Hallo zusammen,
ich lese etwas länger hier mit und konnte den einen oder anderen Tipp hier finden. Danke! Heute habe ich mich nun endlich registriert. Ich bin an einem Punkt, den ich so nicht ganz in der Suche finde und könnte eure Einschätzung gut gebrauchen.
Vorgeschichte:
Wir haben vor einigen Monaten eine gebrauchte C42B mit einem Rotax 912 ULS gekauft. Wir sind seitdem etwa 50 Stunden geflogen (aktuelle Motorlaufzeit 935 Stunden). Der Vorbesitzer hat die eine oder andere Wartungsarbeit ausgelassen oder nicht ganz gründlich gemacht, sodass wir uns alles nach und nach angeschaut haben. Der Besitzer vorm letzten hat die Maschine sehr gut gewartet. Uns ist recht schnell aufgefallen, dass der Motor unrund im unteren Drehzahlbereich läuft. Ab ca. 2500 1/min läuft er normal.
Was bisher geschah:
Bei etwa 900 Stunden wurde eine 100 Stunden Kontrolle von der Werft durchgeführt und eine frische JNP haben wir auch bekommen. Leistung hat er im oberen Drehzahlbereich und Kompression stimmt laut Unterlagen. Nur im unteren Bereich schüttelt er sich gerne. Wenn′s kalt ist, geht er auch schlecht an und schlägt gerne heftig zurück. Softstart war nicht aktiviert und wurde entsprechend an den Zündboxen aktiviert. Das hat aber wenig gebracht, weil noch die alte Magnetnabe verbaut ist. Wie wir jetzt erfahren haben ist der Freilauf durch und muss eh gewechselt werden, sodass wir das volle Programm dort jetzt in der Winterzeit von der Werft erledigen lassen.
Ansonsten haben wir uns die Vergaser angeschaut: Luftschläuche hatten Löcher, Filter waren durch, Schwimmer waren zu schwer, Schwimmeraufhängug abgenutzt, Vitonspitze abgenutzt, usw. Wir haben alle Befunde repariert und die Vergaser überholt und neu synchronisiert. Es gab zwar eine Besserung aber nur mäßig. Wenn′s warm ist, läuft sie recht rund aber bei Kälte geht sie kaum an, obwohl die Vergaser neu synchronisiert sind und die Leerlaufdrehzahl passt. Also weiter hier im Forum gelesen und zufällig die Temperaturprobleme mit den Zündboxen gefunden. Also haben wir diese ausgebaut und an Camro zur Überprüfung geschickt. Sie haben den Test nicht bestanden und wurden überholt. Ob das hilft, konnten wir bisher nicht klären, weil wir zwischenzeitlich beim nächsten Punkt angelangt sind: das Propellergetriebe.
Laut Wert kann das Getriebe auch einen unrunden Lauf verursachen und von der Laufzeit her ist eine Überprüfung durch Rotax sowieso bald fällig. Also haben wir das gute Stück ausgebaut und an Franz-Aircraft geschickt. Wir hatten einige Befunde beim Abbau, die wir aber nicht ganz einordnen konnten und haben uns dabei nicht viel gedacht. Bis jetzt! Nun soll das Getriebe komplett überholt werden. Auffällig ist, dass ungefragt geprüft wird, ob Radsatz und Klauennabe auf Kulanz von Rotax übernommen werden. Da bin ich dann doch hellhörig geworden und habe mir die Bilder genauer angeschaut und tatsächlich Auffälligkeiten gefunden.
Das ist erstmal das Ritzel noch im eingebauten Zustand. Sieht eigentlich normal aus. Die Flanken scheinen keine auffällige Abnutzung zu haben.


An der Mutter sind ungleichmäßige Markierungen der Schnorrscheibe:

Die Schnorrscheibe ist unregelmäßig abgenutzt:

Und nun zu größten Auffälligkeit beim Ritzel. Die Schnorrscheibe hat sich ungleichmäßig eingearbeitet. Zudem sieht man merkwürdige Markierungen an den Zähnen beim genauem Hinschauen: 
Wir können uns diese Markierungen nicht erklären. Beim normalen Lauf kann nichts in der Art dran schleifen. Daher gehen wir davon aus, dass diese bei der der Produktion entstanden sind. Ist sowas normal? Ich hätte eine saubere plane Oberfläche erwartet. Kann es sein, dass das der Grund für Kulanz ist? Bin auf eure Einschätzungen gespannt.
Viele Grüße,
Andrés

