Gewitter - Wie groß ist die Gefahrenzone?

Forum - Wetter & Meteorologie
  • Wenn wir bei "Möglichkeit für Gewitter" nicht fliegen, kommen wir den ganzen Sommer nicht in die Luft.

    Ich denke, man kann sich schon ein bisschen ran trauen bei voller Aufmerksamkeit. Aber immer in der persönlichem Komfortzone bleiben!

    Liebe Grüsse aus dem Süden!




  • Dieses Thema hat naturgemäß eine große Bandbreite. Eine Bandbreite, die wir mit unseren Leichtflugzeugen - und da gehört aus meiner Erfahrung eine E-Klasse genauso hinein - nicht haben, um Grenzbereiche auszuloten.

    Von daher sehe ich das deckungsgleich wie @Finisher, im Zweifel sehr weit drumherum oder - wenn das nicht geht - besser garnicht fliegen.

    Ich verstehe aber auch,  dass man sich manchmal einfach nicht sicher ist, ob das jetzt noch Safe ist oder nicht. Und/oder der Stalldrang groß ist....  

    Vor einiger Zeit war ich selbst in solch einer Situation auf dem Rückflug von Strausberg nach Rendsburg, bin ja auch nur ein Mensch. Eine lange Kette von kleineren Einzelgewittern mit Lücken bis zu 25km auf einer Linie Bremerhaven-Kiel, nordöstlich ziehend und abnehmend. Die mündliche DWD-Wetterberatung meinte, dass könnte ab Lübeck eng werden, aber wenn ich eine größere Lücke erwischen würde, dann könnte es gehen, besser wäre morgen, da hätte ich beste Rückseite. Ich bin dann trotzdem nach weiterer Beratung mit Kollegen am gleichen Tag gegen Abend losgeflogen und hatte mir überlegt, zur Not in Lübeck zu landen, wenn es zu eng werden sollte (nur: Wann ist es zu eng? Gretchenfrage...). Ich hatte dann kurz vor Lübeck das Drama vor Augen: Alles Oskar, aber eine relativ engmaschige Kette von abgegrenzten Gewittern zwischen mir und Rendsburg. Eine größere Lücke war dann zwischen Bad Segeberg und der NO Grenze der CTR HH. Diese Lücke war überschlägig 15NM breit. 10NM vor erreichen dieser Zellen hatte ich dann in klarer Luft und einer Höhe von ca. 2500ft fette Turbulenzen und UpDrafts von 3000ft/min ohne Gas und Knüppel vorn in klarer Luft und blauem Himmel, heftig, richtig Sch..... Bin dann so schnell wie es eben ging (ging sehr langsam) tiefer gegangen, da der C-Deckel von HH zügig näherrückte. Dort unten ließen dann die Winde zum Glück nach.  Die Luftbewegungen und Blitze in 7-8NM Entfernung auf beiden Seiten haben mich aber schwer beeindruckt, Spaßfaktor 0. Brauche ich nicht wieder. Das Ganze war definitiv nicht Safe. Und blöd von mir. Wie gesagt Faktor Mensch.  

    Wenn mich also jemand fragt, wie gefährlich sind Gewitter in welchem Abstand ist mein Resümee für mich seit dem: Bei Mutti übernachten, nen Tee kochen und das Spektakel in NDR aktuell angucken. Und dann am nächsten Tag bei Rückseite fliegen. Mit großem Spassfaktor.

    Thomas

  • Eben genau. Das Zauberwort heißt „Persönliche Komfortzone“

    und man fühlt sich bedeutend wohler wenn man einen Plan B parat hat. Sprich Alternate. 

  • Bohn Jon Bovi schrieb:
    Das Zauberwort heißt „Persönliche Komfortzone“
    Genau.
  • Und zum Thema "Überfliegen":

    Meine Erfahrung sagt mir, alles was wir mit UL überfliegen können, ist kein echtes Gewitter. Richtige, gefährliche Zellen sind weitaus höher, Teilweise bis FL300...

