Moin allerseits,
seitdem ich mit 4 oder 5 mal einen Hubschrauberrundflug machen durfte ist das Fliegen mein großer Lebenstraum. Jetzt mit fast 50 könnte ich ihn mir finanziell endlich zumindest mit einem UL-Schein erfüllen und möchte das nun angehen.
Leider gibt es da 2 Probleme die aber eigentlich keine sind:
Seit 17 Jahren Multiple Sklerose (seit 5 Jahren schubfrei) und ein ererbtes Restless Legs Syndrom. Das zumindest offiziell wohl schwierige daran ist wahrscheinlich das Pregabalin in eher geringer Dosis und Dopaminagonisten gegen das RLS.
Weder die Krankheit noch die Medikamente beeinträchtigen aus meiner Sicht meine Flugtauglichkeit.
Ich bin im Vollzeit-Schichtdienst als Notfallsanitäter im Rettungsdienst tätig, seit 28 Jahren, und kann nach wie vor problemlos (abgesehen davon daß man natürlich merkt daß man 49 und nicht mehr 20 ist..) in Stunde 17 eines 16-Stunden-Dienstes in Chaos und Lärm unter Zeitdruck eigenverantwortlich ohne Arzt in der Nähe iv-Medikamente inkl. BTMs in Patienten drücken und danach den 5,5t-RTW durch den Verkehr prügeln. Aussenwache mit Transportzeiten von 30 Minuten und mehr.
Ich mache jedes Jahr Motorradurlaub von 3.000km und mehr mit täglich mehreren Stunden auf dem Bock und habe auch mit der vollgepackten GS (die dann nicht so weit vom Leergewicht eines UL weg ist..) bei 36 Grad im Stadtverkehr von Genua (kleiner Navigationsfehler haha) z.B. keine Probleme die nicht jeder andere auch hätte.
Da kann ich auch mit 'nem UL irgendwo über'n Acker tuckern..
Auch in der Luft (ein Kumpel fliegt UL und nimmt mich ab und an mit) gibt es keine Probleme.
Die Dosierung des Pregabalins ist seit 17 Jahren gleich, die Dopaminagonisten mussten im Laufe der Jahre ab und an erhöht werden, aber all die bösen Nebenwirkungen treten nicht auf. Die Hauptdosis wird eh zur Nacht genommen. Kein Schwindel, Sekundenschlaf, fehlende Impulskontrolle etc. pp.
Ich lebe ganz normal und bin nachdem ich vor einigen Jahren mit Sport angefangen und 26kg abgenommen habe fitter als viele andere in meinem Alter und teilweise fitter als vor der MS.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich persönlich sehe kein Problem, das Risiko einer Sudden Incapacitation ist bei mir nicht höher als bei jedem anderen.
Natürlich hat man mal weniger gute Tage, aber die haben "gesunde" auch. Und genausowenig wie ich mich an weniger guten Tagen auf's Mopped setze würde ich mich eben in den Flieger setzen.
Ich habe mich nun sehr lange durch all den Medical-, Part.Med- etc-Kram gewühlt und denke es sollte möglich sein ein Medical zu bekommen wenn man denn einen Fliegerarzt findet der bereit ist sich mich "ganzheitlich" anzusehen.
Der Plan wäre ein Beratungsgespräch, schonmal "Stellungnahmen" von behandelndem Neurologen und vom Hausarzt mitbringen, vielleicht noch was vom Arbeitgeber.
Leider findet man nirgends mal Bewertungen oder Erfahrungsberichte was Fliegerärzte angeht und es gibt wohl "so'ne und solche"..
Um zu verhindern an einen zu geraten der direkt abwinkt und dadurch Zeit und Geld zu verbrennen würde ich also gerne mal nach Empfehlungen, idealerweise im Bereich NO-Nds, weiteres südliches Hamburger Umland ungefähr fragen.
Viel Blabla für die einfache Frage
Hi,
ich kann dir aus eigener Erfahrung Dr.Schaum aus Gelnhausen empfehlen!
Er ist auch selber passionierter Flieger und lässt sich sicher nicht auflaufen.
Siehe auch:
Viele Grüße,
FoxLima
Zwar sehr weit weg, aber Dr. Undritz in EDKB (Bonn-Hangelar) kann ich empfehlen.
Da kannst direkt mit Deinem Freund nen UL-Ausflug hin machen.
Da er keine ständige Praxis dort hat (wohnt quasi in Spanien),
ist eine Terminvereinbarung via Mail zwingend.
Mailadresse kommt gleich via PN.
Viel Glück!
UL Klasse bis 120 kg darfst Du ohne Medikal fliegen.
Dann reden wir natürlich vom Einsitzer.
Bestehst Du das Medikal nicht, dann darfst Du auch heine 120 Kg - Flieger fliegen, welche eigentlich kein Medikal benötigen.
Ist etwas verwirrend.
Ich wünsche Dir viel Glück und Kampfeskraft.
Gruß Kilo Lima
Ich würde auch Benjamin Schaum empfehlen, da kann man sicher auch erdtmal informativ die Wege und Möglichkeiten in einem Vorgespräch klären.
Mach doch einfach einen telefonischen Vortermin, als der Materie nicht fremde Person ist das doch gut zu klären.
Vielen Dank schonmal für die Antworten und Empfehlungen, auch für den Tip mit der 120kg-Klasse.
Das war schon bekannt, aber ich denke da wäre ich dann tatsächlich raus..
Habe mir das Video von Dr. Schaum angesehen, wirkt ja durchaus sympathisch.
Ich werde die Möglichkeit im Kopf behalten, allerdings bin ich tatsächlich nicht traurig falls noch Empfehlungen deutlich näher am Norden kommen würden.
Nach Gelnhausen wäre es im Endeffekt schon eine ziemlich unpraktische 2-Tages-Reise und bei unserem räudigen Dienstplan nur schwierig umzusetzen. Würde ich für′s Fliegen natürlich auf mich nehmen, aber wie gesagt, wenn es noch jemanden gibt der für mich besser zu erreichen wäre ruhig noch her mit den Tips.
Danke allerseits
Vermutlich sind viele Fliegerärzte total in Ordnung, die viel größere Unbekannte ist dabei oft das LBA welche sich bei einem Verweise leider (!) überhaupt nicht den Menschen und die Gesamtsituation anschauen. Stattdessen kriegt man den Arzt vom LBA nie zu Gesicht und nie ans Telefon und es wird nach Aktenlage entschieden.
Aus meiner Sicht greift das aber nicht selten zu kurz, zu pauschal und zum Nachteil des Individualfalls.
Also wünsche dir in erster Linie Glück dass das LBA keine Probleme macht. Der Arzt, insbesondere wenn du den Empfehlungen der Kollegen hier nachkommst, wird in den selteneren Fällen das Problem sein.
Wichtig ist nur: Keinen "echten" Medicalanlauf machen ohne vorher im Rahmen eines Vorgesprächs (also praktisch ein simuliertes Medical) sicherzustellen, dass man es auch besteht. Einmal durchgefallen und der riesen Mist geht los.
Chris
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