Erfahrungen - Vergleich "neue" Rotax-Zündkerzen vs NGK

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Altes Thema neu beleuchtet - bitte keine Wiederholung der alten Diskussion warum neue Rotax-Zündkerzen sondern einfach ein Sachstandsbericht wie sich die Kerzen bewähren, wer hat einen Vergleich alt zu neu? Wie sieht die Rechtslage aus wenn die neuen Kerzen montiert wurden (bei einem Neumotor oder beim Service von einer Werkstatt), aber später dann die alten NGK verwendet werden?

    In der SI-912-027 "1.1)   Applicability" werden die Seriennummern der Motoren aufgelistet ab denen die neuen Zündkerzen verbaut sind. Vorherige Motoren müssen mit den neuen Kerzen und Steckern nicht nachgerüstet werden. Offen bleibt in dieser SI ob die neuen Kerzen ab den erwähnten Motor-Seriennummern zwingend vorgeschrieben sind (Garantie - Gewährleistung). Im Kapitel "3)  Accomplishment/Instructions" wird der Eindruck vermittelt, dass Zündkerzen und Stecker nur von geschulten Personen montiert werden dürfen. Offen bleibt, ob das die Nachrüstung betrifft oder auch beim Kerzenwechsel bei laufender Wartung.

    Im MML_912 Serie 2020 gibt es kein Kapitel "Applicability" sodass unklar ist (für mich) ob diese MML vorherige MML ersetzt. In dem Unterkapitel "SPARK PLUG NOT IN ACCORDANCE WITH SPECIFICATION" wird nicht klar gezeigt, ob die bestehenden nichtkonformen Kerzen wieder verbaut werden dürfen falls keine Mängel festgestellt wurden.

    Hier noch mal die Fragen an das Forum - Rotax wurde natürlich auch schon kontaktiert (bitte auf den Punkt bringen - keine Meinung nur Fakten / Erfahrungen):

    1. Welchen Vergleich habt ihr zwischen NGK zu ROTAX Kerzen - Starten/Betriebsverhalten/Vibrationen/Verrußen...?

    2. Wie ist die Rechtslage wenn der Motor in die Seriennummer der SI fällt und wenn die neuen Rotax Zündkerzen nicht verwendet werden?

    3. Luftfunkenzündkerze (NGK) oder Gleitfunkenzündkerze (Rotax Art. 297656) - verschiedenes Prinzip - ist das so einfach zu ersetzen wenn der Brennraum und die Strömungsverhältnisse nicht geändert wurden?

  • Moin Gonzo,

    ich habe vor ca. einem Jahr einen neue 912 ULS von Franz gekauft. Da gab es am Anfang ein Problem das die volle Drehzahl nicht erreicht wurde. Der Motor hatte natürlich die neuen Kerzen drin. 

    Nach einem Telefonat mit der Technik bei Franz wurde mir ein Satz „alte“ Kerzen aus dem Hause NGK geschickt, da im O-Ton gesagt wurde „Bei den neuen Kerzen gibt es manchmal eine dazwischen, welche nicht ganz funktionieren, das Problem hätte man schon einige Male gehabt.“ 

    Problem dabei, beim Zündkreis Check merkt man das bei den „halb defekten“ nicht, solange bis die komplett ausfallen.

    Die Kerzen waren es letztlich nicht, aber die klare Aussage zu der Qualität der neuen Rotax Zündkerzen gibt einem schon zu denken!

    LG

    Hoppsing

  • Hoppsing schrieb:
    Bei den neuen Kerzen gibt es manchmal eine dazwischen, welche nicht ganz funktionieren, das Problem hätte man schon einige Male gehabt.
    Moin!

    Genau den Fall hatten wir umgekehrt bei NGK Kerzen. 2 von 10 aus den neuen Karton waren defekt.

    Ausfälle gibt es also bei beiden.........

    Tom

  • Hoppsing schrieb:
    Die Kerzen waren es letztlich nicht, aber die klare Aussage zu der Qualität der neuen Rotax Zündkerzen gibt einem schon zu denken!
    Hallo Hoppsing,

    Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich habe Rotax-Zündkerzen und NGK Zündkerzen mal widerstandsmäßig durchgemessen (Soll 5 Ohm). Lt. einem Spezialist sollte das kein wichtiger Indikator sein aber herausgekommen ist, daß die Bosch-Rotax Zündkerzen eine höhere Streuung untereinander haben als bei NGK.  Was war denn dann die Ursache bei dir? Meiner Erfahrung nach wird bei fehlender Leistung der Vergaser und die Zündung als erstes in Verdacht genommen - vielfach auch zu recht - aber die Zündkerzen bleiben meist außen vor.

