MAP- und Drehzahlmessung

Forum - Technik & Flugzeuge

  • .... vielleicht kann ja mit dem Ergebnis des gestrigen Werkstattfluges jemand was damit anfangen...

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Ralle schrieb:
    .... vielleicht kann ja mit dem Ergebnis des gestrigen Werkstattfluges jemand was damit anfangen...
    Sowas aber für einen 912 ULS würde mir eher helfen ;-) Das ist dennoch interessant. Übrigens, erst gemeinsam mit dem Video in einem anderen Thread wird klar, was für Einheiten die Größen haben. Bei Load wäre ich nie auf % gekommen ...

    Zurück zum Thema:

    Wir haben gestern den Flieger kurzerhand instrumentiert und uns das Drehzahlsignal angeschaut. So schlimm sehen sie nicht aus. Man müsste mit recht einfachen Mitteln den Impuls am Mikrokontroller auswerten können. Parallel zum Drehzahlsignal haben wir mit dem einfachen MAP-Sensor auf einer SD-karte aufgezeichnet. So langsam habe ich auch die richtige Dämpfung für die Anzeige gefunden.

    In Grün ist das Spannungsignal am Revolution-Counter. Unten steht die von der Software ermittelte Drehzahl in 1/min (Signal Frequency.f). Magenta ist der Rohwert des MAP-Sensors, der auch noch unten in Ziffern numerisch gezeigt wird. Für die Darstellung am Mikrokontroller-Display werden die MAP-Werte noch gefiltert (nicht dargestellt). Die Druck-Schwankungen sind keine Messfehler, sondern tatsächlich vorhanden. Lleider unterabgetastet und daher etwas merkwürdig zackig. Wenn der Motor aus ist, sieht das ganze glatt aus.



    Hier die Spannungsignale mit mehr Details. Tatsächlich ist im Installationsmanual von Rotax ein Fehler in den Graphen (500 1/min statt eigentliche 5000 1/min):



    Hier sieht man am besten was die Spule durchmacht, wenn der Magnet vorbeisaust:



    Als nächstes kommt die Auswertung der Drehzahl und wir möchten aus Spaß uns mal die Druckwerte hochabgetastet anschauen. Da müsste man meiner Meinung nach den Ansaugtakt von jedem Zylinder erkennen.

    Viele Grüße,

    Andrés

  • NovemberPapa schrieb:
    Da müsste man meiner Meinung nach den Ansaugtakt von jedem Zylinder erkennen.
    Das geht beim Motorrad, wo der Abgriff an einem einzelnen Zylinder ist. Beim Rotax bringt das leider nix.



    So ein Gerät habe ich und das stellt den Druckverlauf tatsächlich dar. Es ist sogar möglich, undichte Ventile zu diagnostizieren.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Ralle schrieb:
    So ein Gerät habe ich und das stellt den Druckverlauf tatsächlich dar. Es ist sogar möglich, undichte Ventile zu diagnostizieren.
    Schönes Teil! Leider scheint es nicht speichern zu können. Ich möchte ein einfaches Gerät entwickeln, dass ggf. von anderen für deutlich weniger als 100 EUR leicht nachgebaut werden kann (ich bin Gutachter bei der OUV und betreue UL-Einzelstücke). Ansonsten gefällt mir das Teil sehr gut.

    Wegen Druck:

    Meinst du, dass man trotz des gemeinsamen Abgriffs die Ansaugtakte nicht sehen wird? Ich stelle es mir so vor: Während ein Zylinder ansaugt, sind alle anderen vom Manifold getrennt – sofern die Ventile dicht halten. Dann müsste man pro Umdrehung zwei zeitlich getrennte Ansaugtakte sehen. Man kann sie wahrscheinlich nicht auf einen Zylinder zuordnen, es sei denn man synchronisiert über den Drehzahlgeber und kennt den Bezug zu OT.

  • NovemberPapa schrieb:
    Ich möchte ein einfaches Gerät entwickeln
    .... vorab, schaue Dir mal dieses Projekt an...

    Beim Rotax wird das, was Du vorhast, nach meiner Meinung keinen wirklichen Erfolg bringen.
    Der Ansatz mit der Drehzahlsynchronisation hört sich auf dem ersten Blick recht vielversprechend an, aber was machst Du mit den unterschiedlichen Saugrohrlängen. Hier entstehen Resonanzen, die Du nach meiner Meinung kaum rausfiltern kannst, um eine vernünftige Aussage über den Druckverlauf eines einzelnen Zylinders zu machen. Du weist grundsätzlich nicht, bei welcher Drehzahl die Resonanzen welchen Einfluss haben.

    Schau Dir mal den ADK Carb Sync von Ulrich Koelle an. Da hast Du, was Du brauchst.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Hallo Ralf,

    da hast du was falsch verstanden. Mir geht es nicht wirklich um die Vergasersynchronisierung oder die Messung der Druckdynamik. Ich wollte den Druck nur aus Spaß mal hochaufgelöst aufzeichnen. Wenn auch noch Druckwellen vorhanden sind, bin ich erst recht gespannt wie das ausschaut ;-)

    Mein Hauptanliegen ist ein günstiges Instrument zu Darstellung und Aufzeichnung von MAP und Drehzahl für die Flugerprobung bei Muster- und Einzelstückzulassungen. Da müssen die Propeller erstmal richtig eingestellt werden. Man kann zwar Drehzahl und MAP auch von gewöhnlichen Instrumenten ablesen und auf Papier bringen, aber schöner ist es, wenn man die Daten direkt im Kasten hat. Ist ein Festprop dran, so lohnt es sich für den Erbauer kaum eine teure MAP-Anzeige einzubauen. Unter Umständen könnte ich mir noch vorstellen ein GPS und Vario dran zu machen, um vollumfänglich zu dokumentieren. Ein typischer Punkt ist z.B. der Nachweis der Startstrecke über ein 15 Meter Hindernis. Da muss man einige Größen messen und den Prop mehrmals umstellen, bis alles wirklich passt.

    Viele Grüße, Andrés

  • NovemberPapa schrieb:
    da hast du was falsch verstanden
    .... in der Tat....

    Zum Drehzahlabgriff gebe es noch die Möglichkeit, sich die Feldspannung der Zündkabel zunutze zu machen.
    Einfach einen Draht drumwickeln, wie bei diesem Gerät:



    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • @Ralle: Das gleiche Messprinzip hatte ich mir auch ursprünglich überlegt zu verwenden. Vorteil ist, dass man sich um die Spannungslage des Drehzahlgebers nicht kümmern muss. Der Nachteil wäre, dass man ein Kabel bis zum Triebwerk benötigt, während man bei der anderen Methode direkt das Signal an der eingebauten Drehzahlanzeige abgreifen kann. Wenn es mit der Auswertung des Drehzahlgebers nicht klappt, werde ich das über ein Zündkabel probieren.

    Im Mikrokontroller ist recht viel Platz übrig, um z.B. Kennfelder für die 912er zu speichern, sodass man aus Drehzahl und MAP zum Beispiel Drehmoment, spezifischer Verbräuch, usw. rechnen könnte. Außer die paar Kurven für WOT und die "Propellerkurve" im Benutzerhandbuch gibt es keine öffentlich verfügbare Kennfelder, oder?

    Viele Grüße, Andrés

  • NovemberPapa schrieb:
    Außer die paar Kurven für WOT und die "Propellerkurve" im Benutzerhandbuch gibt es keine öffentlich verfügbare Kennfelder, oder?
    .... leider kenne ich auch keine "internen" Kennfelder.
    Deshalb habe ich den Werkstattflug mit der Superstol gemacht.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

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