wolfbiker schrieb:
und zum ersten Mal wurde mir etwas Uebel in dem kleinen Gefaehrt -
Das hatte ich in den ersten Stunden weil ich nur auf die Instrumente gestarrt hatte und draussen hats gewackelt.
Dann hat halt das Gleichgewichtsorgan nicht zu den Augen gepasst und ich habe mich übergeben.
Zum Glück war ne Tüte zur Stelle, aber dann war ich sofort wieder ok.
Das ging auch mal soweit das mir der Lehrer auf dem doppelten Glascockpit zeitweise die Instrumente zugedeckt hatte, er hatte die ja noch auf seiner Seite.
Dann sagt er - super gemacht, noch 2 - 3 Stunden und dann hast du dein ersten Solo. Was ?!? Also bei unserer Regierung hier bin ich ja manchmal echt sehr verzweifelt, aber ein UL Harakiri muss es dann noch nicht sein.
Naja, das kommt mir auch sehr früh vor.
Habt ihr euch felsensicher gefuehlt als ich das erste Mal alleine hoch seid?
Ich weiß nicht, ich hatte paar 100 Landungen oder so, der Lehrer war der Meinung das ich mal Solo platzrunden soll.
Tags darauf war der Chef der Flugschule am Platz, hat mit mir zwei Runden gedreht, angehalten "Biste fit? Dann machma."
Ich habe perfekte Platzrunden gemacht während der Chef unten mit dem Rastentraktor den Rasen gemäht und mir beim Funken zugehört hat.
Das war richtig cool. Vor allem zu merken wie schnell das Ding in die Höhe steigt wenn neben mal die 80, 90, 100kg fehlen.
@skyandheaven : Das freut mich sehr zu hoeren ! :)
@TobiasM : Scheint demnach normal zu sein
@Lensbert24 : Vielen Dank dir!
@DerKomtur: Du hast recht, bei diesem Flug war ich permanent auf den Instrumenten und dazu noch dehydriert. War gestern nochmal oben und keine Probleme mehr gehabt. Aber ja , ich denke auch dass man dutzende Landungen blind beherrschen koennen sollte bevor es alleine losgeht. Alle Manoever klappen mittlerweile sagenhaft aber den Endanflug versaue ich konstant. Da muss noch viel Arbeit ran. Zu hoch, zu niedrig, zu schnell, zu langsam. Ich bleib dran :-)
wolfbiker schrieb:Jo. Hatte ich sogar noch nach dem Erhalt der Lizenz. Irgendwann später kam dann plötzlich der Punkt wo so gut wie jeder Anflug (auch aus ungewöhnlichen Positionen) einfach so klappte. Keine Ahnung warum. Vorher musste ich mich immer extrem konzentrieren und ich war trotzdem nie wirklich zufrieden mit meinen Landungen und ab einem gewissen Punkt dachte ich mir "was hast du dich da früher blöd angestellt, ist doch ganz easy". Das braucht wahrscheinlich ein bisschen mehr Übung als nur die paar 10 h die man während der Lizenz macht.
den Endanflug versaue ich konstant. Da muss noch viel Arbeit ran. Zu hoch, zu niedrig, zu schnell, zu langsam. Ich bleib dran
wolfbiker schrieb:
Alle Manoever klappen mittlerweile sagenhaft aber den Endanflug versaue ich konstant. Da muss noch viel Arbeit ran. Zu hoch, zu niedrig, zu schnell, zu langsam. Ich bleib dran :-)
Wie geht nochmal der Spruch: Fliegen können heißt landen können?
oder "Eine Landung ist eigentlich ein kontrollierter Absturz" ;-)
Ich hatte in der Ausbildung gute und weniger gute Landung, und nach der Prüfung auch. Mit der Zeit kommt langsam die Übung, aber es wird immer "unterschiedliche" Landungen geben....sagt mein Lehrer....
Kürzlich bin ich nach vier Monaten mal wieder geflogen, weil der Flieger drei Monate ausser Gefecht gesetzt war.
