Hallo,
ich habe vor einiger Zeit meinen UL Schein gemacht und fliege eine Breezer mit 100 PS. im Norden Deutschlands. Ich habe vor einiger Zeit einen längeren Flug durchgeführt, wo mir erst später aufgefallen ist das ich vergessen habe den Choke zurückzustellen. Jetzt meine Frage an die Technikexperten, kann der Motor dadurch einen Schaden bekommen haben?
Sollte man irgendetwas überprüfen lassen.
Danke im voraus für die Antworten
Also,
erst mal herzlichen Dank für die intellektuelle Blösse, die du dir gerade öffentlich gibst. Möge sie ein Beispiel sein für andere, die auch besser Fragen stellen als selber rum zu wurschteln!
Im wesentlichen wird da nix passieren, ausser dass du ein Loch in deine Brieftasche geflogen hast, weil du mit überfettem Gemisch geflogen bist. Ja, da wird sich jetzt auch überall Russ abgelegt haben, aber der brennt auch wieder ab. Und da du ja offenbar lebend wieder gelandet bist, hast du offenbar den Motor nicht absaufen lassen (können).
Mein Tipp: besuch mal ein Seminar über Motorenkunde bei jemandem der das wirklich beherrscht - Wissen statt Forenfragen.
OkeP schrieb:.... so ungefähr ist das ....
Im wesentlichen wird da nix passieren, ausser dass du ein Loch in deine Brieftasche geflogen hast,
Beim Choke vom Bing 64 handelt es sich ja um einen separaten Startvergaser, der mit dem Drehkolben an der Seite dosiert wird.
Du kannst davon ausgehen, dass die Zumessung von fettem Gemisch abhängig von der Gasstellung ist.
Je nach Position des Schieberkolbens verringert sich der "Unterdruck" am Ausgang (vom Ansaugrohr gesehen vor der Drosselklappe) des Startvergasers, sodass das Gemisch mit zunehmender Höhe des Schieberkolbens immer weniger angereichert wird.
Also keine Panik - ist nix passiert.
Das einzige was Du vielleich gemerkt hast ist der höhere Spritverbrauch und im Landeanflug einen "kotzenden" Motor.
Viele Grüße
vom Bodenpersonal im Unruhestand
Ralf
Nachtrag:
ich habe dazu hier ein ganz gutes Video gefunden.
Das Einzige was dort vergessen wurde, ist, dass in der Schwimmerkammer die Kraftstoffdüse für den Choke montiert wird.
Diese ist beim Rotax eine #85er und bemisst für den Choke die maximale Kraftstoffmenge.
Da ich gerade erst den Wartungslehrgang bei Rotax Franz genossen haben (übrigens sehr zu empfehlen) und wir dort genau darüber gesprochen hatten: Der "Startvergaser" (Choke) beim Bing ist kein normaler Choke sondern ein eigener Vorvergaser für den Kaltstart. Er ist nur bei geschlossener Drosselklappe aktiv und verliert seine Wirkung sehr schnell wenn man die Drosselklappe auf macht. Sollte also bei Teil-/Volllast keine Auswirkung haben. Im Gegenzug wurde uns auch klar gesagt, dass ein Kaltstart mit "Choke" und teilweise Gas rein geschoben keinen Sinn macht.
Vielen Dank für die fundierten Antworten,
wieso mir das passiert ist, verstehe ich auch nicht so richtig. Da ich normalerweise immer streng nach Checkliste fliege und der Choke ja nach 30-60 Sekunden zurückgestellt werden soll. Ich muss gestehen das ich es an den Tag relativ eilig hatte da sich das Wetter deutlich verschlechterte. Bin mir sicher das ich den Coke nicht mehr vergessen werde. Einen stotterten Motor hatte ich nicht, eher im Landeanflug erhöhtes "Standgas", sodass die Drehzahl bei der Rücknahmepreis vom Gas höher war wie sonst.
Flugtechnik schrieb:Du bist in guter Gesellschaft. Es gibt garantiert keinen Piloten, der nicht schon irgendwas vergessen hat… (frag bitte nicht nach meiner Liste). 😂
wieso mir das passiert ist, verstehe ich auch nicht so richtig. Da ich normalerweise immer streng nach Checkliste fliege
Chris
Chris_EDNC schrieb:So isses, bei meinem Ersten Flug mit meiner Postkutsche bin ich runde 30 Minuten mit vollen Klappen geflogen und habe mich gewundert, warum sie so komisch fliegt.😂
Du bist in guter Gesellschaft. Es gibt garantiert keinen Piloten, der nicht schon irgendwas vergessen hat… (frag bitte nicht nach meiner Liste). 😂Chris
nachdem ich mehrfach vergessen hatte die Klappen nach dem Start einzufahren hatte mich mal ein Fluglehrer die halbe Platzrunde mit Klappen fliegen lassen und nix gesagt. Irgendwann meinte ich dann sinngemäß: warum ist die Möhre so lahm, da meinte er sowas wie: so ist das wenn man mit Klappen fliegt....
Ich war natürlich deutlich schneller gewesen als die max Klappengeschwindigkeit und es war sein Flieger und er hatte trotzdem nix gesagt... danach hatte ich die Klappen nicht mehr vergessen.
Man kann übrigens auch beim Magnetcheck vergessen den 2. Zündkreis wieder einzuschalten, sich dann beim Takeoff über etwas wenig Steigleistung wundern und den Fehler erst beim Abstellen sehen.
Sorry für OT!
Maraio schrieb:Hi,
Ich war natürlich deutlich schneller gewesen als die max Klappengeschwindigkeit
Bist Du mit vollen Klappen gestartet? Meistens steht im Betriebshandbuch nur die maximale Geschwindigkeit bei vollen Klappen und nicht die für die anderen Klappenstufen, die deutlich höher sein können.
Grüße
Maik
Nee, mit Klappen Stufe 1, takeoff-setting. Interessant was Du schreibst.... Was im Handbuch des damaligen Fliegers steht weiß ich nicht, das war während 1 Wo ′betreutem Fliegen′ im Ausland, nix Handbuch gelesen.
Ich hab aber grad nachgeguckt. Im Flughandbuch ′meiner′ WT9 (2007) steht nur: "VFE 140 km/h max. Klappengeschwindigkeit."
Im Handbuch einer baugleichen WT9 als LSA D-Exxx zugelassen, 2017, steht:
Flap Extended Speed Range (VS0 – VFE)
VS0 - VFE Stalling airspeed (flaps fully extended) 61 – 140 IAS
Hammer.. das stimmt was Du sagst.... zumindest bei der Dynamic gilt also die Angabe für volle Klappen. Das wußte ich nicht.
Danke!
...und sorry fürs Kapern des Freds.