The Lilium Jet - Top oder Flop?

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Bin heute auf den "Lilium Jet" gestoßen (worden). Vielleicht von der Namensgebung ′n büschen großspurig aber die Idee dahinter hat was und ähnelt dem chinesischen ehang184 (die Taxi-Idee, nicht der Flieger!).

    Ist mir noch nie vorher über den Weg gelaufen. Ich will auch keine Diskussion lostreten (Popcorn ist nämlich alle...) aber das sieht so aus, als könnte es Fußgänger schneller in die Luft bekommen, als über den Umweg eines eigenen Pilotenscheins.

    Kann man ja mal im Auge behalten und hinterher sagt die eine oder andere Hälfte der Forumsteilnehmer "siehste, hab ich ja gleich gesagt"  :-)

    Gruß Lucky

  • Als ich die Bilder zum ersten Mal gesehen hab dachte ich, dass sich da mal wieder irgendein CGI-Designer gelangweilt hat. Aber das Teil fliegt tatsächlich und hat ein paar nette Details: Canard, durch das direkte Ansprechverhalten der E-Motoren schubgesteuerte Längsstabilisierung möglich (Seitenleitwerk überflüssig) und Grenzschichtstabilisierung durch die hinten oben an den Tragflügeln angeordneten Motoren, d.h. viel Auftrieb auch bei niedrigen Geschwindigkeiten.

    Mal schaun was draus wird. Jedenfalls interessanter als die "Neuigkeiten", mit denen wir uns sonst so rumschlagen müssen "Immer noch Steinzeitmotor, dafür aber mehr Teppich und Leder".

  • Ganz klar, das oder so ähnlich ist die Zukunft.  Das Problem ist, dass,um einen stabilen Flug zu bekommen, sehr schnell geregelt werden muss.  Das übernehmen immer mehr die Computer. (wie Mill- Jets o. Raketen o. Drohnen o Airbus ) Irgendwie bekommt man jeden Körper irgendwie in die Luft.  (Die Hummel bleibt ja auch oben  :) 

    Das wird auch bei allen großen und kleinen Flugzeugen so kommen. Ob das allerdings noch Spaß macht wenn man weder navigieren noch klassisch fliegen muss ?  ( Wer wird dann Deutscher Meister ?   off topic  :)

    Ein interessantes Konzept.Besonders das Problem mit dem rotierenden Propellern ist gut gelöst.  Ich würde mich allerdings da noch nicht reinsetzen wollen. Aber bei den Gebrüder Wright war das damals auch so eine ähnliche Situation. 

  • Super Konzept, wäre toll, wenn so ein Ding mal zugelassen wird.

    Der offenbar vorhandene Glaube an die Möglichkeit, später in hoher Stückzahl zu produzieren, erstaunt mich aber immer wieder.

    Wenn man sieht, dass in 2016 weltweit nur 2200 GA Flugzeuge ausgeliefert wurden, fragte ich mich, ob Lilium nach den geplanten ca. 50 Neueinstellungen (siehe offene Stellen) nicht zwangsläufig mit Volldampf gegen den eigenen Schuldenberg donnern wird.

  • Außerdem haben sie die Rechnung ohne die Behörden gemacht. Solange Flugplatz -Zwang herrscht und es keine Infrastruktur gibt die  automatisch Kollisionen vermeidet kommt es zu keiner Massenverbreitung.  Aber in 50 bis 100 Jahren ist es dann völlig normal von seiner Dachgarage zu starten.   Ich bin da Optimist. Das wird schon.  

  • Das ist sicher ein hochinteressantes Konzept. Was den Jungfernflug angeht, bin ich allerdings skeptisch. Offensichtlich war dieser unbemannt. Ein unbemanntes Modell kann man fast unbegrenzt leicht machen. Der Flug lässt daher kaum Rückschlüsse darauf zu, wie weit die Entwicklung wirklich ist.  Auf dem Video ist noch nicht einmal zu erkennen, ob es sich wirklich schon um die angestrebte Originalgröße handelt.

    Der zweite Punkt ist die verfügbare Akkuleistung. Bei senkrecht startenden Systemen (siehe z.B. Volocopter) liegt die Flugdauer mit den derzeitigen Akkus bei maximal 30 Minuten. Und die Fortschritte bzgl. Akku-Leistungsgewicht sind leider sehr zäh. Da reden wir über ein paar Prozent Zuwachs pro Jahr. Was sehr bedauerlich ist, denn ich bin ein großer Fan des Elektroantriebs. Bei Flächen-ULs mit E-Antrieb liegen die Flugzeiten derzeit bei etwa einer Stunde. Noch zu wenig um sich durchzusetzen. Aber ab 2 Stunden Flugzeit und weiter fallenden Akkupreisen würde ein E-Antrieb im UL für mich interessant werden.

