Bei der Pedrop Geschichte fehlt aber die Hälfte. Teil des Systems "Zertifizierung" ist auch die Gegenkontrolle. Hat ein Unternehmen in der Zertifizierungskette offenbar ein Problem, ist es ebenso normaler Teil der Kette, dass die Zertifizierung überprüft wird, ggf. suspendiert oder Verfahren im System geändert werden. Das passiert nicht durch einen Shitstorm, sondern durch die regulären Werkzeuge des Systems.
Auf der LBA-Seite befinden sich die Listen mit allen Betrieben in dem Bereich, dem Zertifikat und der ausgebenden Stelle. Diese hat einen Kontakt, der Beschwerden oder Meldungen auswertet. CIP - Continous Improvement Process. Selbst die FAA hat einen solchen Kontakt, der über die verfügbaren Daten die Systemteilnehmer identifiziert und ggf. re-auditiert.
In dem Beispiel wäre es überaus wichtig gewesen, diese Abweichungsmeldungen zu verfassen und zu versenden. Im Forum darüber schimpfen ist nicht mehr als eine nette Geschichte. Teil des Systems werden und den Qualitätssicherungs-Prozess nutzen und den Nutzen verbessern, das wäre die richtige Handlung gewesen. Aber so hat niemand verstanden, wie es funktioniert und niemand hat die richtigen Schritte eingeleitet - der fehlerhafte Prozess wird also weitere Käufer heimsuchen.
So taugt die Geschichte für beide Seiten. Den schlechten Betrieb und den schlechten Käufer.
Rotax hat übrigens keine doppelte Logistik für zertifizierte und unzertifizierte Teile. Das ließe sich auch schon im Einkauf und in der Wareneingangsprüfung nicht durchsetzen. Der Preisunterschied, der gar nicht mal so wahnsinnig groß ist, kommt fast ausschließlich aus den anderen Prämien der Produkthaftpflichtversicherung.
mit fliegerischen Grüßen
Johannes