Segelflieger im Landeanflug

Forum - Luftrecht
  • BlueSky9 schrieb:

    >
    > aber man darf immer nach einer Empfehlung fragen, oder?
    >

    Das stimmt natürlich!  (es klang nur etwas anders :)


    >
    > Einfach funken "Yo, Segelflieger, was wollen wir machen?" klingt mir so brutal... :)
    >

    Stimmt, das mag wohl etwas "brutal" klingen, wäre aber zur Vermeidung
    eines möglichen Zusammenstoßes sicherlich OK gewesen...

    Zumindest den Kollegen hätte es wohl geholfen:

    klick

    ;-)

    Naja, vielleicht habe ich falsch ausgedruckt, aber inzwischen, mit fast 170 Stunden auf der Backe, habe ich verstanden, dass ich von einer INFO-Platz keine Freigabe bekomme... :D

    Wegen der Kollision in Koblenz: Scheiße!!!!! Es hätte eine genaue Beschreibung meines Falles sein können...

    Gut, wenn ich einen Segelflieger sehe, starte ich einfach durch...

    Danke euch allen!

    Luca

  • Wo ich Luca gut verstehen kann ist: Im Cockpit in einer nicht-standard-Situation faellt es auch mir manchmal schwer, sofort die beste bzw. richtige Loesung zu finden und spaeter ohne Stress fallen mir dann oft bessere Loesungen ein. Das hat auch wenig mit "Wissen" zu tun (man weiss es ja eigentlich), sondern mit Training/Erfahrung und wohl auch dem eigenen Charakter (eher forsch oder eher zurueckhaltend)...

    Sehr gut finde ich, dass er nachfragt und sich verbessern will, woraus auch Mitleser hier etwas lernen koennen.


    Chris

  • Was Luca berichtet ist auch bei uns in Worms ein Problem. Die Grasbahn und die Asphaltbahn liegen direkt nebeneinander, so dass ein paralleler Landeverkehr korrekterweise verboten ist. Nun haben wie eine Südliche Motorflugplatzrunde, eine nördliche Segelflugplatzrunde und zusätzlich die veröffentlichten Direktanflüge. Leider sind die Segelflieger im Landeanflug nicht auf der Platzfrequenz. Da passiert es schonmal , dass 3 Flugzeuge im Landeanflug aus verschiedenen Richtungen auf die "gleiche" Bahn anfliegen und nur 2 davon können sich über Funk abstimmen. Ich fühle mich in diesen Situationen nicht wohl und mache grundsätzlich keine Direktanflüge, obwohl aus Lärmschutzgründen eigentlich sinnvoll.  

  • Als Segelflieger und UL-Pilot kenne ich beide Seiten ganz gut. Es wird an den Flugplätzen und in den Vereinen relativ unterschiedlich gehandhabt, was die Positionsmeldung von Segelfliegern in der Platzrunde anbelangt.

    In der Ausbildung an meinem Heimatplatz wurden wir geschult keine Positionsmeldungen aus dem Segelflugzeug abzugeben. Auch an anderen Plätzen, wo ich hin und wieder als Segelflieger geflogen bin, war es durchaus unüblich, Positionsmeldungen abzugeben. An anderen Plätzen wiederum ist es gang und gäbe bei jedem Anflug die Position zu melden (also nicht den Gegenanflug oder Queranflug, sondern die "Position", was etwa 150-180m AGL querab der Pistenschwelle entspricht).

