Registrierung PLB

Forum - Luftrecht
  • Hallo Gemeinde,

    da Österreich nun statt eines ELT auch ein PLB akzeptiert, wollte ich mir das McMurdo Fast Find 220 GPS gönnen. Der Kauf ist kein Problem, aber die Registrierung in Deutschland.

    Wie ich gelesen habe, gibt es keine Stelle in D, die ein PLB registriert. Man kann nach GB ausweichen und dort registrieren lassen, was aber einen entscheidenden Nachteil hat. Im Falle einer Auslösung wird die Rettungskette nicht von D aus getriggert, sondern von GB aus. Dabei kann es (durch diesen "Umweg") zu einer Verzögerung von 30 min. kommen.

    Hat sich schon einmal jemand damit näher befasst und kann meine angelesene Theorie bestätigen oder hat evtl. sogar jemand einen besseren Weg gefunden?

    Ich bin auf Eure Erfahrungen/Gedanken gespannt.

    Eric

  • Ich habe schon seit Jahren ein Kannad xs3 hier und habe dieses ebenfalls in England registiert. Ob das jetzt wirklich ein Nachteil ist, weiß ich nicht. Das Notsignal über die Cospas/Sarsat Satelliten kommt eh in England an. Von dort geht dann der Notruf mit GPS-Position weiter an die Rettungsdienste. Hab mir das Ding damals gekauft, als ich im australischen Outback unterwegs war.

    Damals, als ich das xs3 gekauft habe, hat man sich über diese 30 Minuten aber auch nicht wirklich Gedanken gemacht. Da war man froh, daß es überhaupt irgendwie lief. In der Anleitung stand nicht umsonst drin: Je nach Abgelegenheit der Region, in der sie sich befinden, ist mit einer Rettung innerhalb von 8 bis 96 Stunden (also 4 Tage!) zu rechnen. Dauert ja schon mit etwas Pech eine gewisse Zeit, bis das nächste Mal ein Satellit über die Region fliegt, in der gerade die Notfunkbarke ihr Signal sendet.

    Und ja, ich hatte das Ding wie gesagt im Outback dabei, aber der Hintergedanke: "Junge, wenn Du hier Sch**** baust, mußt trotzdem noch 4 Tage durchhalten können, bis Hilfe kommt!" hat mich dann doch diverse Dinge etwas vorsichtiger angehen lassen. Und ja, sich simpel im Sand festzufahren kann in solchen Gegenden schon gefährlich werden, in denen einem mit Glück einmal am Tag ein Auto entgegenkommt.

  • Wie lange muss das ELT worst case senden, damit das Signal sicher empfangen wird?

    Chris

  • Moin,

    im worst case unendlich lange, weil Du in den bÄumen keinen bzw. kaum noch empfang hast. ;-)
    Habe mal nachgesehen, wiees mit den Alarmierungszeiten heute aussieht. Die Hersteller geben eine "durchscnittliche Alarmierungszeit" von 45 Minuten an, bis das Signal über einen Cospas/Sarsat-Satelliten bei irgendeiner Bodenstation wieder aufschlägt. Für den Worst-Case werden nur "mehrere Stunden" genannt.

    Aktuelle Geräte wrden immer kleiner, weil die Akkus immer kleiner werden. Üblicherweise halten die Batterien der ELTs heute 24 Stunden im Sendebetrieb. Das würde ich im worst case mal als Grenze sehen, was "mehrere Stunden" angeht.

    So ein ELT ist also nichts, um sofort Hilfe zu holen. Es geht eher darum den großen Sucheinsatz zu verhindern, der mitunter Wochen dauern kann ohne das Wrack zu finden. So haben wir z.B. vor einigen Jahren einen Gleitschirmflieger-Kollegen bei einem Unfall in den Alpen verloren. Seine Leiche haben Bergsteiger durch Zufall erst 4 Monate später gefunden.

