Wenn man sich die Mühe macht, alles tatsächlich zu lesen, fallen doch zwei Teilsätze besonders auf:
1.
auch das LSGB steht jetzt deutlich mehr unter "Überwachung"Das hieße in diesem Zusammenhang ja nichts anderes, dass zig UL-Zulassungen mit den Bauvorschriften nicht konform wären und diese Praktik mittlerweile, welchem Organ auch immer, auffällig geworden wäre, so dass dieses nun ein Auge darauf hätte.
So wie etwa die Bundesanwaltschaft das organisierte Verbrechen beobachtet oder der Verfassungsschutz seiner Zeit die NSU??
Wenn dem so ist, sind gerade meine kühnsten Befürchtungen über die deutsche UL-Administration kerzengerade durch die Decke geschossen!
Eine, oder besser gesagt d i e "Behörde" der UL-Luftfahrt, und nichts anderes ist das LSGB nämlich nach §31c LuftVG und BeauftrV, uneingeschränkt Zuständig für Muster- und Verkehrszulassung, Erteilung der Erlaubnis für Luftfahrtpersonal und für die Ausbildung sowie zum Starten und Landen außerhalb der genehmigten Flugplätze für nicht motorgetriebene Luftsportgeräte und Aufsicht über den Betrieb von Luftsportgeräten auf Flugplätzen und Geländen, wenn beide ausschließlich dem Betrieb von Luftsportgeräten dienen und somit Verantwortlich für die unmittelbare Gefahrenabwehr, nicht besser als ein korrupter Dorfpolizist, der auf der Gehaltsliste des ortsansässigen Mafiacapos steht??
Da Jos ja hier als absoluter Insider auftritt, sollte man keinen Grund haben, dies nicht zu glauben, oder?
Fragt sich aber, wer hier "überwacht". Das LBA oder das Bundesministerium kann es ja nicht sein, denn nach § 31d LuftVG darf die Beauftragung nur erfolgen, wenn der zu Beauftragende eine hinreichende Gewähr für die ordnungsgemäße Erfüllung der Aufgabe bietet und wenn diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, was Jos uns ja hier mitteilt, die Beauftragung ohne Entschädigung zurückgezogen werden muss.
Jos stellt also hier das LSGB als wenig integre Institution der deutschen UL-Aministration öffentlich an den Pranger?!
Naja, aus eigener Erfahrung in P24 weiß ich, dass das LSGB diesbezüglich wenig Spaß versteht, warten wir daher ab, welches Schicksal Jos hier im Forum nun ereilen wird.
2.
Schon aus Selbstschutz .... wenn ich mir die Haftungsrisiken in der Luftfahrt bedenkeNaja, das untaugliche Konstruktionen oder fehlerhafte Bauteile in den Verkehr gebracht werden, scheint ja nun wirklich der Vergangenheit anzugehören, nicht vergessend, dass diese aber nach wie vor in Betrieb sind.
Aber auch das wird mit der Zeit quasi von alleine besser, denn die fraglichen Muster ziehen sich nach und nach selbst aus dem Verkehr*. Btw, wie viel R.H.-Maschinen fliegen noch?? Jos als wirklicher Insider weiß es sicher!!
Insofern hält sich das Haftungsrisiko eines UL-Herstellers wirklich sehr im Rahmen.
Das Risiko des Betriebs allerdings, hat uneingeschränkt der Halter und Pilot. Das betrifft natürlich auch die uneingeschränkte Einhaltung der Bauvorschriften nachdem das Stück den Herstellerbetrieb verlassen hat.
Dieses weichgespülte Bekenntnis zur Haftung, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit Ausstellung des Eintragungsscheins der Hersteller erst einmal außen vor ist und nur der Halter allein u.a. für die Richtigkeit des Wägeberichts verantwortlich zeichnet. Bei Verstößen trifft nur ihn die volle Wucht der Haftung und ebenso die der Strafverfolgung. Im Nachgang solcher Verfahren dies dann quasi auf den Hersteller oder Prüfer abzuwälzen, dürfte schwierig und im Falle der Strafverfolgung völlig unmöglich sein. Manche Forumsmitglieder können ein Lied davon singen.
Will sagen, wenn sich Jos mit seinem Gentleman-Knive seine Fingernägel reinigt und seine frühere Kaffee-Bekanntschaft stürmt herein und fällt ausgerechnet in die Klinge, wird nur er sich wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz verantworten müssen, ungeachtet der Tatsache, dass der Hersteller des Taschenmessers die geltenden waffenrechtlichen Bestimmungen der Bundesrepublik nicht beachtet hat. Fiele seine Frau vielleicht sogar gleich mehrmals in die Klinge, würde sich der Tatvorwurf entsprechend ändern.
Wer mit einem UL, das, warum auch immer, nicht den Bauvorschriften entspricht, in der Gegend rumschippert, muss sich immer bewusst sein, dass er dies möglicherweise ohne jeglichen Versicherungsschutz tut und ihn, und zwar ausschließlich ihn, im Falle X die volle Verantwortung trifft.
Der Nachweis, dass der Hersteller möglicherweise die Bauvorschrift, ob vorsätzlich oder fahrlässig nicht eingehalten hat, wäre schwer zu führen und in Bezug auf das Leergewicht mit Rückendeckung der Beauftragten schlechterdings unmöglich. In so einem Fall hat der Verantwortliche ein immenses Problem, da hilft auch das allseitige Schönreden und der Zweckoptimismus der betroffenen Halter herzlich wenig!
Michael
*) bitte beachten: zynisch ist die Tatsache dass es so ist, nicht die Aussage, die das beschreibt - nur so, wegen der Rote-Daumen-Attacke...