So.... nun aber zum eigentlichen Grund meines weiteren Schreibens in diesem Thread! Ich hatte am Wochenende ein tolles Erlebnis :-)
Da wir im Raum Stuttgart ja die Kontrollzone haben, wurde vor 20 Jahren ein System etabliert, in dem sich die Vereine gegenseitig kontrollieren, dass die Segelflugsektoren nicht überschritten werden. Zum besseren Verständnis: Wir befinden uns in einem Luftraum, in dem man nur 4.500 ft AGL fliegen darf - aber die Segelflieger bekommen zugestanden, höher zu fliegen, in diesem Fall FL 060. Damit diese Grenze nicht überschritten wird, muss an jedem Wochenende ein anderer Verein Kontrollflüge unternehmen und eventuelle Überschreitungen dokumentieren. Nun waren wir an diesem Wochenende dran...
Wolfgang, mein ehemaliger Fluglehrer (ha - was für eine Genugtuung :-D) bat mich daher, mit ihm zusammen diesen Flug vorzunehmen. Klar, dass ich zugesagt habe - weitere Übung, nicht auf eigene Kosten ist natürlich immer gern gesehen :-) So machten wir uns also gegen 14 Uhr local bei guter Thermik auf unseren Kontrollflug...
Nachdem wir die Burg Teck erreicht hatten, meldete ich mich bei Langen Information, um unseren Kontrollflug anzukündigen. Dort bekam ich erst eine Aufforderung, Squawk Ident zu machen, was ich natürlich sofort tat - an dem Tag war einfach sehr viel in der Luft. Kaum hatte ich das getan, bekam ich einen Squawk zugewiesen und den Hinweis, mich an Langen Radar zu wenden. Ich wechselte also die Frequenz und rief Langen Radar, nur, um noch einen neuen Squawk und eine neue Frequenz zugewiesen zu bekommen...
Dort meldete ich mich also mit "Langen Radar, D-MAAO, guten Tag!" - und was bekam ich zurück? "D-MAAO, I′ve got your information, Squawk 0441!", was ich mit "D-MAAO, Squawk 0441!" quittierte. Warum zur Hölle redet Langen Radar englisch mit mir? An der Stelle der Hinweis, dass die Controllerin eine zuckersüße Stimme hatte... am liebsten hätte ich nach ihrer Privatfrequenz gefragt ;-)
Im Nachhinein war mir auch klar, weshalb sie englisch funkte: Langen Radar ist ja normalerweise dem IFR-Verkehr zuzuordnen, daher ist dort die Sprache auch englisch. Zum Glück hab ich ein BZF I...
Das Problem an der Stelle war allerdings, dass Wolfgang nicht ein Wort Englisch spricht - und so die Aufteilung "Ich fliegen - er funken" ad absurdum geführt wurde. Aber es war eine willkommene Abwechslung zum deutschen Flugfunk :-) So meldete ich also "D-MAAO, a glider sector control flight, could you please tell me the altitude of the glider sector Alb Nord, so I can climb?"
Das wurde mit einem "D-AO, sector Alb Nord in Flightlevel 060, approved to climb!" bestätigt. Ich bestätigte nochmals mit einem "D-AO, climb FL 060!", stellte meinen Höhenmesser auf 1013 hPa ein und begann den Steigflug.
Dort angekommen, flog ich noch bis nach Reutlingen, dem südlichen Ende unseres Sektors, bevor ich meldete "D-AO, now turning back to continue control flight to Donzdorf!", was mit einem "D-AO, approved!" bestätigt wurde. Habe ich schonmal erwähnt, was für eine süße Stimme die Controllerin hatte? ;-)
So flog ich also auf FL 060 bis nach Donzdorf - wir hatten keinerlei Abweichungen feststellen können - um dort zu melden: "D-AO, position Donzdorf, we′ve finished our glider sector control flight, request descend 3.500 ft!", was mit einem "D-AO, descend approved, Squawk VFR, goodbye!" quittiert wurde :-)
So hatte ich also meinen ersten englischen "Check-Flight" hinter mir... ein geniales Erlebnis :-)
Grüße, Tobias





