Umstieg Bugrad auf Spornrad

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Hallo Flieger!

    Im Moment bin ich noch dabei meinen Lapl zu machen. Danach war der Plan auch auf UL zu fliegen. Im Verein haben wir 3 tolle Flieger,2x Echo,1xMike, die man nach Scheinerhalt für gute Preise chartern kann.

    Das Problem ist jetzt, das es zwar tolle Flieger sind, aber eben nicht das was ich mir erträumt habe. Eigentlich würde ich mir gern nach der Ausbildung einen Doppeldecker zulegen. Ob jetzt Ultraleicht oder Echo sei mal dahin gestellt. Auch die Kostenfrage würde ich hier gern außen vor lassen. Ich wohne 10 min vom Platz weg und will fliegen wann ich will, wenn das Wetter es erlaubt, ohne vorher schauen zu müssen ob der Flieger da ist.

    Unser Schulflugzeug ist eine Aquilar 211. Also Bugrad. Und hier kommt jetzt mein Bedenken. Die Doppeldecker sind ja alles Spornradflieger. Glaubt ihr der Umstieg von Bug auf Sporn ist für einen durchschnittlich begabten Anfänger machbar? Hat vielleicht jemand den Umstieg schon gemacht zu frühem Zeitpunkt und kann mal berichten? Was haltet Ihr generell davon sich nach Ausbildung neu eigenen Flieger zu zu legen?

    LG & vielen Dank!

    Sascha

  • Es gibt auch Flugschulen, die schon auf Spornrad schulen, das ist also nicht ein grundsätzliches Problem.

    zB HB-air auf Savage.

     Man kann auch sehr lange diskutieren ob es besser ist möglichst früh auf Spornrad zu gehen, wenn handlungsweisen noch nicht so hart verankert sind, oder später, wenn mehr Erfahrung vorliegt.
    ich empfehle aus der  Umschulungserfahrung erfahrener Flieger (in dem Fall Segelkunstflug) durchaus das frühere.

    Wenn man auf den Geschmack gekommen ist und es sich leisten kann ist ein eigenes Flugzeug nur durch zwei eigene Flugzeuge zu ersetzen. je eher um so besser.

  • Zum Thema Spornrad kann ich durch eigene viele Stunden und Landungen etwas beitragen:
    Auch da kommt es auf den Flieger drauf an.  Manche sind, auch für erfahrene Spornradflieger, immer mit Vorsicht zu genießen und einige sind relativ harmlos. Das hängt von der Spurbreite, Länge und Form der Fuselage,  Art der Fahrwerksdämpfung, Rudergröße, Konfiguration der Bremsen und Gewichtsverteilung ab. Immer liegt der Schwerpunkt aber hinter den Rädern (Porsche 911 Effekt). Bei einem Versatz von > 30% gibt es Ringelpiez. Nicht Umsonst verlangen andere Länder (z.B. USA und Südafrika) ein Rating (dokumentierte Freigabe durch Fluglehrer)  dafür. Die kriegt man auch nicht durch 1-2 erfolgreiche Landungen, sondern muss schon ein paar Stunden investieren und auch bei böigen Seitenwind das Ding runter kriegen. Und auch nach X Jahren und Anzahl von Landungen im 4 stelligen Bereich kann ich bestätigen,  der Flieger ist immer erst gelandet, wenn er im Hangar steht. Man muss daher regelmäßig fliegen, alle X Monate sich mal rein setzten und denken das wird schon, ist nicht.
    Trotzdem, zusammen mit Wasserfliegen gibt es nichts schöneres .

  • Kann die Überlegungen gut nachvollziehen, wollte auch direkt nach dem Schein was haben (wäre damals wohl eine K8b geworden) aber schon wenige Monate danach doch eher eine ASW19 und so weiter...

    Kurz: Deine Ansprüche ändern sich bestimmt schnell,...erst mal auf Vereinsflugzeugen (wenn die Chemie im Verein stimmt) zu fliegen ist sicher erstmal wichtig, nicht nur wegen der eigentlichen Fliegerei, sondern um auch Erfahrung mit dem drumherum zu sammeln. (Heißt nicht, dass ein eigener Flieger nach dem Schein direkt doof ist....eben nur meine Meinung)

    Taildragger....nun kann ich sagen da hab ich mehrere hundert Stunden, aber eben Falke, Simona Grob und sowas....das ist nochmal was anderes als Oliver mit der KFA (....geiles Gerät übrigens)

    Soll heißen: Alles ist relativ

    Wenn es dir um Verfügbarkeit geht musst du auch auf die Wetterbedingungen achten...Taildragger Doppeldecker (bin ich selber noch nie geflogen, aber viele beobachtet) scheinen mit da anspruchsvoll zu sein.

    Kostenfrage läßt du ja außen vor :-)  (Meine Holde würde mir was fauchen, wenn ich einen Echo Doppeldecker kaufen würde)

  • Also ich mach den Schein jetzt nicht um irgendwo bei den Pflichtstunden rum zu krebsen. In der Schulung flieg ich jeden zweiten Tag,und viel weniger wirds später wohl auch nicht,weil die Holde immer mit will,sich vorerst aber noch nicht traut den Schein zu machen. Da arbeiten wir noch dran. Dann faucht die auch nicht bei Echo Doppeldecker.

