912 Öldruck sinkt bei steigender Drehzahl

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Ja, nun melde ich mich nochmals. Also der Öldruckgeber funktioniert korrekt, auch ein externes Gerät zeigt in etwa die gleichen Druckwerte im Stand an. Was allerdings bleibt, ist das Absinken des Druckes mit steigender Drehzahl, nämlich von 3,8 auf 2,5 im Reiseflug und auch bei warmen Motor am Boden. Bei kaltem Motor bleibt der Druck dagegen am Boden konstant. Was kann das sein? Öffnet das Überdruckventil bei warmen Motor zu früh? Kann irgendwelcher Verschleiß den „Abstromwiderstand“ des Öls so verringern, dass die Pumpe es nicht mehr schafft den Druck aufrecht zu erhalten? Kann es am Bypassventil des Filters liegen?  Ralle müsste so etwas evtl. ja schon mal gesehen haben, oder kann sich irgendjemand das ganze erklären. Die Bordspannung ist im übrigen konstant, alle anderen Instrumente funktionieren normal und die Geber die ich versucht habe, zeigen dasselbe Phänomen und sind Original Rotaxgeber.

  • Vom Rotax her kenne ich dieses Symptom noch nicht, allerdings von anderen Motoren (auch in Boxerbauart).

    Wenn das Öl Betriebswarm und dünnflüssig ist, dann verändert sich unter höherer Last, die Lage der sich drehenden Kurbelwelle in den verschlissenen Gleitlagern. Sie wandert bei jedem Arbeitstakt um einen Hauch außermittig. Die Welle "schwingt" und gibt dabei einen größeren Querschnitt frei, wo das Öl "wegströmen kann", als bei einer geringeren Leistungsstellung.   Ich würde, wenn alle anderen Parameter stimmen, auf Lagerverschleiß tippen. 

  • An Verschleiß dachte ich auch schon und deine Erklärung ist auch logisch. Andererseits hat der Motor jetzt erst ca. 1250 h runter, keine Ahnung ob da solche Phänomene üblich sind. Falls Ralle mitliest müßte ihm ja dieses Phänomen bekannt sein, sofern es beim 912 ein typisches Symptom ist. Mein Gedanke ist, ob das bereits bedenklich ist, oder ich erstmal abwarten sollte. Im Moment fliege ich stabil mit 2,5 bar herum, was ja erstmal ausreicht, solange es nicht schlagartig weniger wird.

  • Wir hatten ebenfalls einen (vergleichsweise) zu niedrigen Öldruck. Nach Tausch des Überdruckventils/Beipassventils im Ölkreislauf war alles gut. Ersatzteil gabs bei Rotax Franz.

  • Wie alt ist denn der Ansaugschlauch vom Ölbehälter zum Motor. Manchmal löst sich die innere Schicht des Schlauches (oder andere Schäden) und bei höherem Unterdruck verringert sich der Querschnitt... Die Pumpe kann weniger fördern und der Druck sinkt im Motor sinkt...

    Das könnte auch erklären, dass der Effekt bei warmen Motor (ÖL) stärker auftritt.(Gummi weicher)

    eigene Erfahrung

  • Hab mir von Rotax jetzt eine neue Kugel mit Feder und Scheibe bestellt, ich werde berichten. Das mit den Schläuchen werde ich mal prüfen, allerdings halte ich es für wenig wahrscheinlich, denn in kaltem Zustand, also bei dickflüssigerem Öl, tritt das Phänomen ja nicht auf. Wenn der Ansaugschlauch nicht genügend Durchgängigkeit hätte, würde das bei dickflüssigerem Öl ja noch mehr eingeschränkt sein als wenn das Öl heiß und dünnflüssiger ist.

  • ...hm, Theoriemodus an, wenns mit dem neuen Regelkolben nicht besser wird, vielleicht eine shockloading messung machen, habe einen Motor beguckt der hatte 0,01mm über der Verschleißgrenze, also 0,09mm Schlag am Zapfen. So wurde er offenbar mehrere 100 Stunden noch betrieben. Aus meiner Sicht hatte sich die Welle "neu gelagert" mit entsprechendem Ölverlust.

    Der Motor wanderte unter die Werkbank, eine genaue Analyse wurde nicht gemacht. Der Motor wurde im guten Zustand im Netz gekauft.

    Der Test ist schnell gemacht.

  • Wie macht man denn eine Schockloading Messung? Gibt es eine Möglichkeit Verschleiß an den Kurbelwellenlagern zu ermitteln ohne den Motor zu zerlegen? Ist mir jedenfalls nicht bekannt. 

  • Wenn Du den Motor als neu erworben hast, der Motor eine Rutschkupplung hat und bei dir nie einen Bums bekommen hat, sollte eine verdrehte Kubelwelle eher nicht das Problem sein.

    Sollte der Motor vom Gebrauchmarkt stammen, mach es aus meiner Sicht viel Sinn da mal zu schauen.

    Der Motor den ich anschauen durfte, 80PS mit Rutschkupplung hat den Öldruck mit zunehmender Öltemperatur verloren, so von 4 bar auf 2,5 war halt so. Im Ölfilter wurden nie auffällige Partikel gesichtet.

    Bei einer Getriebeüberholung wurde einfach mal der Schlag am Zapfen gemessen, ist ja mal ganz interessant und war leider aus der Toleranz.

    Wenn das Getriebe ab ist kann man den Schlag einfach mit einer Messuhr messen.

    Ungeöffnet kann man eine Verdrehung der Kurbelwelle mit einer Gradscheibe und einem Absteckdorn im Kerzengewinde prüfen.

    In der Rotax Reparaturanleitung sind beide Prüfungen beschrieben.

    Gruß Peter

  • Sunny912 schrieb:
    Gibt es eine Möglichkeit Verschleiß an den Kurbelwellenlagern zu ermitteln ohne den Motor zu zerlegen?
    ... die gibt es leider nicht wirklich.
    Nach meiner Meinung besteht die Möglichkeit, dass sich eine der mittleren Lagerschalen der KW veschoben hat und dadurch eine erhöhte Leckage an der Kurbelwellenlagerung entstanden ist, was einen höheren Druckverlust bedeutet.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

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