C22 oder Skyranger... das ist hier die Frage

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Hallo Waldi,

    den Skyranger bin ich in einer Haltergemeinschaft 4 Jahre geflogen. Dank Stellplatz haben wir die Flächen allerdings nie anklappen müssen, dazu kann ich dir also leider nix sagen.

    Meine Ausbildung hab ich auf der C42 gemacht und habe daraus mitgenommen, dass sich der Skyranger ganz ähnlich (einfach) fliegt, natürlich auch wegen der gleichen Anordnung des Centersticks und der einfachen und guten Lösung mit dem Bremshebel gleich am Stick. Der SR ist allerdings noch etwas weniger aerodynamisch als die C42, sinkt also auch ohne zu slippen schon ganz ordentlich bzw. gleitet nicht besonders toll und slippen kannst du mit dem Flieger allerbestens bis zum Anschlag. 

    Eine Stärke ist wie schon beschrieben die Robustheit der Konstruktion, eine weitere im total erträglichen Verbrauch von ca. 12 l pro Stunde mit dem 912er 80PS, allerdings auch einer real sinnvollen Reisegeschwindigkeit von „nur“ 140 km/h. 160 geht auch, dann zieht er sich rund 15 l/h, fand ich persönlich aber nicht mehr so angenehm, denn: der SR ist im Cockpit echt laut. Und zugig! Den CO-Tod stirbst du darin sicher nicht (es mag besser abgedichtete SRs geben, unserer war‘s nicht), allerdings im Winter möglicherweise an Erfrierungen.

    Ein weiterer Punkt: stimmt, man kann vieles selbst reparieren, weil diverse technische Lösungen teils extrem einfach ausgeführt sind. Leider aber auch nicht immer wirklich brauchbar. Ich denke dabei an die Bowdenzüge und deren Befestigung für die Vergaservorwärmung und vor allem für die Cockpitheizung, das Trimmruder und den Choke. Das haben wir in 4 Jahren trotz mehrfacher Anläufe nicht gescheit lösen können. Schade.

    Gut fand ich allerdings, dass die Steuerseile komplett offen liegen, sodass Sichtkontrollen beim Vorflugcheck supereasy sind.

    Ziemlich umständlich waren übrigens Reifenwechsel bzw. Wechsel der Schläuche, wenn denn mal einer platt war. Ist alleine machbar, aber dann dauert‘s locker ne Stunde, je nach Zustand der diversen Muttern, die dafür zu lösen sind (allesamt Sicherheitsmuttern, d.h. alle sind dann auch auszutauschen). Man sollte auch unbedingt die recht einfachen Halterungen der Radschuhe (sofern vorhanden) prüfen und rechtzeitig austauschen. Bei uns ist eine alterungsbedingt gebrochen. Kein Drama, nicht kompliziert, aber eben auch wieder Frickelarbeit, um die zu tauschen bzw. zu ersetzen.

    Doof: der Verschlussmechanismus der Türen! Wenn das die ganz einfache Ausführung ist, unbedingt regelmäßig prüfen bzw. rechtzeitig tauschen, sonst gibts Frischluft durch die offene Tür im Startlauf!

    Eine Sache, an die man sich gewöhnen musste (ging dann aber auch irgendwann problemlos): der Hebel für die Klappen ist aus Pilotensicht vor dem Centerstick angebracht und quasi wie die (alte) Handbremse im Auto ausgeführt. Bedeutet im Steigflug: zum Zurückfahren der Klappen linke Hand vom Gashebel, um den Stick zu greifen, und mit der rechten Hand dann den Klappenmechanismus betätigen. A propos Klappen: zum Landen habe ich die zweite Stufe nie gebraucht, obwohl wir eine recht kurze Bahn haben (280 m). Der SR lässt sich bei allen Windverhältnissen auch supereinfach mit Klappe 1 landen.

    Blöd fand ich auch, dass man zum Abnehmen der zweigeteilten Cowling ca. 30 Schrauben rausdrehen muss, per Hand dauert das ewig und selbst mit Akkuschrauber ist nicht mal eben so erledigt, zumal die untere Hälfte der Cowling unbedingt von einer zweiten Person gehalten werden sollte, sonst könnten die Schraublöcher ausreißen, bevor die letzte Schraube raus ist.

    Unser SR war bei Übernahme nicht mit einem Tankstutzen ausgestattet. Die beiden Tanks befinden sich (ohne Brandschott) gleich hinter den Sitzen. Zum Tanken musste man also einen Sitz nach vorn kippen und dann irgendwie den Sprit reinwürgen. Extrem unbequem, wenn man halb gebeugt unter der Fläche steht und seinen Körper auch noch in den Flieger reinschieben muss, um den Kanister irgendwie zu halten, ohne allzu viel Sprit im Innenraum zu verschütten (trotz Trichter bzw. Rüssel). Mit Schüttelschlauch ging’s besser, perfekt war's dann später mit dem Tankstutzen.

    Noch ein paar Pluspunkte: die Sicht ist mega gut, vor allem mit den bodentief durchsichtigen Türen. Das Cockpit ist zudem sehr üppig dimensioniert, bietet auch großen Piloten/Passagieren nach oben und zur Seite sehr viel Platz und ist auch für lange Beine gar kein Problem. Die Sitzposition ist sehr bequem auch für längere Flüge, die Sitze lassen sich allerdings nicht verstellen, d.h. kleinere Piloten müssen evtl. mit Kissen o.ä. nachhelfen. Bin selbst 1,82, für mich war's perfekt.