  • GonzoFlieger schrieb:
    Meiner Erfahrung nach wird bei fehlender Leistung der Vergaser und die Zündung als erstes in Verdacht genommen
    Tach auch,
    die normale Vorgehensweise bei einem Leistungsverlust ist folgende:
    -   Druckverlustprüfung
    -   Zündkerzen kontrollieren und erneuern
    -   Kerzenstecker überprüfen
    -    Zündkabel auf Durchschläge überprüfen (Motor laufen lassen und an den Kabeln prüfen, ob man einen gewischt bekommt)
    -   mit Stroboskop an den einzelnen Zündkabeln prüfen, ob ein Zündfunke vorhanden ist und ob der entsprechende Pickup zugeordnet ist


    Erst dann prüft man die Vergaser und den Rest.


    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Quax der Bruchpilot schrieb:
    Genau den Fall hatten wir umgekehrt bei NGK Kerzen. 2 von 10 aus den neuen Karton waren defekt.
    Hallo Quax der Bruchpilot,

    woran hast du die kaputten Kerzen erkannt? Sollten sie bereits beim Einbau bemerkt worden sein, so ist das ärgerlich, lässt sich aber mit Aufwand beheben (Motorcheck, austauschen und wegwerfen). Im Internet melden schon mal Mopedfahrer und Betreibern von Kleinmotoren, die ähnliche oder gleiche Kerzen verbauen, dass diese defekt sind, die schweigende Mehrheit spricht aber kein Wort über Kerzen - rein damit und gut ist′s. So eine Kerze, wenn sie erwartungsgemäß funktioniert, ist es auch nicht Wert erwähnt zu werden. Ich selbst habe - egal welcher Motor - egal welche Kerze - noch nie eine defekte fabrikfrische Kerze erlebt - aber das soll nichts heißen - deine Erfahrung mit NGK steht im Raum und ich will sie nicht bestreiten.

    Vergleichsunterschiede wie sie im obigen Thema gemeint sind sind etwas subtiler zu verstehen. Es geht um das Laufverhalten des Motors vor und nach dem Kerzenwechsel, evtl. auch oder gerade wenn man von NGK zu Rotax oder umgekehrt wechselt. Fällt da was auf? In meinem Fall konnte ich vom Wechsel  von NGK auf Rotax einen rauheren Motorlauf und feine Vibrationen feststellen. Nur wenn man die Kerzentype wechselt, kann man, Feingefühl vorausgesetzt, Unterschiede feststellen.

    Wenn man z.B. wegen Vibrationen seine Werkstatt oder auch Rotax kontaktiert, dann kommen standardmäßig (und das wird in vielen Fällen auch so sein) die Hinweise: Propellerwuchten, Vergaser synchronisieren, Zündboxen usw. und dann das übliche Argument dass Rotaxmotoren sowieso in bestimmten Drehzahlbereichen etwas mehr Vibrationen haben (Verbrennungsmotoren produzieren zwangsläufig Vibrationen - so gut kann man Kolbenmotoren nicht ausgleichen). Hat man das alles durchgecheckt und ist sicher, daß das keine Ursache sein können (das ist ein langer Weg) und wechselt dann die Kerzen und bemerkt beim ersten Start schon den Unterschied, dann geht einem ein Licht auf.

    Hast du schon von NGK zu Rotax Kerzen gewechselt oder umgekehrt? Kennst du Jemanden, der das getan hat? Im Übrigen, ja technische Massenprodukte können fehlerhaft sein. Von zertifizierten Kerzen, die das siebenfache kosten, sollte man aber höhere Maßstäbe anlegen dürfen. Rotax - wenn auch in einer verzeilichen schwachen Sekunde gesagt (Hinweis von Hoppsing) - weiß schon in etwa über die Qualität seiner zugekauften Produkte - vielleicht auch ein Ausreißer - aber mittlerweile sind die Rotax Zündkerzen schon einige Jahre auf dem Markt - da sollte die Produktoptimierung schon gegriffen haben.

    Das Problem ist, daß die Zündkerzen für alle 912er Motorentypen freigegeben sind. Ältere Motorentypen wei der 912 UL oder 912 ULS wurden angeblich nicht verändert. Wie die Flammausbreitung sich im Brennraum durch das geänderte Wirkprinzip der Zündkerze auswirkt wird ein Geheimnis bleiben, jedenfalls für den Nutzer. Inwieweit die zwei Elektroden, die Ölkohlebildung und das Freibrennen gerade im vorderen Zylinder funktioniert, können wir nur erahnen. Der Praxisvergleich (Start, Leerlauf, Teillast, Volllast, Langzeitverhalten) kann aber einigen Aufschluß geben und jeder mit etwas Feingefühl kann sagen: Unterschied ja nein. Darum geht es um die Praxiserfahrungen der beiden eigentlich grundverschiedeen Kerzentypen.

