LL-SWC, METAR/TAF). Es geht nicht um Winddreick, einfach welches Wetter haben haben wir und wie kann es sich entwickeln während wir fliegen. Ist in Norddeutschland manchmal sehr hilfreich. 
    Dschonny schrieb:
    Was ich nicht drauf habe, ist eine mittel- oder langfristige Einschätzung der Wetterlage und auch für einen langen Streckenflug fühle ich mich nicht ausreichend gewappnet.
    Mittel- und langfristig hilft die das lesen der GAFOR 3 Tages Prognose. Viel weiter im Voraus wird schon schwieriger immerhin gibt es 7 Wettermodelle. Grundsätzlich kannst du dir aber folgendes merken, willst du wissen wie das Wetter morgen wird, geh morgen raus und wen du schnell wohin willst fahr mit dem Auto das Wetter könnte schlecht werden.

    Für einen langen Streckenflug ist es natürlich vorteilhaft einen pcmet Zugang zu haben, aber Grundsätzlich auch hier Wetter, Wind und Wolkenmodelle, LL-SWC, Alternates einplanen und den METAR/TAF anschauen. Und ganz wichtig rechtzeitig Umkehren ist auch eine Option, wir sind keine Berufspiloten die Menschen oder Fracht abliefern müssen.  

  • Belchman schrieb:
    Doch mein voller ernst.
    Du bist aber selbst kein Lehrer, oder?

    Wenn Du Dich JEDESMAL mit dem Schüler mit einem Wetterbriefing auseinandersetzt, wenn für die Planung des Fluges ein Blick aus dem Fenster reicht, wirst Du ein erhebliches Lernzielproblem haben. Bis geflogen wird sind die Leute komplett verloren, von der Lust zum weiteren ganz abgesehen.

    Sowas kann man oft genug machen, wenn das Wetter auf der Kippe ist.

    Hat aber alles herzlich wenig mit dem langen Wetterblick zu tun, das ist was ganz anderes. 

  • Hallo Dschonnny,

    mach den Kurs, berichte was du alles gelernt hast (nur das Wesentliche). Nach einem Jahr berichte wieder ob du jetzt ein besserer "Wetterprophet" bist.

    Ich habe mich Jahrzehnte mit dem Wetter beschäftigt, habe unzähliche Bücher darüber, viele Seminare besucht, habe Sportarten ausgeübt die weit mehr vom Wetter abhängig sind als das motorisierte Fliegen. Was ist geblieben: Es ist nicht das Wichtigste was man lernt sondern wie man das Gelernte umsetzt. Und dazu ist die Relevanz des Gelernen zur Gesamtfrage entscheidend. Ähnlich wie man erfolgreich und gezielt bei einer Fehlersuche vorgeht.

    Die meisten Landwirte haben ein besseres Gespür für das Wetter als so mancher Pilot. Warum, weil sie Anzeichen von Wetterlagen interpretieren können (Basics) und sich nicht in Details verstricken. Im übrigen, wenn dir der Zugang zum Wetter irgend wie verwehrt ist - was den Lehrinhalt bei der Pilotenausbildung betrifft, dann beschäftige dich mal mit dem Wetter aus der Sicht einer anderen Interessensgruppe - vielleicht die der Landwirte.

    Wenn die Relevanz der vielen Details bezüglich Wetter vermittelt werden, dann ist der Kurs sinnvoll. Sag unbedingt Bescheid, so alt kann ich nicht werden um noch was dazu lernen zu wollen. Vielfach sieht es aber so aus: Heute lernen wir was über H und T, morgen lernen wir was über Temperturen und Temperaturgradienten, übermorgen über lokale Wetterphänomene und und und. Jedes Thema für sich ist richtig, Interessant und ganz ganz wichtig. Aber alles häng zusammen und kann nicht isoliert gelehrt werden. Klar steigt dann der Eine oder Andere aus wenn die Sätze nicht kurz sind sondern Konjunktive und mehrere Schachtelsätze enthalten. Geht aber nicht anders. Ich will den weltweit anerkannten Klugxxxxxx nicht zitieren aber "komplexe Zusammenhänge muß man einfach erklären aber komplexe Zusammenhänge zu vereinfachen macht sie falsch". Das ist die Krux eines Lehres, Gute Lehrer und Lehrgänge sind selten, gute Schüler noch seltener weil die meisten nur ja und nein, gut und böste, wichtig und unwichtig, richtig und falsch, hören wollen.

