Rotax 912 ULS Leerlauf - Mysterium

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Liebe Foristen,

    das ist ein Appell an die Schwarmintelligenz des Forums.

    Mein 912ULS bringt mich um den letzten Verstand. Im Großen und Ganzen läuft der Motor gut, wenn er mich nicht sporadisch mit Ausspringen im Leerlauf überraschen würde. Das passiert nur, wenn ich das Gas ganz auf Leerlauf ziehe. Sporadisch heißt, von 20 Motorläufen ungefähr 1 Mal.

    Der Leerlauf ist nicht zu niedrig eingestellt. Ganz im Gegenteil, er ist mittlerweile bei 1.900 U/min eingestellt, weil ich dachte, es würde daran liegen. Selbst wenn ich etwas stärker am Gashebel ziehe, fällt die Drehzahl nicht unter 1.850 U/min.

    Wie ich schon erwähnte, passiert das sporadisch, leider aber auch im Endanflug kurz vor der Schwelle, wenn man für gewöhnlich das Gas ganz weg nimmt.

    Heute habe ich mehrere Standläufe am Boden gemacht. Dabei habe ich den Motor mehrmals höher drehen lassen und dann das Gas wieder weggenommen. Und siehe da, plötzlich fiel die Drehzahl auf 1.200 U/min ab, als ich das Gas ganz herauszog. Ich meine, dass der Motor vorher auch schon etwas rauer lief. Ich habe den Motor ausgeschaltet und sofort wieder angelassen, woraufhin er wieder ganz normal und ruhig mit 1.900 U/min lief.

    Die Vergaser sind auf dem neuesten Stand und nachgeschaut und für in Ordnung befunden (Schwimmer neu und ok, Düsennadeln mit neuen Clips und auf richtiger Rille eingehängt, pneumatisch synchronisiert). Die Zündung verhält sich beim Magnetcheck unauffällig. Der Motor ist ca. 3,5 Jahre alt und hat 300 Betriebsstunden.

    Ich möchte noch erwähnen, dass das Gemisch m. M. n. etwas fett ist. Lasse ich den Motor am Boden 10 Min. mit hoher Drehzahl (4 - 4.500) laufen, ist meine Bugradverkleidung unterm Auspuff ziemlich rußig. Ich glaube zwar nicht, dass das Mysterium durch das Gemisch begündet ist, da nach Motorstopp und sofortigem Wiederstart alles wieder normal ist, dachte aber, ich erwähne es der Vollständigkeit halber.

    HILFE!

    Eric

  • Hast Du eine Benzin-Rücklaufleitung in den Tank oder fördert die Benzinpumpe ausschließlich inden Vergaser und bei Leerlauf steht das Benzin dann vergleichsweise lange in der Leitung?

    Ich denke gerade an Dampfblasenbildung in der Benzinleitung. Je kleiner die Fördermenge, desto länger steht der Sprit in der Leitung und kann sich vom heißen Motor aufwärmen.

  • Hi Chris,

    danke für Deine Gedanken. Ich habe keine Rücklaufleitung und auch keine elektrische Benzinpumpe. Ich habe Flächentanks (Hochdecker) und die obligatorische mechanische Benzinpumpe.

    Ich glaube aber nicht, dass mein Problem an Dampfblasenbildung liegt, denn wenn ich den Motor sofort nach dem Ausspringen wieder anlassen will, springt er auch sofort und unmittelbar (nach gefühlt nur einer Umdrehung) wieder an. Bei Dampfblasenbildung müsste man dagegen eine zeitlang orgeln. Außerdem passiert das ja auch im Flug bei den jetzigen Temperaturen, wenn genügend Kühlung unter der Cowling vorhanden sein müsste.

    Gruß

    Eric

  • Moin Eric,

    die ganzen üblichen Verdächtigen hast Du schon ausgeschlossen?

    • Luftfilter neu?
    • Benzinfilter neu?
    • Zündkerzen kontrolliert und Abstand zwischen den Elektroden nachgemessen / eingestellt?

    Läuft der Motor beim Absterben eher sanft aus oder bleibt er schlagartig stehen, wie wenn man nach der Landung die Zündung abstellt?

