@ 924driver ------ sehr gut, Dir gelingt jetzt, wieder den Bogen zurück zur Mindestmasse zu schlagen.
Die Frage war vorher auch schon mal aufgetaucht, warum die heutigen Flieger aus Carbon immer noch so schwer sind?
Da gibt es natürlich Antworten. Z.B.
Alte und neue Bauvorschriften und deren Einhaltung natürlich.
Die damaligen Bauvorschriften waren deulich einfacher, die Belastungsgrenzen waren niedriger.
Damal flog ein normales UL so 150 km/h Reise ....... heute muss es für manche Käufer schon 250 km/h sein, mindestens.
Die möglicherweise auftretenden Belastungen der Struktur sind bei 250 km/h natürlich deutlich höher als bei Lowspeed.
Ergo muss die Struktur fester werden.
Wo kommt die Festigkeit her ------ Verstärkung der Bauteile.
Dazu kommen noch die heute gültigen Böenlasten, die heute geforderten Anschlusspunkte für die Rettung usw.
Noch mehr Festigkeit, noch stärkerer Bauteile.
Und die von Kunden geforderte Ausstattung sieht ja auch etwas anders aus. Heute. Damals reichte einige runde Anzeigen.
Da ist man dann mit einem recht zügigen UL heute schon wieder froh, wenn man die Gewichtslimits (sorry, Masse) einhalten kann.
Leichte Bauteile gehen natürlich auch. Batterien, Titan-Auspuff, kleinere Räder usw.
Wie im Rennsport, leichte Teile treiben den Preis wieder nach oben.
Beispiel Auspuff Edelstahl ca. € 900,- ohne Steuer im EK = ca. 5 Kg
Auspuff Titan ca. € 1.700,- ohne Steuer im EK = ca. 2,5 kg
Leichte Batterie ca. € 250,- im EK spart ca. 1.7 kg gegen die Hawker S8
Für über. € 1.000,- mehr hab ich also grade einmal 4.2 kg eingespart.
Das auf den Basispreis und einige andere leichte Bauteile = Kunden flüchten, zumindest, wenn die das nicht selber als Extra bestellen können.
Aber 2 vergleichbare Flieger auf der Messe und der eine ist ohne ersichtlichen Grund mehrere Klio-euro teurer?
Entweder laufen die Kunden gleich weiter oder man muss sehr lange erklären.
Fazit ----- Wenn ich heute einen Flieger basteln würde, der mit modernsten Materialien gebaut trotzdem nur so
160 km/h fliegen würde ----- könnte ich eine Mindestmasse von 250 kg oder weniger erreichen und gute Ausstattung reinpacken. Kein Problem. Und nach neuer Zulassung.
Aber dann würden die Kunden den wieder mit einem "Rohrtuch" Flieger vergleichen und sagen, der andere bringt mir für den halben Preis die gleiche Leistung. Das mag man gut finden oder nicht ---- thats life.
Wie gesagt, das war eine gute "Umkehrkurve" um wieder zur Mindestmasse zurück zu kommen.
Und die eigentliche Bedeutung der "Mindestmasse" ist auch schon etwas untergegangen, vorsichtig vormuliert.
Warum Mindestmasse ----- schwerer bauen ist doch kein Problem, kann jeder.
Mindestmasse ist die kleinste Masse, bei der der Flieger noch sicher innerhalb der W&B fliegen kann oder darf.
Deshalb wird bei Mindestmasse ja auch immer das Pilotengewicht mit angegeben.
Und laut Bauvorschrift müssen für diesen Piloten max. 70 kg angesetzt werden, der Hersteller darf aber auch eine niedrigere Mindestmasse für den Piloten angeben. Z.B. 50 kg. Dann muss der Flieger eben mit diesem geschrumpften Piloten noch sicher innerhalb der W&B fliegen.
So gesehen, die Mindestmasse hat erst einmal gar nicht mit irgendwelchen Haftungsfragen usw. zu tun.
Ein Flieger mit mehr Ausstattung darf auch schwerer sein als die angesetzte Mindestmasse, auch auf dem Wägebericht.
Aber, wie die MTOM nicht überschritten werden darf, so darf ein Pilot auch nicht die Mindestmasse unterschreiten.
Dann werden die meisten Flieger (ich meine jetzt ausdrücklich die Flugzeuge) "schwanzlastig" und damit gefährlich.
Gruss
Jos