    Bei den beiden Bildern von meinem vorherigen Post war ich wohl etwa bei 5000 Fuss jeweils. Das verdeutlicht schon wie hoch die schweren Gewitter sind...

  • wosx schrieb:
    Ich habe den CB in geschätzt 20 km Entfernung umflogen, um die hohen Cumulus-Wolken zu überfliegen bin ich auf FL95 gestiegen.Es gab keinerlei Turbulenzen oder sonstige Probleme.

    Frage: War das eine richtige Entscheidung, war ich damit safe? Es ist nichts Ungewöhnliches passiert, trotzdem würde ich eure Einschätzung interessieren, wie weit von einem Gewitter man weg sein sollte, und ob vom Gewitter offenbar ausgelöste hohe Cumulus in der näheren Umgebung eine potenzielle Gefahr darstellen?

    Um nochmals die Frage des Threadstarters in Erinnerung zu rufen: genau zu dieser Frage habe ich mich mit meiner reichlich vorhandenen Erfahrung geäußert und diese hatte ich als E-Klasse - Flieger auf sehr vielen internationalen und nationalen Langstreckenflügen zwangsläufig gemacht. Mit einer voll ausgerüsteten Bonanza (inkl. Stormscope) unterwegs kann man davon sicher besser berichten, als ein UL-Flieger, welcher diese Seite der Fliegerei zu recht vermeidet. Was das mit "Diskriminierung" der UL-Szene zu tun haben soll, erschließt sich mir noch immer nicht.

    Nun bin ich als UL-Eigner und UL-Pilot auch der Meinung, dass man diese Wetterlagen tunlichst meidet, on top fliege ich damit äußerst ungern, diese Art des Fliegens ist für mich Geschichte.

  • sozusagen schrieb:
    Nun bin ich als UL-Eigner und UL-Pilot auch der Meinung, dass man diese Wetterlagen tunlichst meidet, on top fliege ich damit äußerst ungern, diese Art des Fliegens ist für mich Geschichte.
    Du fliegst mit UL ungern on top, oder hab ich den Satz falsch verstanden? Bei mir ist es umgekehrt, ich fliege on top wenn die Strecke lang genug ist dass der Aufstieg sich lohnt, und die Wolkenlöcher groß genug sind dass ständige Erdsicht gegeben ist.

    Gründe:

    • Keine Thermik
    • Wenig Traffic
    • Weiter Blick

  • Bohn Jon Bovi schrieb:
    Richtige, gefährliche Zellen sind weitaus höher, Teilweise bis FL300...
    Meistens noch deutlich höher!

    Vom "Überfliegen" kann man höchstens bei einem Cumulus congestus träumen, falls man nen Turbo hat. Dabei sollte man sich beeilen, denn der könnte sich rasch in einen CB verwandeln.

  • wosx schrieb:
    on top wenn die Strecke lang genug ist dass der Aufstieg sich lohnt, und die Wolkenlöcher groß genug sind dass ständige Erdsicht gegeben ist.

    Gründe:

    • Keine Thermik
    • Wenig Traffic
    • Weiter Blick
    Unter diesen Bedingungen auch gerne, ich meinte 8/8el unter mir. Falls man da runter muss, sollte man den Flug nach Instrumenten sicher beherrschen, ansonsten bleibt nur der Griff zum roten Hebel.

    Bei uns in den Bergen kann sich eine lockere Wolkenschicht innerhalb kürzester Zeit schließen, falls es sich um einen Staueffekt handelt.

  • maxmobil schrieb:
    Da war überhaupt kein CB im weiteren Umkreis, das war im Anflug in 4000ft zwischen ein paar ansonsten harmlosen Cu.
    Gerade in diesem Fall hätte das Stormscope Sinn gemacht. Ich habe erlebt, dass es bereits Blitze anzeigt, wenn der CB noch gar nicht voll entwickelt ist und die Entladungen zuerst nur innerhalb der Wolke passieren. Erst anschließend erreichen die Blitzschläge den Erdboden. Diese "Vorwarnfunktion" fand ich besonders hilfreich, weil man damit weiß, dass es da bald gefährlich wird.


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