Flugverhalten UL und Echo

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Hammer geil!!

    ...nur mit einem Wendezeiger und der Libelle...   Sau gut!!

    - Aber ein "Kreisel" muss es halt mindestens sein - sonst: "gute Nacht, Marie"  ;))


    BlueSky9


  • Was mit in der heutigen Ausbildung fehlt ist das Fach Fluglehre. Bei der GST gab es das und es wurden alle Fluglagen mit physikalischen Grundlagen und Steuereingaben gelernt. Besorgt Euch mal alte Lehrbücher aus des 50ern und 60ern. Da wurde noch viel umfassender gelehrt. Es scheint als wenn heute die Flugschüler intellektuell entweder nicht mehr in der Lage sind dazu oder die Lehrer.

    FF

    hei

  • BlueSky9 schrieb:
    - Aber ein "Kreisel" muss es halt mindestens sein - sonst: "gute Nacht, Marie"  ;))
    mit Wendezeiger ist das fliegen ohne Sicht nicht wirklich schwierig, man muss halt die Kugel gerade halten und den Wendezeiger auf einem Wert festhalten, dann ist der Kreis stabil.

    Es geht aber tatsächlich auch ohne Wendezeiger.

    Kompass und Libelle reichen, frag mich aber nicht wie das geht...

  • Steffen_E schrieb:
    Kompass und Libelle reichen, frag mich aber nicht wie das geht...
    Das geht theoretisch in sehr ruhiger Luft und auch nur zum Flaechen gerade halten. Aber wer das kann, kann auch ueber′s Wasser laufen.

    Was der Segelkollege da zeigt, ist schon die ganz ganz grosse Schule.


    Chris

  • Moin,

    beim Fliegen in reduzierter Sicht mit Wendezeiger etc darf aber unter keinen Umständen ein schmaler Korridor verlassen werden, in dem das funktioniert. Zu viel Schräglage, Turbulenz oder Wind führen dann doch relativ schnell zum Punkt, an dem aus den Instrumenten nicht mehr sinnvoll die Fluglage erkannt werden kann. Ein eigenstabiler Flieger hilft auch.

    Insgesamt ist das sehr anspruchsvoll, und es gibt einen Grund, warum es heute deutlich bessere Instrumente gibt.

    Zum Fliegen unterschiedlicher Typen bzw Muster: wenn man nur einen Flieger kennt, ist es schwer festzustellen, was typenspezifisch ist und was auch allgemeiner gilt, z.B. Anflugtechnik bei Seitenwind. Wer auf mehreren Typen fliegt, kann leichter den theoretisch-technischen Teil vom speziellen Verhalten des Musters trennen. Danach ist es leichter, auf einem unbekannten Flieger zu fliegen, da die grundsätzlichen Teile bekannt und gleich sind und man sich nur auf die Reaktion des Musters konzentrieren kann. Es erleichtert einem festzustellen, was der Flieger gemacht hat und was man selber als Input beigetragen hat. Damit kommt man an einen Punkt, an dem echte Analyse möglich ist.

    Kleiner Tipp aus dem Off: Flugzeuge fliegen am Besten, wenn man sie nicht dabei stört. Off off.

    Ich sehe relativ häufig, das viel zu viel Input in alle möglichen Richtungen gegeben wird, ohne das das Flugzeug Zeit hatte, darauf zu reagieren. Auslöser ist meistens Adrenalin, das der Körper am liebsten über eine Aktion abbaut, also wird gesteuert, auch wenn es eigentlich garnix zu steuern gibt, weil der Flieger schon auf Kurs ist. Die dann quasi selbstausgelöste Ablage muss dann korrigiert werden und das erzeugt: Adrenalin! Wenn jetzt unterschiedliche Reaktionen auf Inputs durch verschiedene Muster erlernt werden, kann man leichter die unsinnigen von den sinnvollen Inputs trennen und sich auf den jeweiligen Flieger besser einlassen, das reduziert Adrenalin und die Arbeitsbelastung. An der Stelle liegt der Trick verborgen, warum einige sehr schnell mit neuem Gerät klarkommen und andere hadern. Ist aber beim Auto- und Motorradfahren ähnlich, bei der Wahl des Tennisschlägers oder der Gitarre etc...

    Gruß Raller

  • Wer die Möglichkeit hat, eine Schulung zur Wolken- und Nachtsichtflugberechtigung zu machen, unbedingt anmelden!!

    Damals in Zell am See wurde das mit einer RF 5 durchgezogen, die sich dafür hervorragend eignet (Kandidat am Rücksitz, null Sicht nach außen, nur Wendezeiger, Schnapskompass und die Grundinstrumentierung). Dieser Fluglehrer war einfach spitze!

