Unbeleuchteter Flugplatz bis Sunset oder Bürgerliche Dämmerung?

Forum - Luftrecht
  • Warum immer so ein Aufriss in Deutschland. Wenn beim Fliegen etwas schief geht, dann ...

    ... gefährte ich Mensch und Tier unter mir. Zum Bsp. wenn mir im Landeanflug über besiedeltem Gebiet der Sprit ausgeht. Gibt genügend solcher Platzrunden: Bonn Hangelar, Freiburg, Mannheim, Schönefeld, Salzburg, u.v.m.

    War da nicht was auf der Wasserkuppe... ?

  • Hallo ihr alle,

    hab da auch meine Erfahrung bei gutem Wetter sammeln müssen.

    Start in EDRK - Koblenz kurz vor SS mit gerade eben eingeschalteter Bahnbeleuchtung. Abheben und dann Richtung 350 nach Hause. Frequenz von zu Hause rasten  -  ups  -  kein Licht und ich sehe die kleinen Zahlen der Frequenz nicht mehr. Wie gesagt kurz vor SS und nicht SS plus 20 oder so! Auch die anderen Instrumente sind auch ohne Beleuchtung und ich kann sie nicht wirklich erkennen. Also "Blindflug" was die Motorüberwachung angeht für ca 20 - 25 Minuten von Koblenz bis Weilerswist. Die Richtung zeigt mir Gott sei Dank der Rhein und die Autobahn  -  nicht der Kompass!

    Frequenz ist eigentlich nicht wirklich ein Problem, weil auf Pos. - 1 Abgespeichert und somit schnell erledigt. Der Rest bleibt aber nach wie vor im Dunkeln. Dann Melden zu Hause - 10 Min. Süd-Östlich zur Landung. Inzwischen SS plus 15. Alle Wiesen sind grün und unser Platz und die Hallen auch. Keine Bahnbeleuchtung lediglich die Rundumleuchte von unserem Flugplatzauto und die kann ich immer noch nicht sehen. Jetzt wird es also richtig spannend. Der Flugleiter sagt mir er stellt das Auto links neben die Schwelle und ich bin auf eine kleine blinkende 12V Birne angewiesen die Bahn zu sehen  -  nicht zu finden!

    Also Anflug auf die 04, rechts neben der kleinen Lampe, die ich jetzt endlich deutlich sehen kann. Nur zur Erinnerung - keine Beleuchtung im Flieger - also auch nur bedingt gute Sicht auf die Geschwindigkeit. Kann die Schwelle nicht erkennen und unten ist es auch noch um einiges dunkler als da oben in 2500 ft.  Höhe. Daher mein Vorhaben, anfliegen in möglichst geringer Höhe und wenn die Schwelle erkannt wird, aufsetzen.  Ansonsten durch und neu machen. Muss aber jetzt auch noch lernen, dass ich die Höhe zum tatsächlichen Boden nicht wirklich einschätzen kann weil alles ineinander verschwimmt. Und das bei SS plus inzwischen 30. So bei 95 oder 100 am Stau sehe ich die Schwelle, Gas raus in 2 bis 3 Metern höhe über der kleinen 12 V Birne und vorsichtig die Fahrt raus ziehen und  -  und  -  endlich da ist der Boden bei fast Halbbahn. Inzwischen ist Punkt SS plus 30! 

    Mein Fazit  -  Ich habe fast 250 Meter gebraucht um den Flieger aus 2 oder 3 Meter Höhe an den Boden zu bringen. Bei erneutem Anflug wäre es ja noch dunkler gewesen und vermutlich nicht einfacher geworden. Muss ich nicht noch mal haben, passiert mir nicht ein zweites Mal.

    Das ist meine Erfahrung und die ist in meinem Kopf. Ganz gleich wie andere darüber denken oder reden.

    Gruss,

    Karl

  • Moin,

    Karl, bevor ich eine Brille bekommen habe konnte ich wenns dunkel war im Auto auch keine Instrumente mehr ablesen,

    ansonsten, ich bin schon sehr oft nach Sunset gelandet und konnte in meiner Eurofox meine Instrumente immer ablesen.

    Wenn natürlich der Himmel voller Wolken ist, dann ist es auch ansonsten sehr dunkel, nur bleibe ich da gleich am Boden.

    Stefan

  • Moin Stefan,

    ja das mit der Brille ist ne gute Idee. Aber ohne kann ich dank Laptop gar nix mehr lesen.

    War mir auch nicht bewusst, was da auf mich zu kommt. Daher - passiert mir nicht wieder. Und wie gesagt, ist in meinem Kopf und das ist fürs Erste genug.

    Gruss,

    Karl

  • Wie schon gesagt: Der Pilot darf eigenverantwortlich (Uiii!) entscheiden, ob es in der Dämmerung sicher ist zu fliegen. Und da ist die Entscheidung manchmal besser: Nein. 

  • Mag jetzt blöd klingen, aber ich hatte schon mein "Rentnerhandy" mit eingeschalteter "Schlüssellochsuchlampe" zwischen den Zähnen, um die Instrumente abzulesen. Das eigentliche Landen war nicht das Thema. Die mich vom Forumstreffen in Höxter vor 3 Jahren kennen, werden das bestätigen können. Da war ich auch so ein kleines bisschen später dran. ;-)

  • Karl + Stefan: Das mit den unbeleuchteten Instrumenten merkt man meist erst, wenn man im dunkeln draufguckt. Da hat man den berühmten Aha-Effekt, auf den man in dem Moment auch gerne verzichten kann. Das hast du klasse beschrieben, Karl! Ich habe das mal ähnlich erlebt und habe seitdem eine "Tastaturbeleuchtung" mit USB Anschluss dabei. Kostet nur kleines Geld, ist sehr leicht und nimmt keinen Platz weg. Hab ich das eine oder andere am auch schon gut gebrauchen können. Nur so als Tipp für künftige Dämmerungsflüge;=)

  • togo schrieb:
    Das mit den unbeleuchteten Instrumenten merkt man meist erst, wenn man im dunkeln draufguckt. Da hat man den berühmten Aha-Effekt, auf den man in dem Moment auch gerne verzichten kann
    Moin,

    och, so einen aha-Effekt hatte ich vor 5 Jahren auch schon mal, brauche ich auch nie wieder und ging zum Glück auch ohne Taschenlampe.



  • @ togo,

    ja da hast du wohl recht. Bei meinem Flieger kommt hinzu, dass die Motorinstrumente auf der rechten Seite sind. Gut und gerne eine Armlänge weg von mir.


    Und dann merkt man auf einmal, was da gerade passiert. Wie gesagt, hab meine Lektion gelernt und werde versuchen es besser zu machen. Vielleicht bin ich ja auch zu "Schissig", aber ich erkläre doch lieber warum ich nicht gestartet bin als wie warum ich im dunklen gegen den Mast geflogen bin. Sofern ich das dann noch erklären kann.

    Schönen Gruss,

    Karl

  • Ich bin mal SS+29 auf einer 350m Grasbahn, eingebettet in einem grünen Rübenacker, gelandet.

    NIE MEHR WIEDER !!

    Ich war ein wenig spät dran. Hatte Gegenwind. 1,5h Heimflug... In der Luft war noch alles easy. Vollmondnacht. Die Lichter der Häuser gingen an. Die Straßenlaternen leuchteten hell und warm. Wunderbar... Der Flugplatz klar erkennbar... Aber auf den letzten 10 Höhenmeter verschwanden alle Konturen und Anhaltspunkte. Schießgefühl. Nie mehr wieder!

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