Additive in′s Öl?

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Servus zusammen,

    mit dem neuen Flieger kommen die neuen Gedanken, auch in technischer Hinsicht.

    Nun also die Frage:

    Hat jemand Erfahrungen oder tiefere Kenntnisse über das Öl-Additiv von Liqui Moly oder dergleichen?

    Bringt das was und noch wichtiger, viel wichtiger, kann das sogar Schäden im Motor verursachen, kann es verklumpen oder was weiß ich was noch tun?

    Hat das Öl nicht schon ausreichend Trennwirkung zwischen den Metallteilen?

    Vielen Dank und bunten Gruß,

    Alexander

  • Mmh,

    also bevor ich da irgendwelche Additive nachträglich dazu kippe, würde ich eher auf hochwertige Motoröle und ggf. häufigere Ölwechsel setzen.

    Das Motoröl ist ja dafür da die kleinen Partikel (Verbrennungsrückstände und so) in Schwebe zu halten. Da denke ich einfach, daß die Hersteller, die den Kram zusammenmischen, viel mehr Ahnung haben als wir hier, die wir da nachträglich mit irgendwelchen Additiven rumexperimentieren.

  • Hallo,

    ohne genaue technische Erklärung dazu:

    Ich würde Additive nicht benutzen.
    Jedenfalls kenne ich keinen guten Grund für eine Benutzung.

    Die Öl-Wechselitervalle beim 912er sind recht kurz - das sollte genügen.
    Nochmals verkürzen wäre denkbar - wenn man ganz ängstlich ist :-)

    Ansonsten würde ich eher empfehlen, so wenig wie möglich AVGAS zu tanken.
    Auf längeren Touren kommt man zwar oft nicht drum herum, aber
    es ist für den 912er schon echt nicht so toll das 100LL.

    BlueSky9




  • Sehe das genauso: lieber die Wechselintervalle incl. Filter verkürzen, als Additive rein zu kippen.

    Ich hab zu meinen damaligen Motorsportzeiten im Renngolf das Castrol Racing Syntec 0W60 verwendet, damals eines der besten was es zu kaufen gab, aber niemals Additive dazu aus Angst vor Schäden. Was nützen Dir (Werbe-)Versprechungen wenn der Motor nachher doch platt ist? Im Auto dann halt rechts ran. Im Flieger............?

  • Wobei wir dann natürlich bei der Frage wären:

    Was ist denn das beste Öl für den 912s Rotax, den der Fragesteller verbaut hat?

    Viele werden jetzt antworten "Shell Sport Plus 4", weil Shell es ja empfiehlt. Was mich bei dem Öl aber stört ist die fehlende Angabe irgendwelcher technischen Daten (Viskosität, API-Klassifizierung,  ...) seitens des Herstellers.

    Entsprechend würde ich wahrscheinlich eher zu guten Motorradölen raten als zu sowas. Die Öle werden genau spezifiziert und sind ebenfalls für die gemeinsame Schmierung von Motor, Getriebe und Ölbadkupplung geeignet, also z.B. ein "Castrol Power 1 Racing 4T 10w50", ein "Liqui Moly Motorbike 4T Synth 10W-50" oder sowas. PKW-Öle würde ich aufgrund der mangelnden Eignung für die gemeinsame Getriebeschmierung nicht einsetzen. Rotax hat früher das Castrol Power 1 oben selber empfohlen, tut dieses heute aber nicht mehr.

    Wobei Liqui Moly auch Flugmotor Öle im Programm hat. Wenn man dem Rotax jetzt unterstellt, daß er wirklich ein Flugmotor ist. ;-)

    Spezialempfehlung von Liqui Moly für den Rotax 912 bzw. 914: "Liqui Moly Aero 4-Takt-Motorenöl 4T 15w50"
    --> https://www.liqui-moly-aero.com/Oele-fuer-Rotax-Motoren/AERO-4-Takt-Motorenoel-4T-15W-50-1-Liter::15.html

  • Moin,

    ganz wichtig dabei, es muß ein Priester beim Ölwechsel dabei sein, das Öl grundsätzlich mit Glaceehandschuhen anfassen

    und das Vaterunser beten.

    Die ewige Ölfrage, warum soll man ein Additiv mit einfüllen? Für mich ist sowas grundsätzlich und erst Recht bei einem neuen Motor völlig rausgeworfenes Geld.

    Stefan

  • Hallo,

    >
    > ...Viele werden jetzt antworten "Shell Sport Plus 4"...
    >

    Ob das "viele" antworten, weiß ich nicht - aber es scheint wohl
    einen Vorteil beim Shell Sport Plus 4 zu geben, den andere - sicher
    sehr gute Motorradöle
    (die sollten es aufgrund der Getriebeschmierfähigkeit schon sein)
    nicht haben:
    Das vorhandensein von Additiven, die den "Umgang" mit dem Rotz und
    Schleim beim Einsatz von 100LL verbessern.
    Das ist wohl etwas, dass normale Synthetik-Moppedöle nicht so gut
    hinbekommen (die tankt ja auch niemand mehr mit verbleitem Sprit ;-))

    Bei uns funktioniert das Shell Sport Plus 4 bisher gut - welchen Grund
    sollte ich haben, es _nicht_ reinzuschütten?

