Öl-Wasser Wärmetauscher

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Hallo Flieger. 

    Nachdem nun der Rotax 912 mit 80PS das zeitliche gesegnet hat, kommt nun ein 912 mit 100PS in die Maschine. Leider ist diese schon von Haus aus eher Kopflastig und ich bin auf der Suche gewichtstechnisch sowie auch platztechnischen Einsparmäglichkeiten.

    Hier im Forum bin ich dann über einen Öl Wasser Wärmetauscher gestoßen von einer Firma welche einen ja sagen wir mal nicht optimalen Ruf hat. Kann mir jemand sagen ob die Kühlerfläche bei einem solchen System vergrößert werden muss und ob es überhaupt so gut klappt wie angepriesen? Der Flieger hat eine Reisegeschwindigkeit zwischen 90 und 140kmh. 

    Habe ebenso gelesen das comco auch solche Teile verbaut(hat). Sind es die gleichen? 

    Grüße 

    Ben

  • Moin,

    ich habe an meiner FK9 den Ölkühler samt Thermostat ausgebaut und durch einen Öl-Wasser-Wärmetauscher wie in der C42 ersetzt. Der Hauptvorteil ist die sehr schnelle Erwärmung des Öl nach den Anlassen, da das schneller erwärmte Kühlwasser am Anfang das Öl mit aufheizt. Danach habe ich konstant etwa 10 Grad mehr Öl- als Wassertemperatur und weniger starke Schwankungen in den Temperaturen, da sich Öl und Wasser gegenseitig ausgleichen.

    Insgesamt wird deine Kühlfläche kleiner, da ja die Oberfläche des Ölkühlers wegfällt. Bei meiner FK9 ist das Schlepp-Kit verbaut mit einer Spoilerlippe am Kühlluftaustritt und sie läuft eigentlich immer zu kalt. Ich habe selbst im Sommer nach langen Steigflügen mit niedriger Geschwindigkeit nur Knapp 100 Grad am Öl, obwohl etwa 15% des Kühlers abgeklebt sind. Da ist also selbst ohne Ölkühler genug Wärmeaustausch. Ein Gedanke noch zu dem Motor-Tausch: je nach Flugprofil brauchst du nicht zwingend mehr Kühlerfläche, denn du nutzt die zusätzlichen 20 PS relativ selten und bei gleicher Leistung hast du auch quasi gleiche Abwärme. Nur beim Start und steilem Steigen könnte mehr Kühlluft nötig sein. Das bedeutet aber nicht, einen größeren Kühler einzubauen. Am Effektivsten kann man die Kühlleistung durch optimieren der Austrittsöffnung der Cowling verbessern. Bei vielen Eigenbauten sieht man riesige Einlassöffnungen für die Kühlluft, aber das bringt nichts, wenn die Luft nicht irgendwo wieder rauskommen kann. Am Besten herrscht ein durch die Austrittsöffnung erzeugter leichter Unterdruck in der Cowling, das sorgt für optimale Spülung. 

    Gruß Raller

  • Ich habe den 912S in meiner Savage mit dem Ölwärmetauscher von Silent Hektik betrieben.
    Es ist ein anderer als in der C42.

    Beim Schleppen war ich mit den Temperaturen immer an der Grenze, aber es hat gut funktioniert. Dazu muss aber bemerkt sein, dass es immer relativ lange Schlepps auf 1250m sind. Beim Muggelschleppen auf die typischen 600m war es etwas weniger an den Grenzen.

    Im Reisebetrieb war es immer gut.

    Im wesentlichen liegt es daran, wie gut der dann verbleibende Kühler läuft.

    Mit dem 914 bin ich jetzt wieder auf getrennte Kühler gegangen, aber nur weil ich im gesamten mehr Kühlleistung für den 914 brauche und dann den Hauptkühler und die Luftöffnung hätte massiv umbauen müssen.

    Das Gewicht könnte ich allerdings gut brauchen, die Savage ist auch sehr hart an der vorderen SP-Grenze

    Über die Produkte von Silent Hektik kann ich bisher nur gutes sagen. Bin damit sehr zufrieden (jetzt mit dem Laderegler für 914)

  • Vielen Dank Ralle und Steffen, 

    Habt ihr in dem Wasserkreislauf ein oder Zwei Kreisläufe ( Termostat)?

    Grüße 

  • Moin,

    ich habe kein Thermostat verbaut. Geht aber problemlos auch so, im Winter Kühler abkleben ist kein Aufwand.

    Noch eine Kleinigkeit:

    RALLE ist der Typ mit richtig Ahnung,

    Ich ( Raller ) halte mich nur für qualifiziert…

    Gruß Raller 

  • Der Tauscher von SH stellt gleichzeitig ein Thermostat dar.

  • Sorry Ralle(r).

    Danke für den Hinweis. 

    @Steffen. Das heißt zwei in einem. 

    Ich denke ich werde mir das Teil mal ansehen. Vielen Dank für eure Hilfe 

  • .... meinen Senf dazu kennen ja die meisten:

    hat man ein Leck im Wasserkühlkreislauf, was ja die häufigste Ursache für eine Überhitzung des Motors ist, ist die Ölkühlung beim Teufel.

    ... und somit auch die guten Notlaufeigenschaften* des Rotax....

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

    * die letzten Meter, bevor der Motot platzt und der Vortrieb futsch ist.

  • Moin,

    der Hinweis von Namensvetter Ralle gilt eigentlich für jedwege Modifikation an Motor oder Zelle: was verbessert sich und wo gibt es neue Risiken und wie sind diese zu bewerten?

    Noch ein kurzer Nachtrag zum Bereich Kühlleistung:


    Unter der Cowling kann man den Bereich mit der Spoilerlippe sehen. Durch diese Lippe wird die Luft unter der Cowling am Kühlluftaustritt beschleunigt und erzeugt so einen leichten Unterdruck. Die "normale" Variante der FK9 hat ne weniger dicke Lippe...

    Wenn du also an der Kühlung arbeitest, musst du zuerst schauen, ob es da Defizite gibt und falls ja, woran diese liegen. Natürlich kann man das System überdimensionieren und dann mit Thermostaten vollknallen, das ist aber nicht der Sinn einer Modifikation.

    Ich kenne allerdings mehr Rotax-Antriebe, die eigentlich zu kalt laufen als Hitzköpfe...

    Gruß Raller

  • Vielen Dank für eure Erfahrungen, werde mal sehen was nun gemacht wird.

    Grüße 

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