Elektronische Kraftstoffmessung bei Flügeltanks

Forum - Technik & Flugzeuge
  • nibbler schrieb:
    Gehen da max. 60 Liter rein?
    Da gehen so ca. 70 Liter pro Seite rein, aber auch dann bleibt die Anzeige bei 100%. Kalibrieren lässt sich da nichts, deswegen habe ich ja die Tabelle. Wobei ich mich nicht auf die Anzeige verlasse, sondern vor jedem Flug nachmesse. Aber wenn der Sprit zur Neige geht, kann man die verbleibende Menge mit der Anzeige und der Tabelle schon recht gut einschätzen.
  • Hallo flytrike,

    habe einen zentralen Rumpftank, deshalb kann ich dein explizit angefragtes Thema nicht direkt beantworten.

    Ich programmiere zur Zeit mit einem Microkontroller an einem Kraftstoffmengenmesser. Basis ist ein simpler Schwimmer. Bei markanten Konturen des Tanks (frei programmierbar) sollte man einen Messpunkt setzen und diesem einen tatsächlichen Literinhalt zuordnen. Je mehr Messpunkte um so genauer wird′s - zwischen den Messpunkten wird interpoliert - bei genügend Messpunkten ist das ausreichend genau. So ist praktisch jede beliebige noch so unförmige Tankform möglich. Wie DIFH habe ich mir auch eine Tabelle gemacht, meine Kurve ist aber wesentlich unförmiger, vor allem am Anfang und Ende, eine Funktion der Kurve kann ich bei mir nicht rauslesen. Deshalb baue ich mir so einen Mengenmesser selbst - das Wesentliche funktioniert schon. Solche Systeme gibt es schon für viel Geld zu kaufen (TL-2524 Fuel Computer + passende Tankgeber).

    Ich habe einen handelsüblichen Schwimmer als Tankgeber aus dem Autozubehör gewählt (alles was einem Poti gleichkommt ist geeignet) weil der analog den Stand im Tank anzeigt (egal wie der Verbrauch im Durchfluß ist, oder ob sogar ein Leck vorliegt). Ein Schwimmer (Hebelarm oder Tauchröhrchen) muß im Tank so angebracht werden, daß Lageänderungen des Flugzeugs nur geringe Auswirkungen auf den Tankpegel haben - also wenn möglich relativ mittig im Tank und muß die komplette Füllhöhe abdecken. Durch die Lageänderungen und die Fliehkräfte hat man schon die erste Ungenauigkeit beim Messen. Das mit Hilfe von zusätzlichen Sensoren mit einzuprogrammieren ist theoretisch machbar aber selbst dann wird man ein zehntel Liter nicht erfassen können. Anzeigen die gut kompensiert sind, also nicht sofort auf jede Welle im Tank reagieren, sind sowieso nötig damit man keine zitternde Anzeige hat,

    Und jetzt zu deiner konkreten Anfrage: Glückwunsch wenn ab den letzten 20 Litern die Anzeige genau ist - was will man mehr. Um die letzten Liter geht es doch in Wirklichkeit. Wahrscheinlich kann man bauartbedingt keine Geber einsetzen die den kompletten Füllstand messen können. Lange Zeit habe ich so ab angezeigten 7 Ltr. getankt und war der Meinung einen 50 Ltr. Tank zu haben. Irgendwann habe ich mal ausgelitert und festgestellt 15 Ltr. mehr zu haben - also immer zu früh getankt. Der Blick in den Tank kann ganz schön täuschen. Ja eine gut funktionierende Tankanzeige ist schon was Wert - vor allem wenn′s dem Ende zugeht. So gesehen gehörst du zu den Glücklichen. Wie o.g. könnte der TL-2524 Fuel Computer, wenn man den Angaben Glauben schenken kann - aber nur wenn auch der komplette Füllstand mit den Schwimmern erfasst wird - funktionieren.

  • Hallo,

    Die Firma Comworks baut solche Sensoren für Wohnmobile, die funktionieren sehr genau, nicht ganz billig.

    https://portal.comworks.de/de

  • DIFH schrieb:
    deswegen habe ich ja die Tabelle
    Ah ok, verstehe..

    Ich habe erst gedacht, du hättest es "grade jetzt für diese Diskussion" ausgelitert.

    So wird natürlich ein Schuh draus und ist, wie du schon sagst, eine schöne Hilfe, wenn man wirklich die letzten Liter im Tank braucht.

  • GonzoFlieger schrieb:
    Deshalb baue ich mir so einen Mengenmesser selbst
    Hatte ich auch schon überlegt. Da ich schon Tankanzeigen, die zu den übrigen Instrumenten passen, habe, würde ich mir nur so eine Art Kalibrierungsmodule bauen, die die Eingangsspannung von den Tankgebern über einen AD Wandler digitalisieren, die über das Auslitern ermittelte Kurve anwenden und dann das ganze über einen DA Wandler an die Tankanzeigen weitergeben. Das Problem, dass die ersten 25 Liter und die letzten 5 Liter prinzipbedingt durch die Schwimmer nicht gemessen werden, bleibt natürlich bestehen. Letztendlich ist das aber ein Haufen Aufwand und zusätzliche Teile, die Fehler haben können, so dass mir eine Tabelle auf Papier als die bessere Lösung erschien.
  • Um die Eingangsfrage nocheinmal klar zu beantworten: Ja, es gibt solche Systeme. Und auch sehr genau und zuverlässig.

    Ich hatte solch ein analoges Tankanzeigesystem in meiner SOCATA TB21. Pro Seite zwei simple Füllstandsgeber mit gewickelter Widerstandsbahn (4 Geber insgesamt). Je Seite wurden zwei Geber in serie geschaltet und über eine entsprechende OP-Schaltung wurde das senkrechte Analog-Zeiger-Instrument angesteuert. Also ohne µP. War der äußere/höhere Geber am unteren Anschlag, kam der innere/niedrigere Geber zum Wirken. 

    Dieses System ist noch heute in der TB9, TB10, TB200, TB20 und TB21 zu finden. Zwischenzeitlich wurde das System durch ein kapazitives System kurzzeitig abgelöst. M.W.n. wurde das alte Widerstandssystem aber  wieder verbaut.  

  • @FlyingFriese

    Das ist genau der Hinweis, den ich gesucht habe. Vielen Dank für deine Erläuterung.

  • @ flytrike.

    Gerne.

    Falls du einen Eigenbau planst, sind ein paar wichtige Dinge zu beachten.

  • GonzoFlieger schrieb:
    Solche Systeme gibt es schon für viel Geld zu kaufen (TL-2524 Fuel Computer + passende Tankgeber).
    Als etwas günstigere Alternative kenne ich noch den "CruzPro FU60", kommt eigentlich aus dem Marinebereich. Er wird z.B. im Breezer verbaut. Preis um die 200€.
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