Elektrische Benzinpumpe ohne Rücklaufleitung?

Forum - Technik & Flugzeuge
  • Hallo zusammen,

    mein Flieger hat, eine Skylane (Schulterdecker mit Flächentanks) hat lediglich die mechanische Benzinpumpe und keine Rücklaufleitung. Im Sommer hatte ich Probleme mit Dampfblasenbildung und hatte daher überlegt, eine elektrische Pumpe nachzurüsten. Auch um eine Redundanz zu haben, falls die mechanische Pumpe versagt.

    Als Pumpe habe ich die Pierburg 7.21440.51.0 ins Auge gefasst (95 l/hr Durchflussrate, 0,38 bar). Ich habe gelesen, dass hier ein Metallsieb eingebaut ist, welches ich entfernen muss.

    Die elektrische Pumpe würde ich nach dem Filter und vor der mechanischen Pumpe installieren.

    Auf eine Rücklaufleitung würde ich weiterhin verzichten.

    Spricht etwas gegen diese Vorgehensweise?

    Gibt es noch etwas Besonderes, was ich beachten soll?

    Besten Dank

    Mark

  • Hallo Mark,

    eine Benzinpumpe ohne Rücklauf könnte unter Umständen das Schwimmerventil öffnen und den Vergaser zum Überlaufen bringen. Kommt natürlich auch auf die eingesetzte Benzinpumpe und deren Daten an.

    Ich würde mal behaupten, dass ohne Rücklaufleitung das Dampfblasenproblem nicht behoben werden kann, will mich allerdings nicht festlegen. 

    Falls Du die Benzinpumpe kaufen willst - ich habe noch eine nagelneue hier liegen. Wollte mein Flugzeug auch umrüsten habe es allerdings zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der fehlenden Rücklaufleitung verworfen.

    gruss

  • Lensbert24 schrieb:
    eine Benzinpumpe ohne Rücklauf könnte unter Umständen das Schwimmerventil öffnen und den Vergaser zum Überlaufen bringen. Kommt natürlich auch auf die eingesetzte Benzinpumpe und deren Daten an.
    Die Daten wurden genannt. Mit 0,38 bar öffnest Du kein Schwimmerventil. Wenn es sich öffnet (Undicht wegen Verschleiß; Schwimmerprobleme etc.), hast Du auch mit einer Rücklaufleitung ein Problem.

    VG Thomas

  • Hein Mueck schrieb:
    Die Daten wurden genannt. Mit 0,38 bar öffnest Du kein Schwimmerventil. Wenn es sich öffnet (Undicht wegen Verschleiß; Schwimmerprobleme etc.), hast Du auch mit einer Rücklaufleitung ein Problem.
    .... das ist vollkommen richtig.
    Wenn das SNV undicht ist, empfehle ich diese Maßnahme.

    Grundsätzlich sollte das SNV bei einem Druck bis 0,5 bar dicht sein.

    Das Problem Rücklaufleitung oder nicht ist stark vom verwendeten Kraftstoff, wegen der Dampfblasenbildung, abhängig.
    Außerdem ist es bei den 912er Vergasermotoren keine richtige Rücklaufleitung (dazu ist die zurückgeförderte Kraftstoffmenge zu gering), sondern lediglich eine Ableitung möglicher Dampfblasen. Bilden sich Dampfblasen nach dem T-Stück auf dem Weg zum Vergaser, nützt die "Rücklaufleitung" auch nix.

    Richtige Rücklaufleitungen haben nur die Einspritzmotoren.

    Beim 914er ist es ein Sonderfall, da hier der Kraftstoffdruck an den Airboxdruck angepasst werden muss.
    Auch hier haben wir eine Dampfblasenbildung nach dem Kraftstoffdruckregler, da es für den Kraftstoff ab dort eine Sackgasse ist.

