Fragen Verstellpropeller

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Kann ich mit einem Verstellpropeller mehr Reisegeschwindigkeit aus einem UL rausholen? wieviel %  ? 

    oder wird die durch Mehrgewicht das wieder egalisiert? 

    Oder ist das eher sinnvoll für Steigleistung (schleppen) und Benzin Ersparnis sowie  Motorschonung ein Thema ?

    Ist das für ein  UL eine sinnvolle Investition ?  Muster unterschiedlich ?

    Kann man auch durch ein Versehen den Verstellprop so einstellen das im Start es zu einem Unfall kommen kann? 

    Danke für ein paar sachliche Antworten

  • Moin,

    1a. Ja.  

    1b. Kommt auf das Muster an

    2. Eher nicht.

    3. Auch.

    4. Kommt auf das Muster und das Einsatzprofil an

    5.  Ja.

    Gerne


  • QDM schrieb:

    Kann ich mit einem Verstellpropeller mehr Reisegeschwindigkeit aus einem UL rausholen? wieviel %  ? 

    Aw: Kommt darauf an, wie unangepaßt der Festprop ist bzw. war.

    oder wird die durch Mehrgewicht das wieder egalisiert? 

    Aw: Nein, soviel kann der gar nicht mehr-wiegen, daß allein dadurch die Reisegeschwindigkeit nennenswert zurückgeht.

    Oder ist das eher sinnvoll für Steigleistung (schleppen) und Benzin Ersparnis sowie  Motorschonung ein Thema ?

    Aw: Ja, geringe Steigung entlastet den Motor, der nun freier drehen kann, aber dafür der Fortschrittsgrad pro Umdrehung zurückgeht.

    Ist das für ein  UL eine sinnvolle Investition ?  Muster unterschiedlich ?

    Aw: Auf jeden Fall, wenn der im Flug Verstellbare gemeint ist; im Ggensatz zum Einstellpropeller, der am Boden justiert wird.

    Kann man auch durch ein Versehen den Verstellprop so einstellen das im Start es zu einem Unfall kommen kann? 

    Aw: Ja, wenn die Steigung zu groß gewählt wird, so daß die Bahn scheinbar zu kurz ist. Dann knallst du in die Begrenzung.

    Vortel insgesamt: Ein Verstell-Propeller stellt nicht nur theoretisch gleichzeitig eine unendlich große Anzahl von Propellern zur Auswahl zur Verfügung, die aber alle denselben Durchmesser haben. Es gilt, den Motor nicht abzuwürgen oder heißlaufen zu lassen, etwa vergleichsweise so, als wenn man mit Anhänger oder schwerer Ladung im größten Gang alle BAB-Steigungen nimmt, ohne zurückzuschalten. Umgekehrt gilt, daß durch geringe Steigung im Bahnneigungsflug der Motor nicht überdrehen sollte.

    hob

  • hob schrieb:
    Es gilt, den Motor nicht abzuwürgen oder heißlaufen zu lassen, etwa vergleichsweise so, als wenn man mit Anhänger oder schwerer Ladung im größten Gang alle BAB-Steigungen nimmt, ohne zurückzuschalten. Umgekehrt gilt, daß durch geringe Steigung im Bahnneigungsflug der Motor nicht überdrehen sollte.
    Was das angeht bietet sich eine constant speed Regelung (z.b. woodcomp CS-6) an, die den Pitch automatisch so anpasst, das eine vorgewählte Motordrehzahl eingehalten wird. Es gibt dann meist zwei voreingestellte Wahlmöglichkeiten - Start/Landung (mit voller Drehzahl) und Reiseflug.
  • Hallo QDM,


    Meiner Meinung nach ist ein Verstellpropeller auf einem durchschnittlichen UL
    ein ziemlicher Quatsch!  :-)
     
    Ich benötige einen Versteller, wenn ich bei einem untermotorisierten Flugzeug jeweils
    für den Start (TAS = 0) als auch für den Reiseflug (TAS = ca. Vc) den letzten Krümel
    Leistung herauskitzeln muss.

    Das ist aber selbst bei einem 80PS Ultraleicht nicht wirklich notwendig.

    Wie lang ist denn deine Startstecke bei welcher Startdrehzahl?
    Musst Du diese Startstrecke noch weiter verkürzen?

    Mit einem guten Propeller bekommst Du ein Setup hin, das für ein UL
    von 0 - 200 km/h sehr gut funktioniert - nach belieben eben etwas besser
    im Steigen, oder etwas besser im Reiseflug - ein guter Kompromis ist da
    problemlos hinzubekommen.

