Ich komme hier nochmals zurück auf die TBO und meine abweichende Interpretation der Wartungsanweisung des DAeC. Hierzu hatte mir netter Weise sehr schnell und umfassend Herr Rösch – der Fachanwalt vom Fliegermagazin – geantwortet. Summarisch hat er hier die Sicht von Steffen bestätigt. Wir waren uns hier ja einig, dass die TBO für UL im Privatbereich keine festgeschrieben Betriebsgrenze ist. Ich hatte argumentiert, dass der Passus im Ausbildungshandbuch des DAeC „Grundsätzlich sind alle Betriebsanweisungen des Herstellers des zur Schulung eingesetzten Luftsportgerätes einzuhalten.“ keine Abweichung zulässt. Herr Rösch hat mich auf die unterschiedliche Lesart des Wortes „Grunsätzlich“ hingewiesen. Im Duden finden sich hier zwei Lesarten direkt hintereinander:
2a) einem Grundsatz (a) folgend, entsprechend; aus Prinzip, ohne Ausnahme
2b) eigentlich, im Grunde, im Prinzip, mit dem Vorbehalt bestimmter Ausnahmen
Herr Rösch bestätigte damit, dass hier ebenso gelesen werden kann, dass „im Grunde“ immer die Anweisungen einzuhalten sind, aber gerade der UL Motor die Ausnahme der Regel sein kann.
Weiterhin verwies er auf die fehlende Eindeutigkeit im Wartungshandbuch von Rotax: „Es schreibt zwar teils von Verbindlich, dann aber zwei Absätze weitere, dass behördliche Genehmigungen zugrunde liegen (bei deutschen ULs ist der Motor ja gerade NICHT zertifiziert, unterliegt also keiner behördlichen Genehmigung, ggf. mit Ausnahme dass der Einbau nach der Musterzulassung der Verbände zulässig ist). Es wird in dem Handbuch aber auch ausgeführt, dass mit “Programmen” (auch dazu gibt es keine saubere Beschreibung) eine Verlängerung der TBOs möglich ist (vgl. z.B. Wartungshandbuch 912er Serie, Rev. 2, 05-10-00, Seite 3“
Summarisch spricht also vieles für die Sicht von Steffen. Der Empfehlung von Herrn Rösch kann ich mir nur anschließen:
„Wenn man aber ganz auf Nummer sicher gehen will, dann würde ich bei dem zuständigen Verband (DULV, DAEC) für den jeweils konkreten Fall anfragen. Auf Grund der nicht eindeutigen Regelungslage bleibt sonst immer ein Risiko.“
Danke an alle, die hier zur Klärung beigetragen haben – und Danke an Herrn Rösch und das Fliegermagazin, sich für mich die Zeit genommen zu haben.
Bernhard