hellfire schrieb:
Die Geschwindigkeit wird mit dem Höhenruder eingestellt und der Auftrieb (Steigen und Sinken mit dem Gas), wobei man scherzhaft sagen muss, dass die C22 eine Ausnahme ist. Die fliegt immer 90km/h :-)
hellfire schrieb:Ja, ist richtig: C22 genau 90 km/h. Braucht dabei 16 Liter Gemisch, bei Böigkeit auch schon mal 18 Liter.Der Vergleich mit dem Modellflugzeug ist ein außerordentlich gefährlicher, weil Modellflugzeuge in der Regel so übermotorisiert sind, dass ein fast unendliches Steigen möglich ist oder die Fahrt sehr langsam abnimmt, wenn man den Vogel steil nach oben zieht. Und Modellflugzeuge sind mittlerweile auch so konstruiert, dass eigentlich keine Luftzerleger möglich sind. Und das Wichtigste: Man sitzt nicht drin.
Das geht mit keinem UL. Da kommt es immer darauf an, dass an den Flächen genug Fahrt anliegt. und die kann man am schnellsten mit dem Höhenruder einstellen.
LG
Martin
Modelle: Nicht nur nicht keine Luftzerleger, aber die müssen so sein, wenn sie mit der E.-Winde brutal hochgeschossen werden. Die sind auf >30 g gerechnet und ausgelegt. Hält kein UL-Pilot aus.
Genau dieses Problem, was hier gerade verhackstückt wird, lag auch Heiko Teegen mit seinem Magazin "Pilot und FLugzeug" (PuF) am Herzen, der seine Klientel der Geschäftsfliegerei ab und an einnorden mußte: Flugweg hängt am Gas, Speed am Knüppel oder der Trimmung, war sein Spruch. Ich habe es anfangs auch nicht verstanden: Hä? Flugweg? Ja richtig; nämlich der nach oben und unten war gemeint. Kann man auch gut beobachten, wenn da so ′ne 2-MOT in Ameisenkniehöhe wie ein Strich über das den Flugplatz umgebende Kornfeld sich ohne jegliche Art von Unruhe stoisch der Flugplatzgrenze nähert, und zwar genau in der richtigen Höhe, nämlich einige Dezimeter höher als die Hecke mit dem in diese intergrierten vergammelten alten Drahtzaun. Unmittelbar hinter der Hecke lag die Schwelle mit dem Zebrastreifen; also flog genau über dieser Hecke das Gas raus und die Kiste saß, genau hinter dem Zebrastreifen. Beeindruckend.
Damals war ich Flugschüler auf SkyWalker, und zwar auf einem Exemplar, das wie ein gut dressierter Hund gehorchte, weil es keinen Verzug hatte. Am Platz war ein BfL und ein unangenehmer Fluglehrer, die einem genau sagten, ob man bei der letzten Platzrunde links 5 und / oder rechts 6 m abgewichen ist. Also beschloß ich, die Radien der Platzrunde so zu fliegen, wie sie eingezeichnet waren. Daraufhin meinten sie, daß mich mich umbrächte. Ja, aber dann nur mit einem anderen Muster. Wurde dieses hier weich in der Kurve, reichte es, den Knüppel kurz nach vorne zu boxen - und alles war wieder friedlich. Mit der Kiste konnte ich mehrfach hintereinander auf einem Handtuch landen - klar, war ja auch genug Widerstand da. Es gab zwei Bahnen, eine mit Asphalt und eine mit Gras, parallel. Also begann ich, auf dem (fast) alles verzeihenden Gras gerade mal nicht auf dem Handtuch zu landen, sondern nur abzufangen und nicht zu landen. So Flugplätze haben ja richtig Natur(-böden), in der auf dem länger nicht gemähten Rasen ohne noch längere Düngerzugabe auf dem Magerboden manche Pflanzen besser (im Sinne von schneller größer) wachsen und also ihre Samen ausbilden. Diese klickerten dann deutlich wahrnehmbar ans Bugrad, das sich genau zwischen meinen Schuhen befand. Es war die perfekte Höhenkontrolle schlechthin. Der Motor mußte dazu aber auch gut am Gas hängen. Der Knüppel wurde mit "eiserner" Hand fixiert, die Trimmung ging eh nicht genau - Bowdenzug der überdies scharniergeschädigten Flettnerklappe schwergängig und ausgeleiert, das übliche eben.
Nun kam aber die Flugplatzgrenze näher: Also mußte v² her - und, oh Wunder - die Kiste stieg ohne viel zusätzliches Gas mit fixiertem Knüppel elegant über die Hecke und flog aufs freie Feld hinaus. Nach etwas Training stimmte alles "bombensicher", insbesondere der sichere Abstand zum Gasgeben. Die feinfühlige leichte Drehzahlerhöhung war in einigem Abstand nicht mehr zu hören, weil sowieso kaum wahrnehmbar - Hirth 2-Zylinder Reihenmotor mit Gebläsekühlung. Ich hatte meinen Spaß, und der Platzrundenfetischist alias Fluglehrer sprang wie ein Kobold bzw. HB-Männchen und mit den Armen rudernd hin, her, auf und nieder.
hob