    Versteller sind (sau) schwer, komplex, teuer und mitunter wartungsintensiv.
    Ich bin mir sicher, dass Du diese Nachteile _nicht_ durch einen eventuell etwas
    geringeren Spritverbrauch (wen nüberhaupt) im Reiseflug wett machst.

    B&F Technik betreibt z.B. die Polaris mit einem einfachen WarpDrive bzw. DUC
    Dreiblatt deutlich über 200km/h - passend konfiguriert kein Problem.

    Versteller an einer müden C172 = notwendig und sinnvoll.

    Versteller an einem UL = ziemlicher Blödsinn.


    (meine persönliche Meinung :-)

    BlueSky9

  • Die Auffassung von BlueSky9 teile ich uneingeschränkt.
  • Danke schon mal für die guten Antworten. 

    Da gibt es gute Argumente,  für und wider, wie ich es mir schon gedacht hatte.

    Verkürzte Startstrecken habe ich nicht und unter 300 Meter gibt es in Deutschland sowieso fast keinen Platz 

    Wie ich verstanden habe, muss man eine bestimmt Drehzahl einstellen z B  Vollgas  oder 4800 (z B Reisegas)  und sich dann den Verstellprop in der Steigung passend   ausrichten.

    Dabei ist dann der Ladedruck (  ? ) irgendwie von Bedeutung (sorry, bin noch keinen Versteller geflogen). (Kann mich auch nicht erinnern das in der Ausbildung da mal darüber gelehrt wurde) 

    Das muss dann erlernt werden, da ja auf Reise mit wechselnden Flughöhen  mehrfach Veränderungen vorgenommen werden müssen.   

    Besonders beim Start muß auf Steigung getrimmt sein da bei Reisekonfiguration der Prop zu schwach arbeitet und die Maschine ggfs zu wenig steigt und der Motor sich quält 

    Ist das so richtig von mir verstanden? 

    Da ich nicht schleppe oder kurze Startbahnen habe, liegt ein Vorteil dann eher  im geringeren Verbrauch oder der Motorschonung, bei korrektem Gebrauch. 

    Wieviel Geschwindigkeitsgewinn man bekommt zeigt sich erst nach dem Einbau und den praktischen Erfahrungen des jeweiligen Musters. 

    Ob überhaupt das alles für ein UL sinnvoll ist, ist natürlich bei den hohen Kosten und zusätzlichem Wartungsaufwand, zu überlegen. 

    Vielen Dank Ihr habt mir schon sehr geholfen.

  • Plus:

    • Start von kurzen, insbesondere hoch gelegenen Pisten in den Alpen
    • Segelflugzeugschlepp
    • geringerer Spritverbrauch bei richtiger Handhabung
    • möglicherweise höhere Reisegeschwindigkeit (Achtung: Vne und Vra!)
    • geringere Lärmbelästigung beim Start und im Reiseflug

    Minus:

    • kompliziertere Handhabung (im PPL-Bereich ist eine Unterschiedsschulung vorgeschrieben)
    • etwas mehr Gewicht
    • teuer in der Anschaffung (z. B. der Rospeller mit CS-Regelung an meiner G3/600 kostet ca. EUR 6000,-)
    • höherer Wartungsaufwand mit zusätzlichen Kosten

    Jede/r muss also für sich selbst entscheiden, was für ihn/sie wichtig ist, und wo die Haupteinsatzgebiete liegen. Meine Meinung: Für das Um-den-Kirchturm-Fliegen am Sonntag nicht notwendig. Ich möchte den Verstellprop allerdings nicht missen.

    Happy landings

    Conny

  • Hallo,

    ich kann Conny zu 100% Zustimmen. Ich möchte meinen elektrischen Versteller auch nicht missen.

    Beim Start spielt der Ladedruck eine eher untergeordnete Rolle, da sollte man besser den Drehzahlmesser im Auge behalten. Wenn ich im Reiseflug bei ca. 55% Leistung die Drehzahl auf 4300 1/min reduziere, halte ich gemüliche 160 Km/h  und der Spritverbrauch und der Lärmpegel halten sich in Grenzen. Das Ganze natürlich dann nur unter Beachtung des richtigen Ladedrucks. Ich hatte Anfangs auch ein wenig Scheu vor der richtigen Bedienung, ist aber mit etwas Übung problemlos machbar.

    Wichtig: Propeller auf Startstellung steht auch auf meiner Checkliste ;))

    Grüsse, Oli

  • Meine CT macht mit Prop auf Reisestellung bei 4300 U/min genau 100kt. Das finde ich schon cool...

    Mit meiner ollen P96 musste ich fuer 100kt mit gleichem Motor und Fixprop genau 5000 U/min orgeln.


    Chris

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