  • Moin,

    das ist ein nettes Konzept, aber:

    neben den Problemen technischer Art, wie Kapazität der Akkus, Lärmemission etc sind vor allem die administrativen und juristischen Probleme noch überhaupt nicht gelöst. Wenn das Teil autonom fliegt und der Pax nur das Ziel angibt, muss die Systemlogik entscheiden, was im Falle eines Defekts passieren soll. Wer haftet für den folgenden Unfall? Wer zahlt die entstandenen Schäden? Beim sehr viel fortgeschrittenem autonomen Fahren sind genau diese Punkte noch nicht mal ansatzweise geklärt, und die ersten Unfälle werden die Gerichte auf Jahre beschäftigen, da der Gesetzgeber sich zu recht nicht traut, einen verbindlichen Rahmen zu setzen.

    Gruß Raller

  • EDXJ schrieb:
    Der zweite Punkt ist die verfügbare Akkuleistung. Bei senkrecht startenden Systemen (siehe z.B. Volocopter) liegt die Flugdauer mit den derzeitigen Akkus bei maximal 30 Minuten.
    Wenn ich es als Laie richtig verstanden habe, müssen rotorbasierende Systeme wie der Volocopter einen höheren Energieanteil ständig dafür aufwenden, in der Luft zu bleiben, während tragflächenbasierende Systeme die Energie hauptsächlich in Vortrieb stecken und der Auftrieb quasi "nebenbei mit abfällt". Die haben dann nur während der Startphase ′nen Energieverbrauch wie die Rotorbasierenden.

    Wenn alle Stricke reißen und die rechtliche Seite nicht auf rein autonom fliegende Passagierdrohnen ungestrickt werden kann, könnte man das Konzept immer noch zu ′nem "normalen", von Piloten gesteuerten Luftsportgerät :) machen.

  • Die Akkutechnologie ist noch das Problem bei Elektroantrieben. Die derzeitigen Li-Ion Akkus mit ihren spärlichen 0,2 kWh/kg taugen nicht viel für die Fliegerei, aber es sind schon kommerzielle Graphenakkus mit 1kWh/kg in Aussicht, andere wollen sogar auf 2 kWh/kg und eine Li-Metall-Elektrode bringt es mit über 11 kWh/kg ungefähr auf die Energiedichte von Benzin. Die ist aber wegen der geringen Ladezyklen nicht marktreif.
    Eine vergleichbare Energiedichte wie bei Benzin braucht der Akku aber auch nicht, um den Verbrenner zu schlagen, da der E-Motor wesentich effizienter und leichter ist, so dass er selbst mit einem Energiespeicher mit deutlich kleinerer Energiedichte unterm Strich immer noch besser abschneidet.
    Die spärlichen Verbesserungen in der Akku-Technologie in den letzten Jahren bezogen sich nur auf Li-Ion. Andere Konzepte (Graphen, Alu, Li-Metall, ...) lassen größere Sprünge erwarten. Ob der Akku letztendlich der Energiespeicher der Wahl sein wird, ist ja auch nicht gesagt. Es gibt daneben auch Batteriekonzepte, bei denen zum Füllen Komponenten ausgetauscht werden, vielleicht machen Superkondensatoren oder Batterie-Kondensator-Hybride auch das Rennen oder Brennstoffzellen, bei denen es auch viele verschiedene Ansätze gibt, je nach Anwendungsfall. Dem Motor ist es letztendlich egal, woher der Strom kommt, daher kann ein vorhandenes Flugzeug leicht mit zukünftigen Technologien aufgemöbelt werden.

    Vielleicht wird das mit dem Flugplatzzwang nicht mehr so eng gesehen, wenn die ersten Kostenrechner die Euro-Zeichen in den Augen haben, aber letzlich müsste sich das Konzept gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen.

    Der rechtliche Aspekt autonomen Fliegens ist natürlich nicht zu vernachlässigen, aber anfangs könnten die Dinger ja manuell gesteuert werden. Dürfte nicht allzu schwer sein, wenn die Flugstabilisierung ohnehin elektronisch erfolgt. Vollautonom wird wohl noch dauern, wie die Autofahrerei zeigt, was schon ziemlich pervers ist, denn es braucht nicht viel künstliche Intelligenz, um die miserable Unfallstatistik der Menschen zu übertreffen, aber da geht der Staat lieber weiter über Leichen, während er über Versicherungsdetails philosophiert.

    Ich halte die Ziele von Lilium auch für sehr sportlich, aber eine neue Technologie setzt sich nicht ohne Visionäre durch. Ich denke auch, dass das länger dauern wird, aber ich würde ihnen den Erfolg gönnen.

  • Hallo,

    >
    > denn es braucht nicht viel künstliche Intelligenz, um die miserable
    > Unfallstatistik der Menschen zu übertreffen
    >

    ...schön wärs!

    Die Realität sieht leider ganz anders aus - was ein menschlicher
    PKW-Lenker nach ein paar Fahrstunden "hinbekommen" kann, dafür
    muss die Steuer- und Regelungstechnik z.Zt. immer noch extrem
    schwer rumrackern... und richtig "autonom" bekommt es
    noch niemand hin. Spätestens, wenn die Situation im Realeinsatz vom 08/15
    Standard abweicht, dann geht es "autonom-in-die-Hose"  ;-))


    >
    > aber da geht der Staat lieber weiter über Leichen, während er
    > über Versicherungsdetails philosophiert.
    >

    Was ein Blödsinn!!


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