Fliegen ohne Flugleiter

Forum - Luftrecht
  • MtCenis schrieb:
    Der feine Unterschied zwischen Flugleiterservice und Bahncheckservice ist aber, dass der Bahncheckservice als Dienstleistung ja explizit die Überprüfung der Bahn bedeutet
    Das wäre in der Tat nur ein informeller Service ohne jeden daraus ableitbaren Haftungsanspruch. „Lieber Pilot, hab‘ grad mal nachgeschaut, Piste schaut nicht schlecht aus, probieren kannst du es mal, aber verantwortlich bist und bleibst du.“ 

    Chris
  • Moin,

    die Hauptaufgabe des FL ist das sicherstellen der Platztauglickeit inkl. Bahnzustand, Fremdteile einsammeln, mähen und Löcher füllen etc. Wenn ich an meinen Heimatplatz FL mache, brauche ich etwa ne halbe Stunde, um den Acker bereit zu machen, wenn gerade die Tage zuvor gemäht wurde, sonst halt deutlich länger. Die Idee, an einem an dem Tag noch nicht benutzten Grasplatz per tiefem Überflug festzustellen, ob der Platz landbar ist , ist zumindest spannend. Mit dem Trike geht es, aber im geschlossenen UL eher nicht. Es ist am Ende immer die Frage nach Wahrscheinlichkeiten. Wenn ne Stunde vorher jemand den Acker genutzt hat, dürften Feuchtigkeit und Grashöhe eher passen als wenn seit drei Tagen keiner mehr geschaut hat. Aber nur eventuell. Schaut doch mal zum Spaß in eure Platzzulassung, da steht drin, was zu tun ist, um den Platz zu nutzen. FoF ist viel mehr eine Frage der Zulassungsvoraussetzungen des Platzes als das Vorhandensein eines Menschen mit Funkgerät. Wenn den ganzen Tag Betrieb war, ist Abends FoF relativ entspannt machbar, weil der Status Quo des Platzes nur wenig anders sein wird. Morgens als Erster sieht es schon anders aus. FoF bei uns bedeutet, vor Abflug checkst du selber die Piste und stellst die Minimalanforderung zum Betrieb her. Das unterschreibst du mit deinem Eintrag im Hauptflugbuch. Und damit kommt auch das Thema Verantwortung zum Zug, der FL stellt sicher, das der Platz den Anforderungen entspricht, wahlweise bis jetzt der Pilot am Platz ohne FoF. Jetzt müsste entweder die komplette Haftungs- und Zulassungsfrage neu geklärt werden, oder die Gerichte machen das nach dem ersten teuren Vorfall. Da das immer auch auf den Platz zurückfällt, ist ( und ich wiederhole mich wie eine tibetanische Gebetsmühle ) es für bestimmte Plätze keine Option. Das hat nix und garnicht was mit Feigheit, Starrsinn oder Angst, Dummheit oder welche Vermutungen du anstellst zu tun, sondern mit der Realität.

    Gruss Raller 

  • Edit, falsch verstanden.

    Chris

  • raller schrieb:
    FoF bei uns bedeutet, vor Abflug checkst du selber die Piste und stellst die Minimalanforderung zum Betrieb her. Das unterschreibst du mit deinem Eintrag im Hauptflugbuch. Und damit kommt auch das Thema Verantwortung zum Zug, der FL stellt sicher, das der Platz den Anforderungen entspricht, wahlweise bis jetzt der Pilot am Platz ohne FoF. Jetzt müsste entweder die komplette Haftungs- und Zulassungsfrage neu geklärt werden ....
    Also nach der Logik ist doch FoF das Beste was dem Platzhalter passieren kann. Nach Deiner Logik steht er ja mit Flugleiter mit einem Bein im Knast, ohne Flugleiter aber nicht, sei es weil der Pilot unterschreibt (wie ist es dann eigentlich bei der Landung, oder fliegt ihr dann nur Platzrunden?), seil es weil er sich bei FoF der Haftung entziehen kann.
    raller schrieb:
    Jetzt müsste entweder die komplette Haftungs- und Zulassungsfrage neu geklärt werden
    Natürlich geht FoF mit einer Änderung der Betriebserlaubnis einher. Das muss aber nicht zum Nachteil der Betreiber sein. Im Gegenteil: Weniger Haftung, weniger Aufwand, mehr Verfügbarkeit und Landungen.
  • fl95 schrieb:
    Aerokurier:
    Das hier ist geil: "Die Abschaffung der Flugleiterpflicht wird unter anderem von der EASA beflügelt. Dabei geht es um die Informationen, die Flugleiter dem Platzverkehr über Funk geben. Denn nach EASA-Regularien sind an einem Platz lediglich drei Möglichkeiten für die Erfüllung von Flugsicherungsdiensten vorgesehen: die Flugverkehrskontrolle durch einen Lotsen, die Bereitstellung von Flugplatzinformationen durch einen zertifizierten Platzinformationsdienst (Aerodrome Flight Information Service, AFIS) – oder eben keines von beiden. Einen Flugleiter sehen die EASA-Bestimmungen gar nicht vor, weswegen dessen Rolle in einem Audit beleuchtet wurde. Das Ergebnis: Die Tätigkeiten überschnitten sich im Praxisalltag oft mit solchen, die eigentlich nur den zertifizierten AFIS-Diensten vorbehalten waren."

    Und: "Die Angabe von konkreter Windrichtung und -geschwindigkeit ist demnach gleichermaßen nicht gestattet wie die des QNH, der Temperatur oder des Taupunkts. Allenfalls "Starker Wind aus Westen" ist erlaubt. Ebenso wenig gehen Aufforderungen zum Durchstarten und Freigaben zum Rollen oder Queren einer Piste. Selbst "Eine Maschine befindet sich im Queranflug" überschreitet nach den Richtlinien bereits die Kompetenz des Flugleiters."

    Was ich schon immer sage: Die FL sollen sich aus dem Funk raushalten. Gebt ihnen die Landekladde oder den Schlüssel zur Tankstelle. Aber kein Funkgerät.


    Chris

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