    Eine "Tellerrandbemerkung": bei Motorrädern wird seit langer Zeit auf eine Rücklaufleitung bei den Einspritzern verzichtet. Hier wird der Druck direkt im Tank bei der Benzinpumpe geregelt. Ab dort ist es auch eine Sackgasse. Und das funktioniert.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Hallo nochmal,

    nachdem ich mich weiter mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich eine neue Überlegung:

     Eine parallele Anbindung von mechanischer und elektrischer Pumpe, jeweils mit einem Rückschlagventil gesichert. Die zwei Stränge würden dann an einem T-Stück zusammenlaufen, bevor der Sprit in die zwei Vergaser aufgeteilt wird.

     Somit dürfte der Gesamtdruck immer innerhalb der Spezifikation bleiben (also unter 0,5 bar) und dwr Failure Mode, wo eine Pumpe so kaputtgeht, dass der Sprit nicht mehr durchfließen kann, ist abgesichert.

    Die elektrische Pumpe würde ich dann zum Motorstart sowie Takeoff nutzen.

    Was haltet ihr von diesem Ansatz? Hilft das gegen Dampfblasenbildung (der Gedanke: die elektrische Pumpe ′drückt′ die Dampfblasen vor dem Motorstart durch den Vergaser, so dass flüssiger Sprit nachfließen kann).

  • marcom schrieb:
    Hilft das gegen Dampfblasenbildung (der Gedanke: die elektrische Pumpe ′drückt′ die Dampfblasen vor dem Motorstart durch den Vergaser, so dass flüssiger Sprit nachfließen kann).
    Meiner Meinung nach hilft dagegen zuverlässig nur ein echter Rücklauf, so dass der warme Sprit unter der Cowling gegen kühlen Sprit aus dem Tank getauscht wird. 


    Chris

  • Ja verstehe ich - aber das wurde leider nicht vorgesehen und ich möchte nichts an den Tanks / im Cockpit ändern.

    Daher würde ich auch eine 80%ige Lösung akzeptieren...

    Ich weiß nur nicht, ob ′in Serie′ oder ′parallel′ besser ist.

  • .... manchmal hilft ein Blick ins Einbauhandbuch.



    Die Drosseldüse im "Rücklauf" hat einen Durchmasser von 0,35mm.
    Deshalb die " " ....

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

  • Man darf ja mal drüber nachdenken, welche Funktion die Rücklaufleitung überhaupt hat oder haben kann.

    Blasen zu entfernen ist unter Umständen gar nicht der Gedanke, eher ist doch ein spülen der Pumpe(n) der Punkt, damit keine Blase in der Pumpe ist.

    Solange die Pumpe gefüllt ist, jagt sie jede potentielle Blase durch das Schwimmerventil und füllt die Schwimmerkammern dabei nach. Ein unbestreitbarer Vorteil von Schwimmervergasern ist der Fakt, dass sie gegen gelegentliche Blasen unempfindlich sind.

    Aber: das Problem eine Blase in der Kraftstoffpumpe sieht man an einer Kraftstoffdruckanzeige. Solange dort Druck angzeigt ist, kann eigentlich keinerlei Motorstörung durch eine Blase downstream der Pumpe auftreten.

    Jeder kann sich jetzt überlegen, welche Vor- und Nachteile er durch eine Rücklaufleitung identifiziert.

    Der einfache Gedanke wegen der Rücklaufleitung sind Blasenprobleme weg oder trotzdem noch da, reicht jedenfalls nicht so einfach aus.

  • Chris_EDNC schrieb:
    Meiner Meinung nach hilft dagegen zuverlässig nur ein echter Rücklauf, so dass der warme Sprit unter der Cowling gegen kühlen Sprit aus dem Tank getauscht wird. 
    .... das ist aber bei einer 35er Drosseldüse nicht gegeben, da die Spülmenge so gering ist, dass man nicht von Abkühlung reden kann.

    Viele Grüße
    vom Bodenpersonal im Unruhestand
    Ralf

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