Die Landungen waren nicht gefährlich aber ruppig, haben mir aber alle vier nicht gefallen, danach hatte ich keine Lust mehr.
Da habe ich wieder gesehen wie sich eine längere Pause auswirken kann.
So werde ich weiterhin wieder spätestens nach 4-6 Wochen Fliegen, wenn es das Wetter und die Jahreszeit zuläßt.
das ist die Einstellung...
@Michael_B : Ja , diesen Effekt kenne ich von anderen Hobbies , beim Gitarre spielen ist der Fortschritt auch nicht linear.
Man stellt sich an wie der erste Mensch und eines schoenen Tages oeffnet sich ein Knoten. Mein FL meinte , wir sind
zum Lernen da und nicht zum Perfektionieren , ich soll nicht erwarten gleich alles perfekt auf die Platte zu legen.
@DerKomtur : Genau diese Phrase war so ziemlich das erste , was mir der Kassera vermittelt hat ! :) Runter kommen sie alle ... ich glaube es gibt einen Sweetspot zwischen Pause und Ueben. Ich merke , wie mein Kopf non-stop damit befasst ist , zuviel Einheiten wuerden mich persoenlich ueberlasten.
@Steffen_E : Alles gesagt - ein bisschen lockerer durch die Hose atmen schadet nicht :)
Natuerlich geht es hier um Sicherheit , mein FL greift beim Endanflug aber immer gleich korrigierend ein , gerne wuerde ich mal versuchen das selbst irgendwie zu retten. Muss ich ihn mal drauf anhauen.
wolfbiker schrieb:Hä? Was war da nicht locker?
Alles gesagt - ein bisschen lockerer durch die Hose atmen schadet nicht :)
Erkennst Du die Anspielung vielleicht nicht?
Am Anfang der Ausbildung hatte ich Muffe vor jedem Seitenlüftlein, von mehr als drei Regentropfen.
Mein Heimatflugplatz ist Speyer.
Das ist ein größerer Platz mit gemütlichen 1600m Piste und Hangarhallen links und rechts der Piste.
Das heißt, bei Seitenwind gibts immer mehr oder weniger Turbulenzen.
Und ich habe in der Ausbildung zweimal ein Herbst mitgemacht, Zitat meines Lehrers mit einem Grinsen auf den Lippen
"Du darfst nich nur bei Schönwetter fliegen, du musst auch ma bei Kackwetter fliegen können".
Der Lehrer hat mich auch mal gezielt durch eine Regenwolke fliegen lassen, durch die man natürlich noch durchkucken konnte
"Komm wir fliegen mal durch die Waschstrasse".
Ja, man lernt es, und man hat weniger Angst davor, fühlt sich sicherer,
aber man muss trotzdem immer den Respekt davor behalten.
..ich glaub, das mit deinen Briefmarken wird nix mehr.... ;-)
Hallo zusammen,
@DerKomtur : Hehe ja, das Briefmarken Thema habe ich jetzt endgueltig auf spaeter vertagt - wenn es bis dahin ueberhaupt noch Marken gibt ;)
Kurzes Update von meiner Seite - hatte jetzt ungefaehr 8 Landungen komplett alleine gemacht. Der FL kam an, fragte ob ich fit bin und so. Klar, meinte ich. Okay dann fliegst du heute dein Solo - uff, das hat gesessen! Ehrlich gesagt habe ich mich noch nicht so bereit gefuehlt und haette evtl. noch etwas geuebt. Mein FL hat mir aber Auftrieb gegeben dass ich es durchgezogen habe und siehe da - es war die praechtigste Erfahrung die ich seit langem gemacht habe!
Paradoxerweise hatte ich waehrend des Solos einen Frieden in mir, der "nicht von dieser Welt war". Und es hat alles reibungslos geklappt. Selbstvertrauen +100 ! ;D
Also jetzt rede ich auch so wie meine Vorredner - Keine Angst vor dem Fliegen lernen, habt Geduld mit euch selbst, alles kommt Schritt fuer Schritt!