Stephan2 schrieb:Das ist doch typisch für unser überreguliertes Land. Diese Überregulierung wird uns irgendwann mehr Freiheiten kosten als sie ursprünglich schützen sollte. Das beste Beispiel über das man sich heute noch totlachen kann, war die Übernahme von WhatsApp durch Facebook. Für Deutsche natürlich ein absolutes NoGo. Geht ja gar nicht. Kann doch nicht sein. Facebook verbrennen. Hilfe, rettet mich... So ging es in etwa ab...
Es ist schon ein Zeichen gewaltiger Dekadenz wenn man sich bis in diese Sphären mit sowas auseinandersetzen muss...
Das Beste daran war aber, dass fast jeder der Meinung war, sich über die Übernahme von WhatsApp so richtig lautstark beschweren zu müssen. Plötzlich wurde aus jedem ein Hobbydatenschützer. Alle fühlten sich gläsern und beobachtet - natürlich auch die (oder besonders die), die jeden Tag ihr Essen fotografierten, um es auf Facebook zu teilen. Es ging ein riesen Aufschrei durch das digitale Volk. Die Leute fühlten sich verarscht. Der Threema-Gründer wurde über Nacht zum Millionär. Trotzdem herrschte absoluter Unmut bzgl. des Megadeals. Kann doch nicht sein! Wir müssen richtig auf die Barrikaden gehen! Lass es uns ihnen allen zeigen! Lasst uns WhatsApp boykottieren! Nur wo lässt man seinen Unmut über den fehlenden Schutz der Daten am besten aus? Genau, auf Facebook :)
Sehr clever. Genauso clever, wie diejenigen, deren Auftrag es ist unsere Daten zu schützen. Da erinnert man sich doch gerne an den Datenschutzbeauftragten aus Hamburg, der mit großer Ankündigung einen Musterprozess gegen Google vorbereiten wollte, um deren Statistik-Tool Analytics datenschutzrechtlich den Hahn zuzudrehen. Das geht doch nicht. Es genügt nicht den Anforderungen des deutschen Datenschutzrechts. Es ist eh alles scheisse. Das lustige war jedoch, dass genau der o.g. Datenschutzbeauftragte das Tool ebenfalls auf seiner Homepage nutzte, um Besucher zu tracken. Da fragt man sich doch irgendwann mal, wo das Ganze hinführen soll. Es hat was vom Spruch: "Von hinten durch die Brust ins Auge". Die Überregulierung hierzulande kann an einem tollen Beispiel symbolisiert werden, welches ich gern nutze, um die deutsche Bürokratie zu beschreiben:
Ein Mann steht vor einem Leergutautomaten und möchte seinen Doesenpfand zurück. Er steckt eine leicht zerdrückte Dose in den Automaten. Der Automat reklamiert die leicht zerdrückte Dose und spuckt sie wieder aus. Der Mann richtet die Dose und steckt sie wieder rein. Der Automat akzeptiert die Dose und zerdrückt sie.
Ich bin mir persönlich eigentlich recht sicher, dass eine solche Anzeigetafel weder gegen deutsches Recht verstoßen würde, noch irgendjemandem Schaden zufügt. Und wenn jemand Angst davor hat, dass er vom Rentner XY angezeigt wird, weil der etwas illegales beobachtet haben soll und sich das Kennzeichen vom Monitor notiert, dann muss man entweder darüber nachdenken beim Fliegen ggf. tatsächlich gegen Regeln verstoßen zu haben oder sich entspannt zurücklehnen und auf die belastbaren Beweise warten, die tatsächlich zu einem Urteil führen.