    ;-)

    BlueSky9


  • Billige Mineralöle halten den Fettfilm länger und eignen sich besser zur Konservierung als Vollsynthetische Öle. Wer mehr darüber lesen will, sollte nach einem Oldtimer Öl Ratgeber googlen.

    Vollsintetische Öle vertragen sich besser mit den hohen Temperaturen der Kolbenböden, insbesondere bei Turbos. 

    Eine geringere Kaltviskosität, zB 5W-x0 hilft nicht nur beim anlassen am Nordpol. Weil es auch noch schneller alle Schmierstellen versorgt und Kaltreiber verringert. Auch der Druckbypass im Filter geht schon bei lauwarmer Temperatur zu. Dies vermeidet das ungefilterte Partikel zB die hydraulischen Ventilstössel verstopfen. Wenn der Bypass zu ist, könnte man eigentlich bereits fliegen, obwohl die Solltemperatur noch nicht erreicht ist (ich machs nicht). 

    Eine hohe Warmviskosität zB xW-60 hilft bei heißem Motor und höchsten Drehzahlen noch den Schmierfilm aufrecht zu erhalten. Allerdings  bei überschreitung der Last gibt dafür der Motor praktisch ohne Vorwarnung den Geist auf. Einige Rennautotuner nehmen ihn deshalb nicht. Der Ölverbrauch ist mit höherviskosen Ölen geringer. 

    Solide Partikel aus Teflon als Additive im Öl, wurden vom DuPont, dem Erfinder des Teflon, abgeraten. 

  • cbk schrieb:

    Wobei Liqui Moly auch Flugmotor Öle im Programm hat. Wenn man dem Rotax jetzt unterstellt, daß er wirklich ein Flugmotor ist. ;-)

    Spezialempfehlung von Liqui Moly für den Rotax 912 bzw. 914: "Liqui Moly Aero 4-Takt-Motorenöl 4T 15w50"
    --> https://www.liqui-moly-aero.com/Oele-fuer-Rotax-Motoren/AERO-4-Takt-Motorenoel-4T-15W-50-1-Liter::15.html

    Moin!

    Moli schreibt, das Öl ist besser als Rotax SI-912-016R5

    Rotax will mindestens API SG (was jetzt nicht besonders hochwertig ist). Moly sagt besser als SG, was dann wohl SH wäre. Sonst würden sie es sicher bewerben.

    Das Shell Öl ist API SL, also nochmal 2 Stufen höher.

    Ich glaube nicht, dass es signifikante Unterschiede der Öle in der Qualitätsstufe gibt.. Unsere Motoren liefen lange mit Castrol und Rotaxempfehlung. Rotax hat nie kommuniziert warum sie auf Shell gewechselt sind. Könnte da Geld im Spiel sein?

    Unser Rotax (912UL) tuckert meistens bei gleichmäßiger Drehzahl ohne Stop-and-go-Lastwechsel vor sich hin. Im Vergleich zu modernen Hochleistungsmotoren der Autotechnik würde ich uns da eher bei landwirtschaftlicher Qualität einordnen.

    Aber wenn jemand einen Motor kennt, der wegen Castrol-Öl (oder anderes Öl in der Stufe API SL) gestorben ist, lasse ich mich gerne belehren.

    Tom


  • Guten Tag

    "Motorradöle" für Motoren mit Nasskupplung, sind bei der Schmierung ein Kompromiss,
    weil die Kupplung nicht rutschen soll.

    Jedes "Autoöl" ist daher immer die bessere Wahl.
    Hochwertige Motorrad-Motoren werden für Rennen direkt auf Trockenkupplungen
    umgebaut oder gleich entwickelt, um hochwertige "Autoöle" verwenden zu können.

    Ein Getriebe stellt für "Autoöle" überhaupt kein Problem dar, da die
    Flächenpressungen in der Beschleunigsphase einer Nockenwelle viel höher sind.
    Bei der Scherfestigkeit sind die Kolbenringe viel rabiater als Zahnräder.

    Wir verwendeten früher in der Langstrecken WM (Sieg beim 24h Bol′Dor) und jetzt bei den
    Classic Endurance Langstrecken Rennen (Meistertitel in 2016 und 2017) ausschließlich
    Motul 300V Competition 15W50 Öl. Ist teuer aber für unsere Motoren immer die erste Wahl.
    Dieses spezielle Öl hat "serienmäßig" Additive in Form von Estern.

    Die anderen Öle sind sicherlich auch nicht schlecht. Aber warum ein Risiko eingehen.

    MFGruss das Silent Hektik Team



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