    In den letzten 13 Jahren habe ich mit dem Verfahren ohne Positionsmeldung keine negativen Erfahrungen gemacht, da die Platzrunde der Segelflieger fast immer innerhalb der Platzrunde der Motor-/UL-Flieger liegt bzw. genau spiegelverkehrt ist. Selbst im Endteil kommt man sich dadurch eigentlich nicht in die Quere, falls es zwei parallele Pisten für die motorlosen und die motorisierten Flieger gibt. Ansonsten gilt: Rausschauen und kommunizieren.  Ich bin zig Endteile im Segelflugzeug neben einem Motorflugzeug und umgekehrt geflogen (natürlich mit ausreichendem Abstand und leicht versetzt) ohne das es hier irgendwelche Probleme gab. Im Zweifel hilft hier eine Meldung wie "ich gehe auf die Hartbahn" oder "ich gehe auf Gras", damit der andere Pilot weiß, was die eigenen Absichten sind.

    Im Konfliktfall hat der motorisierte Pilot (egal ob er tiefer, höher, weiter, o. ä. ist) durchzustarten. Der Segelflieger kann dies aufgrund seiner fehlenden Motorisierung nicht tun. Auch kann man vom Segelflieger nicht erwarten, dass dieser den Anflug streckt oder einen 360 im Endteil vollbringt...

    Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier das A und O.

    Man kann sich darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist, dass an einigen Plätzen keine Positionsmeldungen von Segelflugzeugen abgegeben werden. Aber wie oben bereits geschrieben, in der Praxis gibt es hier kaum Probleme.  Wenn bekannt ist, dass es an einem Platz Segelflug gibt und der Flugleiter bestenfalls noch darauf hinweist, darf man sich nicht darauf verlassen, dass die Segelflieger ihre Position melden. Rausschauen in diesem Fall besonders wichtig.

  • Hallo Luca,

    auch wenn hin und wider der Eindruck entstehen kann, dass man gnadenlos "abgewatscht" wird und mögliche Fehler vorgehalten bekommt, freue ich mich, dass Du den Vorfall hier beschrieben hast, damit wir alle davon lernen können.

    Die Flugleitung mal zu fragen, was hier üblich ist, halte ich auch nicht für verkehrt (heißt ja schließlich "Info"... *grins*). Auf der Basis der Dir vorliegenden Informationen hast DU ja auch schließlich entschieden, nicht durchzustarten.

    Beide Flieger kann man weiterbenutzen = perfekte Landung.

    In dem von Bluesky verlinkten Bericht sind die Flieger Schrott aber es haben ja zum Glück alle leicht verletzt überlebt = immer noch ′ne "gute Landung".  :-)

    Gruß Lucky

  • expl0rer schrieb:

    Im Konfliktfall hat der motorisierte Pilot (egal ob er tiefer, höher, weiter, o. ä. ist) durchzustarten. Der Segelflieger kann dies aufgrund seiner fehlenden Motorisierung nicht tun. .............

    ..........Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier das A und O..........

    Man kann sich darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist, dass an einigen Plätzen keine Positionsmeldungen von Segelflugzeugen abgegeben werden. Aber wie oben bereits geschrieben, in der Praxis gibt es hier kaum Probleme....... 

    Moin Lucabert,

    erst mal danke für Deinen Beitrag.

    @explorer: Das ist klar, im Zweifel kann nur die Motormaschine durchstarten. Sie ist ausweichpflichtig. Das sollte man dan auch tun und durchstarten.

    Gegenseitige Rücksichtnahme ist natürlich das Gebot allen Handelns. Aber ich erlebe von Zeit zu Zeit auch bei Segelfliegern ungenügende Kommunikation und schlecht eingestellte Funkgeräte. Da wird schon mal die Batterie schwach und trotzdem geflogen. Und ich kann nicht einsehen, warum an engen Plätzen es nicht möglich sein sollte, klare Positionsangaben zu senden. Besonders dann, wenn man sich nicht an die Platzrunde hält.

    Wenn man damit "kaum Probleme" hat, dann ist das eine für mich seltsame Beruhigung. Es reicht ein Ereignis um eine Kollision ungewollt zu erleben. Eine zuviel. Und es ist dann völlig egal,  wie oft es vorher gut gegangen ist.

