Irgendwo wurde neulich die Frage aufgeworfen, ob man zur Korrektur von unerwünschten Querlagen infolge von Turbulenz im Endanflug Querruder einsetzen könne, oder die Querlage sicherer mit SR-Einsatz korrigiert werden sollte.
Hinter dem Gedanken steckt die Wahrheit, dass es in der Nähe der Stall-Speed zu einer Umkehrung der Querruderwirkung kommen kann: das nach unten ausschlagende QR bringt die ohnehin kritische Strömung am hängenden Flügel endgültig zum Abreißen und der hängende Flügel sackt weiter durch, statt sich zu heben. Diesen Effekt gibt es bei manchen Maschinen durchaus. Allerdings bei allen Flugzeugmustern, die ich kenne, nur sehr nahe oder an der Stall-Speed.
Man kann eine absinkende Fläche durch gefühlvollen SR-Einsatz anheben, ohne das QR einzusetzen. Mit reichlich Sicherheitshöhe lässt sich das auch nahe an der Stall-Speed oder im Sackflug ausprobieren. Die sich daraus ergebenden Flugzeugbewegungen sind allerdings sehr schwammig. Ja, die Fläche hebt sich, aber ...
Für den Endanflug ist das meiner Meinung nach kein Thema. Wenn man den Grundsatz "Flieger laufen lassen" beherzigt (eigener Thread), spricht alles für einen beherzten QR-Einsatz zur Querlagenkorrektur.
Unser Flugplatz Höxter-Holzminden (EDVI) liegt auf einem Plateau und wir haben häufig Crosswind. Der Anflug, insbesondere auf die 31 durch die Waldschneise, ist oft sehr turbulent. Ich habe es schon erlebt, dass mir ein Luftwirbel im kurzen Endanflug überraschend gefühlte >45grd Querlage beschert hat. Das Querruder war schneller auf Vollausschlag dagegen, als ich denken konnte, und das war genau gut so. Bei ausreichend Fahrt haben die QR volle Wirkung und es besteht m.E. keine Gefahr für den QR-Umkehreffekt. SR-Einsatz zur Korrektur der Querlage ist in einer solchen Situation viel zu träge und eher gefährlich als hilfreich. Das SR dient im Endanflug nur noch dazu, die Flugzeuglängsachse schön in der Richtung zu halten, die die Bahn hat.
Herzlich grüßt Techbär