  • Moin,

    hier kann man einiges nachlesen: Klick

    Wenn der Notfall in Deutschland ist, wird das Signal direkt zur SAR in Deutschland und nicht nach England gesendet.

  • Wie kann man nachprüfen oder testen, ob das ELT tatsächlich funktioniert und richtig programmiert ist? Ich meine nicht ob es auf 121,500 Mhz was sendet, sondern ob auch tatsächlich die korrekte gps Position uns der hexadecimal Code korrekt ausgestrahlt wird.

  • @Postbote

    << Wenn der Notfall in Deutschland ist, wird das Signal direkt zur SAR in Deutschland und nicht nach England gesendet. >>

    Hallo Stefan,

    woher weißt Du das? Ich habe nämlich, was PLBs angeht, Gegenteiliges gelesen.

    Gruß, Eric

  • Eric schrieb:

    woher weißt Du das? Ich habe nämlich, was PLBs angeht, Gegenteiliges gelesen.

    Gruß, Eric

    Moin,

    warum soll es bei einem PLB anders sein, es sendet doch ebenfalls auf 406MHZ.

    Eigentlich ist es doch sowieso egal wo das Signal aufgenommen wird, innerhalb weniger Sekunden ist es doch in der heutigen Zeit möglich, sowas quasi um den Erdball zu senden.

    Es ist doch sowieso völlig egal ob es beim LBA oder sonstwo registriert wird, wichtig ist doch, daß überhaupt was gesendet wird und eine Stelle die Notmaßnahmen einleitet.

    Gruß, Stefan

  • @cbk

    Ich habe mich mit dem Thema bislang nicht befasst. Daher eine Verständnisfrage: Warum hat man ausgerechnet in Bäumen keinen Empfang? In einem engen Tal kann ich nachvollziehen. Das kenne ich aus den Bergen, dass man dort keinen GPS Empfang hat. Aber in Bäumen?

  • @EDXJ:

    Die Epirbs kommunizieren mit Satelliten. Entsprechend braucht man freie Sicht gen Himmel. Die Sendeleistung der Notfunkbarken ist so gering, daß die Empfänger im Satelliten schon an der Grenze des technisch Machbaren sind, wenn es darum geht das Nutzsignal aus dem Hintergrundrauschen rauszufiltern. Wenn da jetzt noch zusätzliche Störungen (wie z.B. Laub der Bäume) den Signalweg stören, hat der Satellit keinen Empfang mehr.

    In der Anleitung meines Kannad xs3 steht jedenfalls in der Bedienungsanleitung, daß man das Gerät an einem Ort mit freiem Blick gen Himmel, am Besten noch auf einen kleinen Hügel, auf den Boden legen und die Antenne ausziehen soll, um die Kommunikation mit dem Satelliten zu ermöglichen. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß unter Bäumen kein Hilferuf abgesetzt werden kann.

    Einfach die Sendeleistung massiv erhöhen geht allerdings auch nicht, weil dann die Batterien keine 24 Stunden durchhalten und entsprechend größere Batterien das Gerät unhandlich machen würden.

    Wie gesagt, die Idee hinter den Dingern ist in absolut menschenleeren Gegenden (australisches Outback, schwimmend im Ozean) Hilfe zu alarmieren. Bis die dann da sind, vergehen im Zweifelsfall Tage. Der große Vorteil der Epirbs ist, daß sie gleich eine GPS-Position mitliefern und so die Helfer nur eine Fläche von 100m*100m "absuchen" müssen und nicht hunderte Quadratkilometer. Bei den Dingern ging es nicht darum innerhalb von wenigen Minuten Hilfe zu alarmieren, wenn man schwerst verletzt in der Botanik hängt und sich eh nicht mehr rühren kann. Es geht eeher darum denen, die den Unfall / Absturz überlebt haben, Hilfe zukommen zu lassen, bevor sie verdursten.

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