    Die äußert interessanten Details (Isobaren, Satelitenbilder, Wettermodelle usw...) sind für den Spezialisten hilfreich der die Basics schon im Blut hat. Soweit muß man aber erst mal kommen. Die Basics  sind aber meistens zu profan sodaß man, um die Sache wichtig zu machen, schon mal mit den Details beginnt.

    Viel Erfolg und vergiss nicht zu berichten ob wir in einem Jahr auf deine Wetterexpertise bauen können.

  • So, Kurs heute gemacht, kurzes Feedback dazu:

    Das Seminar war in vier Blöcke aufgeteilt:

    • Flugplanung 3 Tage im Voraus -Wettermodelle, Wetterkarten, Meteogramme
    • Flugvorbereitung vor dem Abflug Teil 2 - Satelliten- und Radarbilder
    • Flugvorbereitung vor dem Abflug Teil 1 - GAFOR, LLSWC
    • Planung am Vortag - METAR, TAF, Flugwetterübersicht

    Die Reihenfolge war etwas komisch verdreht, da jeder Block von einem anderen Dozenten übernommen wurde und die Dozenten der beiden hinteren Teile vormittags Dienst hatten.

    Die beiden ersten Blöcke (vormittags) waren sehr spannend und voll mit interessanten Infos. Leider fehlt mir Vorwissen in der Meteorologie, um wirklich alles zu verstehen, aber es war trotzdem ein interessanter Einblick. Vor allem beim Thema Sat- und Radarbilder interpretieren waren viele spannende Infos dabei. Alleine diese beiden Themen hätten für mich locker den ganzen Tag einnehmen dürfen, auch die Dozenten waren sehr gut, regten zu Diskussionen an und gingen auf Fragen ein. Da man die Foliensätze bekommt, denke ich jedenfalls, dass es ein hilfreiches Nachschlagewerk sein kann.

    Die beiden hinteren Blöcke (nachmittags) waren für mich überflüssig. Ersterer, weil zuviel Zeit in GAFOR ging und darin nichts neues für mich vorkam. Kernaussage war, dass man Gafor bestenfalls für einen allgemeinen Überblick nutzen kann und warum das so ist. Der LLSWC-Part wäre für mich spannend gewesen, kam aber leider viel zu kurz. Der letzte Block, weil die Dozentin... naja, man soll ja lieber nichts über jemanden sagen, wenn man nichts gutes sagen kann. Vielleicht nur soviel: Haupthema war, wann Ammendments gemacht werden müssen. Es wurde mehrfach verschmitzt darauf hingewiesen, dass man ja nicht alles so machen würde, wie es eigentlich gemacht werden solle, dass die ursprünglichen TAFs auch schon gerne möglichst breit gehalten wären, damit man möglichst keine Ammendments machen müsse und das man sich ja generell auch nicht mehr Arbeit als nötig machen wolle.

    Ich habe irgendwann gefragt, warum die Flugwetter-Seite so benutzerunfreundlich gestaltet sein muss und ob man nicht im Jahr 2022 mal darüber nachdenken kann, dass man mit modernen Medien auch etwas mehr machen kann als statische Bilder oder bestenfalls Animationen über eine Bilderserie zu generieren und warum es bei einem für die Sicherheit in der Luftfahrt so wichtigen Thema nicht möglich ist, das ganze mal für einen Nicht-Meteorologen verständlich und nachvollziehbarer aufzubereiten. Da kam die Aussage, dass ihnen das sehr wohl bewusst sei, dieser Punkt in nahezu jedem Seminar angesprochen werden würde und man an einer deutlich moderneren Lösung arbeiten würde, die in nicht allzu ferner Zukunft kommen solle. Insbesondere wurden zu- und abschaltbare Layer, Zoom- und verschiebbare Karten und eine insgesamt modernere Präsentation genannt. Genauer wollte man es nicht sagen, denkwürdig fand ich die Aussage ′Wir sind nunmal eine Behörde, da dauert alles etwas länger′.

    Also, durchwachsen für mich, mit mehr Grundwissen hätte ich vermutlich mehr aus dem Kurs ziehen können. Dennoch bereue ich es nicht, ihn mitgemacht zu haben und habe zumindest eher eine Vorstellung davon, mit welchen Themen ich mich befassen muss, um gezielter das zu lernen, was ich gerne können würde.

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