924driver: >Nun kommt die Komponente hinzu, die zur Stabilisierung der ganzen Fuhre sorgt und zwar die Lage des statischen Schwerpunkts. Der Tragflügel erzeugt in dieser kritischen Situation den Hauptauftrieb an den beiden Aussenflügeln. Von den Flächenwurzeln wird kaum etwas (oder nichts) beigesteuert. Also liegt der statische Schwerpunkt im Verhältnis zu den auftriebsliefernden Flächen, an denen das Flugzeug quasi in der Luft "aufgehängt" (blöde Bezeichnung) ist, relativ tief. Wie ein "Pendel" "hängt" sich das Fugzeug der Schwerkraft folgend aus.<
Hallo Edgar,
...und Einspruch Euer Ehren.
Die für die Pfeilung maßgebliche Größe und Lage der Auftriebsverteilung ist die t/4-Linie, also die in Spannweitenrichtung von innen nach außen laufende LInie in 25% der Profiltiefe, wo auch der Druckpunkt (fast) aller Profile ist. Sodann läuten bei allen die Glocken, weil die ominöse Hortensche Glockenauftriebsverteilung in den Fliegerhirnen umherspinnt, aber kaum einer weiß, was das ist. Ich werde sie hier nicht erklären. Hinzu kommt noch der angebliche Auftriebseinbruch in der Flügelmitte eines (gepfeilten) Nurflügels, der für weitere Verwirrung sorgte. Wahr ist, daß der gepfeilte Flügel länger ist, als es seine Spannweite ausweist. Die Pfeilung wird also auf der profilrelevanten t/4-Linie gemessen. Beträgt sie moderate 15°, so bemißt sich die Flügellänge bei einer (vorgewählten) Halb-Spannweite von 6 m wie folgt: Tangens von 15° (0,2679) mal 6 [m] ergibt an den Flügelenden einen wirksamen Leitwerkshebelarm von je 1,6077 [m]. Laut dem "ollen", aber immer noch hochmodernen, weil ungemein praktischen Pythagoras ist a²+b²=c². Somit rechnen wir 6²+1,6077² und erhalten als Wurzel aus 7,6077 eine Halbspannweiten-Flügellänge von 6,21 [m]. So lang muß der Hauptholm sein. Nun können eine Vielzahl von klugen Leuten zwar rechnen wie die Weltmeister, aber sie bekommen kein Flugzeug auf die Reihe. Nimmt man bei normalen Flügeln - was ist schon normal? - ohne Zuspitzung, also Verschlankung per Strak mit nach außen kürzer werdenden Flügelrippen - den Schwerpunkt in Angriff, liegt der je nach Auftriebsverteilung so ungefähr bei 0,4 der Halbspannweite auf der t/4-Linie. Eine quer durch oder über den "Rumpf" - soweit überhaupt vorhanden - zur Flugzeug-Längsachse rechtwinklig gezogene Linie landet auf der anderen Flügelseite dann ebenfalls bei ~ 0,4 der Halbspannweite auf der t/4-LInie, wenn nichts krumm ist. Die Schnittlinie mit dem Rumpf ergibt dann den Platz des Piloten im Schwerpunkt. Der liegt beim Menschen in Höhe der Hüftgelenke. Schaut man sich die SB 13 der AKAFLIEG Braunschweig an, so sitzt der Pilot hinter der Flügelendleiste.
Fliegt das Flugzeug ohne sonstige Schränkung nun eine Kurve, z.B. wegen einer Störung, wird der kurveninnere Flügel scheinbar kürzer und erzeugt weniger Auftrieb, aber auch weniger Widerstand, während es an der andren Seite genau umgekehrt ist. Da aber hier auch mehr Widerstand ist - Erhöhung der effektiven Spannweite, pendelt sich das Flugzeug wechselseitig auf Normallage ein, wodurch sich die Stabilisierung um die Längsachse durch Pfeilung erklärt. Die Schränkung wurde ja schon erklärt: Ohne gings nämlich gar nicht!
Im Fragenkatalog ist also eine Frage gestellt worden, die offensichtlich den Zweck hat, den Flugschüler zu zwingen, sich gründlichst mit der Aerodynamik auseinander zu setzen. Behält man das im Auge, ist das natürlich *kein* Blödsinn, wie ich weiter oben geschrieben habe, aber sehr wohl für lernende Aerodynamik-Anfänger ein wenig zu ambitioniert und eitel, damit also was für die bekannt-luftfahrtadäquate Hack"ordnung".
Gruß hob