Ich möchte dieses Jahr endlich meinen Flugschein beginnen (auch wenn es wegen Corona ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt ist.)
Ich habe geplant den Schein in einen Verein zu machen nur überlege ich jetzt ob ich den Ul schein direkt machen soll oder zuerst den Segelflugschein.
Positiv beim Segelschein ist so wie ich es gelesen habe das 10 Flugstunden auf den Ul mit angerechnet werden und man auch keine Pasagierberechtigung mehr machen muss was dann natürlich auch wieder Geld spart.
Was würdet ihr vorschlagen welchen weg man gehen sollte
wenn du viel Zeit hast, mache Segelflug. Wenn Du weniger Zeit hast, mache UL im Verein und wenn Du ganz wenig Zeit hast, mache UL in einer kommerziellen Flugschule.
Deinem Nick entnehme ich, daß Du Jahrgang 1980, also 40 Jahre alt bist. Wie sieht es da mit Frau und Kindern aus?
Segelflug heißt leider, daß man in der Saison wirklich jedes Wochenende irgendwie am Flugplatz abhängt. Ich sage es jetzt so direkt und negativ, weil es ja nichts bringt, wenn wegen der Fliegerei dann die Familie zu kurz kommt und es am Ende um die Scheidung geht.
Mit dem Umweg über den Segelflug würde ich für die Lizenz mal mindestens 2 Jahre veranschlagen. In einer kommerziellen Flugschule dürfte es trotz Corona in einem Jahr machbar sein.
Ich habe selber den Schein in einer kommerziellen Flugschule gemacht und bin danach erst einem Verein beigetreten. In der kommerziellen Flugschule konnte man auch Mo-Fr Termine machen, da kam man einfach wesentlich schneller vorwärts.
Und bitte: Rechne nicht mit der Mindestflugstunden-Anzahl sondern frag den Fluglehrer mal wie viele Stunden der so im Durchschnitt veranschlagt. Meiner hat gleich gesagt, daß so 40-50 Stunden bis zum Schein schon ein realer Wert sind, wenn man vom Fußgänger zum UL-Piloten kommen will.
cbk schrieb:Meiner hat gleich gesagt, daß so 40-50 Stunden bis zum Schein schon ein realer Wert sind, wenn man vom Fußgänger zum UL-Piloten kommen will. Tja, kenne aber mindestens genau gleich viele, die etwa mit den Mindeststunden ausgekommen sind....kurz: sehr individuell
ich habe den Werdegang ähnlich hinter mir. Habe damals mit Segelflug angefangen, dann UL, TMG und zuletzt noch LAPL(A). Wenn Du über den Segelflug gehst, wird es einiges länger dauern, dafür wirst Du ein ordentliches "Arschgefühl" entwickeln. Der Umstieg auf UL ist dann tatsächlich ein Klacks. Hat bei mir genau einen Start mit Lehrer gedauert, das UL alleine zu fliegen. Dann noch die Zeiten abrattern und schon hast nen Schein mehr ;-)
Vom Segelflug her hat man eine sehr gute Basis und lernt gleich, dass einem nicht der Schweiß auf der Stirn steht, wenn der Ventilator vorn mal nicht dreht ;-)
Wie gesagt, es ist ein großer Zeitfaktor, wenn Du zuerst Segelflug machst. Ob Du am Ende sogar Geld sparst, hängt an den jeweiligen Vereinen. Ich bin wirklich begeisterter Segelflieger mit bestimmt 3 mal so vielen Segelflugstunden wie Motor/UL-stunden pro Jahr, muss aber auch dazu sagen, dass ich in meiner jetzigen Situation nicht die Zeit für eine Segelflugausbildung hätte (Beruf, Familie, Hausbau, ...). Der Segelflug ist wunderschön, man muss aber die Zeit übrig haben.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß beim neuen Hobby!
gelöschter User am 04.05.2020 um 10:11 Uhr bearbeitet
jaydee1980 schrieb: Hier noch mal eine Rechnung die ich in einen Verein...
In erster Linie kostet es Zeit! Die Flugzeuge sind / Std. relativ günstig. Fluglehrer werkeln zumeist ehrenamtlich. Windenschlepps sind günstig, dafür lernst du beim F-Schlepp sauberes fliegen
Die Kehrseite: Früh morgens am Platz zu sein ist zumindest moralische Pflicht. Vereinsgedöns/Flugzeuge ausräumen/Aufbauen/…) Für kurze Zeit in der Luft, wuselst du den ganzen Tag am Platz umher. Dazu kommen Arbeitsstunden für deinen Verein, sowie jährlicher Mitgliedsbeitrag, usw.
Würde ich trotzdem dazu raten, mit dem Segelflug zu beginnen? - JA! (siehe Michas Hinweise hierzu) Dazu kommt z.B. die Möglichkeit (nach Mindeststunden und Lehrgang) Kunstflug zu betreiben (Zugewinn an Sicherheit und Spaß ohne Ende)
Informieren kannst du dich z.B. auf Segelflug.de Allerdings bitte erst die (gefühlt) 3.000 Beiträge hierzu lesen, bevor du zu fragen beginnst.
CSS schrieb: Dazu kommt z.B. die Möglichkeit (nach Mindeststunden und Lehrgang) Kunstflug zu betreiben (Zugewinn an Sicherheit und Spaß ohne Ende)
Wobei es da aber schwer wird einen Verein zu finden, der seinen Mitgliedern den Kunstflug zugesteht. Bei uns haben sie aus der ask21 extra den Beschleunigungsmesser ausgebaut, damit sie nicht mehr kunstflugtauglich ist. Das ist dann das Argument, warum keiner den ach so bösen Kunstflug betreiben kann. Denen geht es wohl drum, daß bei der Maschine Kunstflüge mit dem Faktor 3 in die Flugzeit eingehen und da wird dann schnell auf den übermäßigen Materialverschleiß verwiesen. 2km neben dem Platz haben wir eine Kunstflugbox und keiner darf sie nutzen. :-(
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