  • @ Gonzoflieger: meine Zündkerzen messe ich vor dem Einbau auch immer durch. NGK DCP8RE liegen normalerweise so um die 5000 Ohm! Streuung meist zw. 3800-5900Ohm. Und ja, hin- und wieder ist mal eine mit Widerstandswert gegen unendlich dabei! Durch Fertigung oder Sturz scheint es dabei im Inneren zu einer hauchfeinen Unterbrechung zu kommen. Für die Hochspannung stellt diese Unterbrechung allerdings kein Hindernis dar; so eine Kerze funktioniert auch. Ob der Motor damit trotzdem anders, rauher läuft oder gar vibriert? Keine Ahnung. Solche Kerzen baue ich persönlich halt erst gar nicht ein.

    Nennt es kleinlich, aber wenn ich Kerzen im Laden kaufe, messe ich sie direkt auf der Theke durch. Und es passiert immer mal wieder, daß ich einen Ausreißer direkt umtausche. (Ich habe da einen höheren "Verbrauch" auch durch Autos und Motorräder. Und alle paar Monate ist mal EINE dabei. Also eigentlich doch recht selten.)

    Gruss,

    Jürgen

  • Moin,

    bei mir war es letztlich ein völlig doofer Fehler...

    Habe mit dem gleichen Prop mit gleicher Steigung, da Hub nicht gelöst, im Standlauf mit dem alten Motor immer ca. 5400 U/min erreicht. Der neue zeigte immer wie festgenagelt 5000 U/ min an.

    Da es ein komplett neuer Motor war riet mir die Technik von Franz zur folgenden Vorgehensweise.

    Als erstes sollt ich nochmals das Ventilspiel prüfen. = ok

    Danach eine Druckprüfung durchführen. = ok

    Dann sollte ich alle Zündkerzen tauschen = ok, da keine Änderung

    Dann schickte Franz zwei Testvergaser, von denen wegen einer falsch verbauten Dichtung  vom Schwimmergehäuse, einer extrem incontinent war. Mit den Vergasern = ok, da keine Änderung

    Dann sollte ich den Auspuff prüfen, das Auslasrohr kann im Topf einfallen, sodass der Gegendruck zu hoch wird. = ok

    Als letztes habe ich von einem Fliegerkameraden neue Zündboxen zum testen bekommen. = ok, da keine Änderung.

    Der Motor lief rund, eigentlich war alles toll, es fehlten halt nur ca. 400 U/min. Altekemper hatte auch kein Idee mehr.

    Irgendwann habe ich dann von der Runwaymap App den Drehzahlmesser für den Prop geladen und die Drehzahl gemessen und durch die Untersetzung geteilt. Ergebnis = 5480 U/min.

    Uhrsache war eine falsche Anzeige am Drehzahlmesser, weil dieser mit dem Geber vom neuen Motor nicht richtig anzeigte. Ärgerlich daran war nur, das ich genau nach diesem Fehler bereits zu Anfang und zwischendurch gefragt habe, die Technik bei Franz war sich damals aber sicher das es dort kein Problem geben würde....

    Insgesamt haben sich die Techniker bei Franz aber viel Mühe gegeben, Ferndiagnosen sind halt immer schwer.

    Letztlich alles gut, der neue Motor ist ok. Hat halt nur viel Nerven Arbeit und Zeit gekostet.

    LG

    Hoppsing

  • .... meine Erfahrungen mit NGK resultieren aus mehr als 30 Jahren Motorradschrauberei und ich kann sagen, dass es eigentlich keine zuverlässigeren Zündkerzen gibt.
    Meines Wissens, hat Rotax den Hersteller gewechselt, weil schon seit langer Zeit NGK die Verwendung der Kerzen in Luftfahrzeugen untersagt (siehe Bild auf der Verpackung).

    .... und die jetzigen Zündkerzen sind besser als keine...


    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • GonzoFlieger schrieb:
    Hallo Quax der Bruchpilot,

    woran hast du die kaputten Kerzen erkannt?

    Hallo!

    War damals eine blöde Situation. Es wurden verschiedene Wartungsarbeiten gemacht. Aus irgend einem Grund waren auch die Zündböxen demontiert. Danach wollte der Motor nicht mehr laufen. Da denkst Du zuerst an Wartungsfehler, defekte Zündbox Kerzenstecker und und und. An Ende, nach langer überflüssiger Suche waren 2 Tote Zündkerzen am selben Zylinder das Problem.

    Wir kaufen die immer beim Autoteilegroßhandel in 10er Kartons. 2 aus einem Karton waren tot.

    Einen Vergleich der Bosch  und NGK Kerzen haben wir nicht. Ich hab mich aber bei meinem Selbstbau für NGK entschieden. Die laufen bei uns seit zig tausen Stunden. Wie Ralle schon sagte.

    Außer diesem Fall hatten wir weder mit den 80 PS noch mit den 100PS Kerzen Probleme. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass man sich nicht auf Neuteile verlassen soll. Auch da kann es mal "Schrott" geben. Hätten wir das beherzigt, hätten wir uns einige Stunden Fehlersuche erspart.

    Tom


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