Wir waren nur drei Prüflinge. Es sollten noch 14 junge Segelflieger geprüft werden, aber da wir auch BZF 1 er dabei hatten, hat die sehr nette Dame von BNetzA entschieden, dass wir drei erst die Praxis machen, dann zusammen mit den Anderen die Theorie und danach die Yougster dann ihren Praxisteil.
Vorausgeschickt: In Bremen gibt es verschiedene Prüfer (teilweise mit schwerer Ego-Störung). Wir hatten definitiv einen Netten!
Der Ablauf: Einweisung durch den Prüfer: - Genaue Hinweise, was er wann fragen wird - Keine Fallen - Freigabe zum Rollen = Freigabe zum Kreuzen aller Pisten (und das in Hannover :-)) - Bei "Landung frei" ist die Prüfung beendet - Kennung sollte jeder so wählen, wie er es gewohnt ist - Keine Sonderaufgaben (s.u.) - Keine ATIS (sprich SVFR musste nicht selbst erbeten werden) - Von ihm in der Freigabe genannte Mindesthöhe muss bei allen Meldungen beachtet werden (eigentlich selbstverständlich, hat er explizit genannt, scheint ein häufiger Durchfaller zu sein)
Der Abflug erfolgte exakt nach NfL, zwei Höhenangaben, ein Richtungswechsel, zwei Meldungen bei Höhendurchflügen. Bei den Meldungen wurde jeweils der Kurs abgefragt.
Beim Anflug wurde grundsätzlich der gewünschte Einflug verweigert. Dann Queranflug bzw. Timmi direkt erst in den Gegenanflug. Erneute Kursabfrage. Das war′s.
Der Prüfer hat ein festes, vorgegebenes Schema abgearbeitet. Ich habe ihn nach den Sonderaufgaben gefragt. Antwort: Das liegt im Ermessen des Prüfers (je nach Ego eben).
Bei den BZF 1 dann noch der englische Text aus der AIP und die sinngemäße Übersetzung. Der Prüfer war hier sehr, sehr gnädig (insbesondere mit dem Dritten im Bunde).
Theorie ist natürlich reine Fleißarbeit (OpenPPL).
Zusammenfassung: Mit diesem Prüfer hätte ich auch ohne große Vorbereitung (bis auf die englischen Gesetzestexte) bestanden (Was ja eigentlich nicht Sinn der Sache ist - aber wer weiß das schon vorher :-)).
Klingt gut und bringt mehr Sicherheit. Die nötige Routine kommt ja erst mit der realen Übung.
Apropos: ich hab mir letzte Woche den Spass erlaubt und auf dem Weg in den Harz für längere Zeit Hannover Langenhagen eingerastet. Verstanden hab ich höchstens 20%. Viele Piloten nuscheln in einer rasenden Geschwindigkeit ins Mikro, dass einem graust. Die Computerstimme von ATIS ist auch mehr Mysterium als Faktenübermittlung. Deutlich unterscheidbar waren unsere Flieger-Kollegen, die Privatpiloten. Langsam und deutlich, ab und zu auch etwas begriffsstutzig, was ich aber gut nachvollziehen konnte. Klingt bei mir wohl noch ähnlich. Gut dass wir mit den Controllern zu sprechen haben und nicht mit den Piloten der Airliner.
Gerd
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