Moin,
auch wenn das nicht direkt zum Thema gehört:
Der Sternmotor J5 wiegt ungefähr das doppelte vom 912 und ist nur dann so sparsam, wenn er extrem stark abgemagert betrieben wird, wenn ich mich nicht irre. Damit ist er für die meisten nicht explizit an dem Motor geschulten Piloten schlichtweg nicht zu bedienen bzw innerhalb weniger Stunden zerstört. Da von technischem Vorsprung zu sprechen lässt diverse Aspekte komplett raus. Der 912 ist auch deswegen der Stadard-Motor im UL, weil er kaum (!) Intelligenz zum Benutzen verlangt. Keine Gemischverstellung durch den Piloten und damit maximal konservative Einstellung geht zu Lasten des Verbrauches, aber verhindert auch erfolgreich Klopfen etc auch unter Volllast. Die TBO dürfte auch deutlich zu Gunsten des 912 ausgehen, ebenso die Zuverlässigkeit. Ne Einspritzung oder sogar Lean-of-Peak-Betrieb dürfte die Betriebszustände der beiden Motoren vergleichbarer machen und gehen mit großer Wahrscheinlichkeit zugunsten des 912 aus. Das Gleiche gilt für moderne KFZ vs Oldtimer. Bei Literleistungen von etwa 25PS/L und entsprechenden Fahrleistungen kommen durchaus große Laufleistungen zustande. Wenn du einen modernen Motor nicht maximal belastest und mit reduzierter Fahrleistung nutzt, kommt auch ein Turbomotor neuer Bauart locker auf 500.000km. Nur fahren wir alle wie bekloppt und nutzen die Leistung stärker als früher beim Bauerndiesel, und damit machst du jeden Motor tot, auch den des Oldie, Stichwort warmfahren.
Die Intelligenz des Nutzer hält halt leider nicht mit den Erfordernissen des Produktes mit, das reduziert die Lebensdauer beträchtlich.
Zur TBO: ich halte mich an die Wartungsintervalle, soweit vorhanden, auch wenn ich nicht sklavisch nach hundert Stunden den Betrieb einstelle, falls z.B. das Öl nicht gewechselt wurde. Schläuche werden regelmäßig geprüft und nach Bedarf frühzeitig gewechselt, Ölfilter aufgeschnitten und von dem Motorenfachmann meines Vertrauens begutachtet. Auf der anderen Seite habe ich auch keine Angst, andere Zündkerzen als die von Rotax empfohlenen zu nutzen oder bei Instrumenten und Innenausstattung selber Hand an zu legen...
Die Versicherungen sind meines Wissens nach immer in der Pflicht zu beweisen, das eine Abweichung von Verfahren oder Anweisungen ursächlich für einen Unfall ist, ansonsten müssen sie zahlen. Das kann viel Raum für Diskussionen schaffen, aber mir ist kein Fall bekannt, der nicht korrekt abgewickelt wurde.
Gruß Raller