    Auch mit erneuten Flugstunden hab ich ehrlich gesagt kein Problem, bzw war das schon angedacht. Es muss ja so sein das ich meine Frau auch beruhigt mitnehmen kann. Und dann, so war der Plan, auch kleinere gemütliche Ausflüge machen.

    So wie ich das jetzt mal lese scheint mein Wunsch ja nicht komplett absurd zu sein.

  • "Seinerzeit" konnten die Flugschüler ja nur ausschließlich auf Spornrad oder Schleifsporn lernen. Und zu Beginn jeweils mit ziemlich wenig Flugerfahrung. Und die hießen auch nicht alle Lindbergh.

    Kann man also wohl schaffen :-)

    Gruss,

    Jürgen

  • SVogt schrieb:
    ch meine Frau auch beruhigt mitnehmen kann.
    Ist eventuell nicht repräsentativ aber meine langjährige Beobachtung: Offene Doppeldeckerpiloten fliegen meist einsam.
    Hintereinander im Freien ohne den Partner neben sich zu haben ist meistens nicht lange so das Ding der holden Weiblichkeit, wenn diese nicht selber fliegen. Der PAX Sitz hat oft auch keine gute Sicht um man fühlt sich kalt und ausgeliefert. Kenne Einige, welche den Flieger dann gegen einen geschlossenen Side by Side ausgetauscht haben oder die finanziellen Mittel hatten, sich eine zusätzlich WAF kompatible (Wife acceptance factor) Alternative anzuschaffen.
  • Jau, mal ne Stunde DoDe fliegen ist geil, kultig und sieht geil aus von draussen etc ... aber beim Reisen , beim Platz im Flieger,
    hangarieren und am Boden gibt es halt die Nachteile die eben da sind.

    Nur die wirklich harten im DoDe machen solche Reisen mit 90-110km/h ...
    so wie z.B. die 200 -250 km/h Piloten im geschlossenen SbS Flieger.

    Aber es ist eben immer was man bevorzugt , kultig abends um den Kirchturm ists schon echt geil ...

    Zum Spornrad wurde ja schon viel gesagt.... was habe ich ( bei Seitenwind auf Asphalt ) mit der Superdimona vor 25 Jahren gekämpft ... alles fiel mir leicht in der Fliegerei ... immer.... aber das war schon mal ne Schüppe obendrauf ...
    auch die FK war kribbelig, die S10 war auch sportlich am Boden, in der Luft wie auf Schienen.

  • Wann man umsteigen sollte kann ich nicht groß sagen. Ich habe sämtliche Lizenzen mit dem Spornrad gemacht, TMG mit Falke, Simona und G109, UL auf Savage und LAPL auf PA18.

    Für mich war der Umstieg auf Dreibahn irgendwie kribbeliger, wahrscheinlich weil ich bis dahin einige hundert Stunden nur Spornradflugzeuge geflogen bin.

    Eine gute spornradeinweisung braucht vorallem Zeit, verschiedenste Wetterlagen, Untergründe und viel Training. Wenn man den Trick raus hat, macht′s aus meiner Sicht viel mehr Spaß. Aus diesem Grund beschaffen wir auch gerade eine FK9 mit Spornrad zur Schulung.

    Gruß Kurt.

  • Oliver_K schrieb:
    ...da kommt es auf den Flieger drauf an.  Manche sind, auch für erfahrene Spornradflieger, immer mit Vorsicht zu genießen und einige sind relativ harmlos.
    Letzterer ist der Kiebitz (harmlos). Ich hatte nach dem Scheinerhalt 3 Stunden 14 Minuten im Flugbuch, als ich mir den Kiebitz aus Bayern nach Schläfrig-Holstein abholte. 3 Flüge mit der Vorbesitzerin (zugleich Fluglehrerin) und einen Alleinflug, über insgesamt 1 Stunde 39 Minuten und 9 Landungen. Danach am nächsten Tag von Thalmässing nach Weimar (getankt), nach Uelzen (getankt) und Itzehoe (Homebase).

    Wenn Du nicht auf das Geld kucken musst, frage ich mich, was Du in einem UL-Forum suchst. Dann wäre ′ne Tiger Moth oder Stearman wohl in der Wunschliste weit oben. Wenn Du es etwas moderner willst, vielleicht auch ′ne Pitts zum rumturnen oder Great Lakes.

    Wenn es doch ein UL sein soll, wohl eher die FK 131 oder (aus meiner Sicht besser) die Stampe SV4RS. Beide mit einer Reisegeschwindigkeit, die doch deutlich über der des Kiebitz′ liegt und zumindest von der Stampe weiß ich, dass Raoul Severin an der 600 kg-Zulassung dran ist. Die FK 131 gibt′s auch schon als LSA.

    In jedem Fall muss man beim Landen gut aufpassen bzw. konzentriert sein. Das hängt aber auch von der Einstellung des Spornrades ab (Achsneigung) und davon, ob es direkt angelenkt wird oder nur mittelbar.

    Aber der Spaß am Fliegen steigt mit dem zweiten Flügelpaar enorm!!!

    Gruß Lucky

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