Das nachfolgende habe ich bereits im "Tankanlagenthread" zum Alkoholanteil geschrieben:
Das Drainventil ist eigentlich überflüssig. Denn wenn sich im Behälter schon unten Wasser sammelt, dann hat sich der heute übliche Alkoholhaltige Sprit bereits in seine Bestandteile zerlegt.
Der Alkohol hat die Eigenschaft, dass Wasser zu binden, da Alkohol hygroskopisch ist. Durch diese Eigenschaft, wird das Wasser in gebundener Form in der Regel problemlos durch den Motor geschleust.
Dies Prinzip bricht dann zusammen, wenn es zu einer Wasserübersättigung des Alkoholanteils führt. Dann kehrt der Sprit seine zerstörerischen Eigenschaften hervor. Aus diesem Grund ist zumindest E-10 im KFZ-Bereich deutlich unproblematischer, als das normale Bleifrei Zeug, welches lediglich 5 % Alkohol aufweist.
Mich wundert, dass in der Luftfahrt dieses Thema nicht bereits breiter behandelt worden ist, denn im KFZ-Segment ist das bereits ein sehr alter Hut.
Wenn wirklich Wasser unten rausplörren würde, dann ist das ein sichereres Zeichen, dass die ganze Tankladung im Eimer ist und leerpumpen angesagt ist. Der einzig wirklich sichere Schutz ist regelmäßiges Fliegen und ordentlich tanken.
Der Alkoholanteil ist in gewisser Weise sogar ein Schutz für uns, allerdings kehrt er sich ab einer gewissen Sättigung ins totale Gegenteil. Ggf. kann ja mal jemand ausrechnen, welche Menge Wasser ein 5% "Alkoholsprit überhaupt binden kann? Soweit reicht mein Chemieverständnis nicht, allerdings habe ich mal irgendwo gelesen, dass 4 % gebunden werden können. Tankt man als 80 Liter, dann sind das 4 Liter Alkohol, die 160 ml Wasser binden können.
Ob`s stimmt, weiß ich nicht, denn ich habe in Chemie nur aufgepasst, wenn es ums ballern und sprengen ging.
was die "Kondenswasseraufnahmefähigkeit" unseres Benzins angeht stimme ich 924er durchaus zu. Bei sorgfältiger Betankung aus "sauberen" Quellen und mit sauberen Kanistern ist "Wasser" m.E. kein Problem.
mache das seit >10 Jahren und habe noch keinen einzigen Tropfen Wasser gefunden.
Es gibt allerdings noch ein anderes Problem:
Es kann durchaus mal vorkommen, dass man z.B. an einer sagen wir mal "nicht ganz so gut gepflegten" Wald und Wiesen Flugplatztanke sich einen echten Rest "Sumpf" reintankt!
Wenn man dann keinen dirketen Bilck in seine Tanks werfen kann, dann wäre Drainen schon eine mehr als wichtige Sache.
(Sich Regenwasser über den Tankdeckel einfangen geht in die gleiche, gefährliche Richtung!!)
Ich kann durch den Verschluss von oben in die transparent-hellen Tanks meines Fliegers reinschauen und im Zweifelsfall jeden kleinen Krümel entdecken - könnte ich das nicht, dann würde ich auf jeden Fall drainen.
DiJoZi: >Natürlich bin ich absolut geneigt zu glauben, dass es nicht notwendig ist, zu drainieren. Allerdings frage ich mich doch, wie dann diese Vorgabe ins Flughandbuch kommt....<
Wie alle jahrzehntealten Allgemeinplätze auch: Durch phantasieloses Abschreiben der Arbeit anderer und dem, was deutscher Ungeist in vorauseilendem Gehorsam so alles als notwendig empfindet, nämlich gefühlte ca. 1 Milliarde Lebenssachverhalte auch noch abzudecken, die genau genommen alle unwahrscheinlich sind. Das ist deutsche Gründlichkeit und Rechthaberei, die sich einstellt, wenn dem Deutschen ein Amt oder Posten übertragen wird. Die häßlichen gelben Flecken auf dem Rasen an der Parkposition kann man aber auch durch simples Pinkeln hinbekommen...
924driver: >nachdem mich eine Dating-Plattform rausgeschmissen hat................
bin ich hier gelandet.<
Willkommen, P&P!
...und mach′ Dir mal keine Sorgen; Dein Stil wird hier belebend gewertet werden - bin ich mir sicher. Hier ist der Admin nicht unterbelichtet. "Ich liebe Euch doch alle." sagte einst Mielke ...und schritt zur Untat.
Das dass Drainen in den Flughandbüchern noch vermerkt ist, ist ganz leicht erklärlich. Bis vor nicht allzu langer Zeit (ich bin über 50, da nimmt man Zeit irgendwie anders war. Tippe aber mal auf 2 oder 3 Jahre) wurden Flugplätze noch mit alkfreiem Sprit beliefert. Die meisten Konzerne haben die Herstellung schon recht früh umgestellt. Irgendwann ist dann der letzte aus der Produktion, mit Worten des Bedauerns ausgestiegen. Das große Geschäft war das vermutlich eh nicht mit den Flugplatztankstellen. Wer von uns hat denn ein nigel-nagel-neues Flugzeug und ein entsprechend frisch gestricktes Flughandbuch?
Vermutlich wird man eh nach dem Muster, "schaden tut es ja nichts" verfahren und läßt es drin, zumal vielleicht der eine oder andere doch mit AV-Gas herumgurkt?
Meine Gurke hat die Ventile nicht, denn was nicht drin ist, geht nicht kaputt und wiegt auch nichts.
Danke für den Empfang "Hob". Ich glaube, hier zügele ich meine Zunge etwas und es gibt keine Rundumschläge, ansonsten kannst Du mir ja live die Ohren langziehen.
Tippe aber mal auf 2 oder 3 Jahre) wurden Flugplätze noch mit alkfreiem Sprit beliefert.
Das wird wohl auch wieder kommen mit UL91 von Total und BP; das ist nämlich Avgas und damit Alcfrei. Dazu machen die Konzerne damit den größeren Reibach (ist fast so teuer wie 100LL); aber das hat sich nur so ergeben, war nicht deren Absicht, nein nein:-)
Das UL 91 oder gibt es schon an einigen Flugplatztanken und kostet dort so um die 2,45 €. Das habe ich in den letzten Wochen in Aschaffenburg und Schönhagen erlebt. Ich bin dann ohne zu tanken weitergeflogen und habe zu Hause getankt. Ich denke das wird auch kein so riesiges Geschäft.....
Im Jahr verballere ich 700 - 800 Liter. Das würde also rund 500 bis 600,-- Euro ausmachen. Dafür schleppe ich gerne Kanister und bin damit unabhängig von leeren Flugplatztankstellen und Rangiererei zur Flugplatztanke.
Fakt ist, für Wenigflieger ist der mit Alk versetzte Sprit Mist. Die müssen sich dann eben was einfallen lassen, wie sie den Spritdurchsatz erhöhen.
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