    Diese Punkte beziehen sich auf genau das UL, das ich geflogen bin. Mag bei anderen SRs anders gelöst sein. Ist auch alles nicht grausam schlimm. Ich würde den SR wieder fliegen und kann ihn gerade für Anfänger sehr empfehlen, da er sich sehr gutmütig und unempfindlich fliegt. Handwerklich begabtere Menschen mit ausreichend Zeit und einem kleinen (!) Extrabudget werden sicher gute Lösungen für die kleinen Minuspunkte finden, die ich oben aufgeführt habe.

    Hoffe, es hilft ein wenig bei der Entscheidung.

    Wenn du noch Fragen hast, gern raus damit.

    Gruß

    Peter

  • Danke für die Nachricht. Mich hätte ein Erfahrungsbericht bzgl. des Klappmechanismus des skyranger interessiert, da ich eben jedes Mal auf und abbauen muss. 

    Ich denke ich Frage Mal bei Hersteller an was er dazu berichtet. 

  • Vielen Dank, für eure tollen um ehrlichen Berichte. Mein Thema ist, ich hätte eine Flugplatz rund 20 min. Entfernt, dort kann ich lediglich einen Hänger abstellen. Sprich auf und abbauen. Dafür Recht günstig mit 50 Euro.

    Der nächstgelegene Hangerplatz ist rund eine Stunde entfernt und kostet um die 160 Euro. Ich bin selbständig, was mir vielleicht zu Gute kommt, da ich auch Mal unter der Woche morgens fliegen gehen kann, dennoch ist es ja stressiger eine Stunde wo hinzufahren als wenn man 20 min. hat. 

    Nochmal ne Fliegerfrage, die fk 1/2 ist ja schon ne alte Mühle mit einem 508 Motor? 

    Ich danke euch für Eure Bemühungen, mir zu helfen zum richtigen Flieger zu kommen :-) 

  • waldi82 schrieb:
    Nochmal ne Fliegerfrage, die fk 1/2 ist ja schon ne alte Mühle mit einem 508 Motor? 
    Hallo!

    Hatte mal ne FK9 MK2 mit Klappflügeln. Schöner gutmütiger Flieger mit 80 PS 912er. Aber eben nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der Klappmechanismus ist recht simpel und kann mit einer Hilfsstütze zur Not alleine bedient werden. Kann ich aber nicht empfehlen. Das ist alles sehr filigran gebaut und nicht für Dauergebrauch ausgelegt.

    Nimm den Hallenplatz und freu dich über die "günstigen" Abstellkosten. Die längere Fahrzeit würdest du beim Auf- und Abbauen auch verbrauchen um dann eben nicht mehr tiefenentspannt in den Flieger zu steigen.

    Tom

  • Vielen Dank, für eure tollen um ehrlichen Berichte. Mein Thema ist, ich hätte eine Flugplatz rund 20 min. Entfernt, dort kann ich lediglich einen Hänger abstellen. Sprich auf und abbauen. Dafür Recht günstig mit 50 Euro.

    Der nächstgelegene Hangerplatz ist rund eine Stunde entfernt und kostet um die 160 Euro. Ich bin selbständig, was mir vielleicht zu Gute kommt, da ich auch Mal unter der Woche morgens fliegen gehen kann, dennoch ist es ja stressiger eine Stunde wo hinzufahren als wenn man 20 min. hat. 

    Nochmal ne Fliegerfrage, die fk 1/2 ist ja schon ne alte Mühle mit einem 508 Motor? 

    Ich danke euch für Eure Bemühungen, mir zu helfen zum richtigen Flieger zu kommen :-) 

  • hallo

    wenn mann so die Auf und Abbauzeiten zusammenrechnet ist es weitaus bequemer eine Stunde zum Platz zu fahren.

    Wenn ich einen Hänger hätte dann würde ich mir die 50 Euronen auch sparen und mir den Hänger  zu Hause hin stellen.

    Nur so eine Überlegung von mir.

    Gruss

    Heiko

  • waldi82 schrieb:
    Der nächstgelegene Hangerplatz ist rund eine Stunde entfernt und kostet um die 160 Euro.
    Unbedingt Hangarplatz nehmen für den Differenzpreis von nur noch 110 Euro. Zeitmässig kommt es eh auf dasselbe hinaus bei deutlich weniger Stress. Oft ist man auch mal in derselben Gegend unterwegs und kann für einen Spontanflug mal kurz einen Schwenk zum Platz machen, das würde man nicht tun, wenn Auf- und Abbau droht...

    Hangarplatz bedeutet gleichzeitig auch Platz und Peripherie, um am Flieger was zu schrauben. Und natürlich ist man damit komplett frei in der Flugzeugwahl.

    Hänger kann nicht mehr als eine absolute Notlösung sein. Dazu das schlechte Klima im Hänger, was dem Flieger auf Dauer nicht gut bekommt. Usw usf...


    Chris

  • Danke für eure Nachrichten. Es wird wohl der Hangerplatz. Was mich halt nervt ist die Stunde durch die Walachei. Aber so ist nun Mal. 

  • So ging es bei mir auch los, bis bei einem Platz in der Nähe was frei wurde. Bisschen Geduld...


    Chris

  • Danke für eure Nachrichten. Es wird wohl der Hangerplatz. Was mich halt nervt ist die Stunde durch die Walachei. Aber so ist nun Mal. 

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