    Das Sahnehäubchen war, dass der den Vogel ins Trudeln brachte und man dann mit diesen Instrumenten ausleiten musste, mit der Aufgabe, anschließend auf einem bestimmten Kurs weiter zu fliegen. Einige Kandidaten schafften das überhaupt nicht, einer brachte die RF 5 nach dem Ausleiten immer wieder ins Trudeln, weil er nicht dynamisch denken konnte. Wenn man nämlich nach dem Beenden des Trudelns solange zieht, bis der Fahrtmesser auf "Normalgeschwindigkeit" kommt, befindet man sich schon wieder im steilen Steigflug mit folgendem Strömungsabriss. Richtig ist, nur solange zu ziehen, bis die Fahrt ganz langsam zurückgeht und kurz vor Erreichen der Normalgeschwindigkeit dann noch etwas nachdrücken. Diese Prozedur spart man sich mit einem künstlichen Horizont, weil der auch die Lage um die Querachse (gegenüber dem Horizont) zeigt.

    Man kann ohne Horizont oder Wendezeiger auch blind fliegen, allerdings besser in ruhiger Luft und womöglich mit einem Kreiselkompass, dessen präzisere Anzeige (gegenüber dem Magnetkompass) die Drehbewegung so gut signalisiert, dass man auch ohne Wendezeiger blind kurven und geradeaus fliegen kann. Das war mal notwendig, als mein elektrischer Horizont im TMG ausfiel und ich über dem offenen Meer in IMC nach unten musste. Vorher sollte man das allerdings geübt haben.

  • Wenn man sich anguckt, welche Situtionen am meisten schief gehen, dann könnte man vieles davon verhindern, wenn das für solche Fälle trainieren in Deutschland legal wäre. Kaum einer hat außerhalb von Flugplatz An- oder Abflugsektoren, Erfahrungen mit Mannöverieren im Tiefflug. Aber genau das passiert einem, wenn z. b. der Motor stehen bleibt, oder die einzige Chance darin besteht in den verbleibenden 200 ft Höhe unter dem Mist durchzufliegen, bzw. sicher außen zu landen. Wir trainieren während der Ausbildung zwar den Anflug auf ein Notlandefeld. Wer von uns fliegt regelmässig zwischen Baumwipfeln oder sonstigen Hindernissen und kennt das Gefühl, wie schnell sich das alles anfühlt obwohl man gleichzeitig viel zu langsam wird und dann ganz plötzlich runterplumpst? Und das nur, weil einem diese Erfahrungen fehlen. Erlernen kann man es nur in der Illegalität. Fliegen bedeutet, vieles voraussehen -ahnen zu können, um sich vor Überraschungen zu schützen, die einen irgendwann überfordern und handlungsunfähig machen. Leider ist all das verboten, so dass man sich an so gut wie nichts herantasten kann / darf.

  • 924driver schrieb:
    Erlernen kann man es nur in der Illegalität. Fliegen bedeutet, vieles voraussehen -ahnen zu können, um sich vor Überraschungen zu schützen, die einen irgendwann überfordern und handlungsunfähig machen. Leider ist all das verboten, so dass man sich an so gut wie nichts herantasten kann / darf.
    Das ist wirklich ein unmöglicher Zustand. Was wäre, wenn es Bestimmungen gäbe, die eine Zulassung von besonders dafür geeigneten UL′s beinhalten, um diese Erweiterung der Grundschulung zu ermöglichen? Wenn ich z.B. meine Corvus hernehme, die ohne technische Änderungen auch mal auch als Bausatz zu haben war, damit in eine höhere Gewichtsklasse eingestuft wurde und so bis +8 -4 G geflogen werden darf. Technisch mögliches wird bei UL′s runterskaliert auf Paragraphen-Zulassungswerte.

    Wer dem entgegensteht, sperrt sich ganz offensichtlich gegen eine Schulungserweiterung, welche das sichere Beherrschen des Gerätes in Grenzsituationen vermitteln könnte.


  • Chris_EDNC schrieb:
    Das geht theoretisch in sehr ruhiger Luft und auch nur zum Flaechen gerade halten. Aber wer das kann, kann auch ueber′s Wasser laufen.
    Ne, das geht auch mit nicht zu steilen Kreisen, das haben die Segelflieger in den 30ern ständig so gemacht. Das ganze kollabiert nur, wenn der Kompass aufgrund zu steiler Kreise pendelt.
    Chris_EDNC schrieb:
    Was der Segelkollege da zeigt, ist schon die ganz ganz grosse Schule.
    Naja, mit Wendezeiger ist das wirklich keine große Nummer zumal der Horst ja gar nicht dauerhaft steuert. Bei koordinierten Kreisen (Kugel gerade) zeigt der Wendezeiger ja eindeutig, was man gerade macht.

    Feiner Gruß,

    Steffen



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