Lufthansa bricht Restaurierung der Super Connie kurz vor Ziel ab - Petition

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Moin moin,

    ich habe vor wenigen Tagen erfahren, dass das neue Lufthansa Management die fast abgeschlossene Restaurierung der Super Constellation abgebrochen hat. Die Maschine, zur Zeit in einer eigens gebauten Halle in Auburn befindlich und fast fertig, soll zerlegt und nach Deutschland gebracht werden. Das irrsinnige daran: die Kosten des Transports sollen ähnlich hoch sein wie die, der notwendigen Restarbeiten.

    Jetzt wurde bekannt, dass auch die Tante Ju nicht mehr fliegen soll. Der neue Lufthansa Vorstand hat wohl Sinn für Zahlen, aber eben nur für Zahlen und nicht für Ideen, wenn sie mal kein Geld einbringen.

    Ich habe heute Kontakt mit Herrn Borgmann gehabt, der damals die Restaurierung angestoßen hat und der ein Buch darüber geschrieben hat, das ich mir heute gekauft hatte. Ein schönes und interessantes Buch: Königin der Lüfte - Lockheed Constellation. Nicht teuer, aber schön gemacht mit sehr vielen Abbildungen.

    Es gibt eine Petition bei change.org, den etwas visionslosen Vorstand zumindest noch mal zum Nachdenken zu bewegen. Manager, wie ich sie kennenlernen musste, die nur emotionsloses Verständnis für Zahlen haben, sind aber gleichzeitig immer an einer Stelle empfindlich: ihrer eigenen Reputation. Da werden sie fast weinerlich. So jedenfalls meine Erfahrung.

    Ich habe heute die Petition unterschrieben und werbe bei euch darum, dies auch zu tun, wenn ihr wie ich von der Geschichte und der Eleganz dies Flugzeugs beeindruckt seid. Die Petition erreicht ihr über diesen Link:

    https://www.change.org/p/support-this-petition-to-lufthansa-ceo-carsten-spohr-convincing-him-to-complete-the-restoration-of-the-lufthansa-super-connie-in-auburn-maine

    oder googeln nach: Petition Super Constellation

    Und wenn ihr noch ein übriges tun wollt, dann gebt diese Information weiter, im Verein, an Freunde und andere Piloten.

    Ich finde, es ist es wert.

    Danke

    Gerd

  • Im Museum ist sie besser aufgehoben. Ein Relikt vergangener Zeiten. Ich würde als Vorstand dafür auch kein Geld ausgeben wenn ich dadurch an anderer Stelle ggf. Personal nicht abbauen muß.

  • @EDHS

    Kaum vorstellbar, dass sich die LH-Vorstände durch eine Online-Petition beeindrucken lassen. Vorstände sind allein den Eigentümern, sprich den Aktionären, verpflichtet und sicher nicht einer handvoll nostalgischer Flugenthusiasten. In verschiedenen Berichten war zu lesen, dass das Connie-Projekt völlig aus dem Ruder gelaufen ist. In 10 Jahren wurde schon ein 3-stelliger Millionenbetrag versenkt. Da stellt sich doch die Frage, warum der durchschnittliche LH-Kunde, der überwiegend sicher kein nostalgischer Flugenthusiast ist, hierfür durch höhere Ticketpreise zahlen soll. 

    Es gäbe einen einfachen Weg, wie die LH elegant aus der Nummer rauskommt: Jeder LH-Kunde wird gebeten, 10€ je Ticket zusätzlich für das Connie-Projekt zu spenden und wer mag, gern noch mal 5€ für die Tante Ju obendrauf. Ich wage die Prognose, dass die Einnahmen noch nicht einmal die Hangarkosten decken. 

    Solche Nostalgieprojekte gehören in die Hand privater Sponsoren und Vereine und nicht in die Hand von Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen und die ihren Aktionären verpflichtet sind. 

  • 1997 bekam ich zum vierzigsten Geburtstag einen Flug mit der D-AQUI geschenkt. Zum ersten Mal brummte ich angenehm langsam in niedriger Höhe bei 2.500ft durch die Luft. 2000 habe ich mir dann selbst noch einen weiteren Flug mit dieser wunderschönen Ju52 gegönnt. Ein Jahr später hatte ich den UL-Schein.

    1500 Flugstunden mit UL und Experimental später überkam mich immer noch ein Kribbeln, wenn ich den Sound der drei Sternmotoren über mir hörte. Ihr verdanke ich die besten 1500 Stunden meines Lebens.

    Die Lufthansa Group transportiert pro Jahr mehr als 130 Millionen Fluggäste und hat ein kleinkarriertes Geschichtsverständniss wie der armseligste Krämerladen kurz vor der Pleite. Firmen, die so handeln, sollten ihren Namen ändern. Erlicherweise hieße die "Deutsche Bank" dann endlich "Ackermann-Brothers" und die "Deutsch Lufthansa" hieße "Sparfuchs Airlines".

    Die Ju52 erinnert zu sehr an die Verwicklungen der Lufthansa in den 2. Weltkrieg und die Nazies, die Connie an die Zeit, als Piloten noch Helden waren, die in den Augen des Vorstandes heute nur noch vollkommen überbezahlte Knöpfchendrücker sind.

    Achim

  • EDXJ schrieb:
    Solche Nostalgieprojekte gehören in die Hand privater Sponsoren und Vereine und nicht in die Hand von Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen und die ihren Aktionären verpflichtet sind. 
    Qantas hat auch eine Connie in Betrieb. Allerdings haben die genau das gemacht, was Du beschreibst. Die Connie VH-EAG wird offiziell von einem Verein betrieben und die Fluglinie selber bleibt im Hintergrund.

    --> https://hars.org.au/lockheed-c-121c-super-constellation/

    Ich gehe auch davon aus, daß bei ihnen, wie bei der Breitling Connie auch, die Kosten deswegen nicht explodiert sind, weil sie ohne Druckkabine fliegen. LH wollte die Druckkabine auch wieder in Betrieb nehmen.

    Aber die VH-EAG fliegt, wie zu sehen ist. :-)

    Wie wenig heutige Airlines mit solchen Vögeln zutun haben wollen, erkennt man aber schon an der Lackierung. Zwar prangt das kleine Kangaroo hinten auf den äußeren Seitenrudern, aber den Schriftzug "Qantas Empire Airways" darf sie nicht tragen. Qantas hat Angst, daß heutige Paxe auf die Idee kommen könnten, die Fluggesellschaft nutze solch alte Vögel für den regulären Liniendienst. :′-(




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