  • Chris,

    faktisch habe ich nur Punkt 3 überprüft, weil mir die beiden ersten Punkte bei dem Fehlerbild unlogisch erscheinen.

    Sollte(n) der/die Benzinfilter zu sein, würde ich eher auf Probleme tippen, wenn Leistung gefragt ist. Also eher bei höheren Drehzahlen und nicht im Leerlauf.

    Luftfilter im Prinzip das gleiche. Wieso funktioniert der Motor sofort wieder, wenn ich ihn abstelle und wieder starte?

    Das sieht für mich nicht nach den typischen Ursachen für die Symptome aus, die mein Motor zeigt. Trotzdem schon mal danke für Deine Anregungen.

    Falls ich mit meinen Annahmen falsch liege, bin ich für Gegendarstellungen natürlich offen.

    Eric

    Edit: Bisher hat der Motor 3 Mal dieses Symptom gezeigt. 2 Mal im Endanflug (einige Sekunden vor dem Aufsetzen), 1 Mal am Boden bei einem Testlauf. Die beiden Male, in denen der Motor im Flug ausging, ging er sanft aus, was aber auch am windmilling gelegen haben kann. Das 1 Mal am Boden ist er gar nicht ausgegangen, die Drehzahl ist lediglich auf 1.200 U/min abgefallen, woraus natürlich ein sehr rauer Motorlauf resultierte.

  • Hi, ich hatte mal ein ähnliches Problem:
    Der Teufel sass im Tank!
    Dort hatte sich bei Unterdruck ein Stück Silikon in die Spritleitung eingezogen.
    Sobald der Motor selbstständig aus ging und daraufhin sofort wieder gestartet wurde, 
    lief er wieder, da zwischenzeitlich der Unterdruck in der Sprileitung gesunken war,
    der Silikonpropfen dann wieder mehr Sprit durch lies und dieser dann wieder ins Schwimmergehäuse nachlief.

    Vielleicht eine Idee!

    Gruss

  • Wenn du Sprit und Mechanik ausschließen kannst: Sind deine Vergaser im Leerlauf synchronisert? (Stichwort pneumatische Synchronisation)

    Gibt es sogar ein Manuel zu:

    https://rotax-docs.secure.force.com/DocumentsSearch/sfc/servlet.shepherd/version/download/068120000025qmkAAA?asPdf=false

    Kapitel 10.3

  • Eric schrieb:
    Luftfilter im Prinzip das gleiche. Wieso funktioniert der Motor sofort wieder, wenn ich ihn abstelle und wieder starte?
    Auf den Luftfilter bin ich gekommen, weil Du von einem zu fetten Gemisch schreibst. Nicht, daß der wegen Luftmangel langsam absäuft. Wie sieht es mit dem Choke-Hebel aus? Wenn Du im Cockpit den Choke zurückschiebst nach einem Kaltstart, geht die Starterklappe am Vergaser dann auch wirklich in die Grundstellung zurück oder bleibt die evtl. irgendwo kurz vorm Ende hängen?
  • @Dario-Matteo

    Der Benzindruck bleibt konstant bei 0,35 - 0,4 bar, auch wenn der Motor dabei ist, abzusterben. Das kann’s also nicht sein.

    @francop

    Ja, sind kürzlich pneumatisch synchronisiert worden. Wenn dem nicht so wäre, würde der Motor ja auch immer schlecht laufen, nicht nur sporadisch.

    @cbk

    Chokehebel hatte ich auch schon in Verdacht. Ist überprüft und kehrt in Ausgangsstellung zurück, wenn er deaktiviert wird. Stichwort Luftfilter: Wenn die schuld wären, wieso tritt der Fehler nur sporadisch auf? Und wenn der Motor nicht genug Luft bekommen sollte, würde auch die Leistung nachlassen. Die lässt aber überhaupt nicht zu wünschen übrig. Werde ich trotzdem mal überprüfen.

    Euch 3en schon mal meinen besten Dank!

    Gibt es noch weitere Fehlerquellen, die für das Verhalten meines Motors verantwortlich sein könnten?

    Eric

  • .... hast Du schon mal an die Zündboxen gedacht ??

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Ruhestand
    Ralf

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