    Für mich ist an Plätzen wo Segelflug und Motorflug gemeinsam betrieben werden, einiges an Änderungen zur Sicherheit aller notwendig.

    Gerd

  • lucabert schrieb:
    Dein Satz über meinen zweiten Fehler kann ich wirklich inhaltlich nicht verstehen... Kannst du bitte anderes erklären?
    Gerne. Es geht um die empfundene Gefährdung. Bei gegenläufigen oder kreuzenden Kursen stimme ich Dir zu. Darin steckt Gefahr, das ist deutlich. Was aber ist bei parallelen Bewegungen? Der Segler hat keine Chance, deutlich nach links oder rechts wegzudrehen, schließlich will er ja auch landen und seine Energie ist endlich. Eigentlich kann er nur geradeaus. Du willst geradeaus und kämst doch im Wissen um den Flieger neben Dir nie auf die Idee, in seine Richtung zu drehen. Es ist ein wenig wie das Rollen zwischen zwei Hangars. Es ist zwar eng, aber da Du weißt, dass die Hangars nicht in Deinen Rollweg springen, machst Du dir deswegen keine Sorgen. Ähnlich ist das mit dem parallel landenden Flieger.

    @Lucky: Fehler hat die Eigenschaft FEHLER. Es ist kein blaffen, kein Zicken, kein blosstellen. Sicher kann man es verbal noch irgendwie weichspülen, was es aber nicht anders macht.

    Frank

  • Hallo Frank,

    Dann verstehe ich trotzdem nicht...

    Wenn ich also richtig gelandet bin (also, jeder auf seiner Piste), warum ist das ein Fehler?

    OK, gleichzeitige Starts und Landungen sind nicht gestattet, also, ich hätte durchstarten sollen, wie ich eigentlich bereit war zu machen/machen wollte.

    Wie ist dann die Sache, rechtlich gesagt? Wenn eine Sache prinzipiell von der Flugleitung nicht gestattet wird, aber dann per Funk gestattet wird, ist es gestattet oder eben nicht?

    Anderes gesagt: wäre es was passiert, hätte ich ein Problem gehabt, weil ich zusammen mit dem Segelflieger gelandet bin, da der Flugleiter das "gestattet" hat? Oder seine "Gestattung" war gar keins?

    Das ist genau der Punkt...

    Danke

    Luca

  • Frank, das ging nicht gegen jemanden, sondern ich wollte dafür plädieren, solche Vorfälle hier ins Forum zu stellen, damit wir alle davon lernen können. Dass unser Ton hier manchmal etwas rauher ankommt, und vielleicht den ein oder anderen abschrecken könnte, haben wohl alle gemerkt - dafür sind wir umso herzlicher...  *grins*

    Gruß Lucky

  • Ich habe den Flugleiter gefragt, weil ich wusste, dass ich von ihm eine Antwort bekomme.

    Den Flugleiter zu fragen was du tun sollst führt zu nichts, er kann deine Entscheidung nicht für dich treffen.

    Da der Segelflieger kaum gesprochen hat (ob er dann vorher ganz leise was gesagt hat oder jemand andere, kann ich gar nicht wissen. Das war so leise, dass kein Wort zu erkennen war) bin ich in dem Moment nicht zur Idee gekommen, ihn zu fragen. Im Landeanflug kann man natürlich auch nicht lange überlegen...

    Der Segelflieger hat keine Wahl. Bei dem gibt es nur eine Richtung: abwärts. Er wird also definitiv landen. Das heißt: Du musst auf jeden Fall weg da. Die einzige Entscheidung, die du an der Stelle noch treffen kannst ist, wohin du ausweichst. Ich wäre seitlich weg und dann durchstarten. Das mit Segelflieger oder gar jemand anderem per Funk groß abzusprechen ist reine Zeitverschwendung, erst recht wenn jemand sowieso maulfaul ist. Was nicht heißt dass du es nicht ankündigen solltest.

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