Rotax 912 ULS Schütteln nach Anlassen

Forum - Technik & Flugzeuge
  • ".... ja, ja, ich weiß schon ....
    .... man muss sich beim UL nicht an Wartungsvorschriften halten."

    Man muss nur rumjammern wenn die Gurke nicht läuft.

  • hi Ralle,

    mal abgesehen davon, dass es da meisten um die Frage Wartung vs. TBO geht, kann ich im MML nicht finden, dass Vergaser und Getriebe bei 650h überholt werden sollten.

  • Alle 5 Jahre, oder?

  • Steffen_E schrieb:
    dass es da meisten um die Frage Wartung vs. TBO geht, kann ich im MML nicht finden, dass Vergaser und Getriebe bei 650h überholt werden sollten.
    Ich war gerade beim Rotax Line Maintenace Lehrgang. Überholung ist nach 1000h vorgeschrieben. Aber alle 200h checkt man den Vergaser und wenn dort die Messigwippe für die Schwimmernadelbetätigung sich schon eingearbeitet hat ist das wohl ein Zeichen, dass auch die anderen Messingbuchsen im Vergaser schon gelitten haben und dann rät zumindest Franz dazu die Vergaser zu überholen auch wenn es noch keine 1000h sind. 

    Zudem liegt der Verschleiß der Vergaser wohl vor allem an den Vibrationen. Die hatten schon einen Fall mit einem sehr schlecht gewuchteten Prop der so vibriert hat dass der Vergaser nach 100h schon fällig war. 
  • Hallo Michael,

    schau dir das SL-912-010 an. Die Vibrationsanalyse kann man heute einfacher haben, wie ich geschrieben habe. Schütteln des Motors hat viele Ursachen. Natürlich kann man mal mit irgend etwas anfangen, z.B. die Vergaser, aber das ist stochern im Heuhaufen weil Vibrationen/Schütteln komplexe Zusammenhänge haben können. Frequenzen, Interferenzen, periodische Überlagerungen sind schwer zu fassen. Allein durch eine kleine Propellerunwucht kann der Vergaser derart in Schwingungen geraten dass das ganze System aus dem Gleichgewicht kommt, kommt der Vergaser aus dem Gleichgewicht schaukelt sich das System Schwingungen weiter auf oder ab. Das Ganze wird beeinflusst von den dämpfenden Elementen die entweder Dämpfen oder Schwingungen anderer Fequenzen weitergeben können.  Selbst der Schalldämpfer kann Einfluss haben wenn z.B. im Innenleben etwas locker wurde.

    In der Technik gibt es öfter Schwingungen, dann haut man mit der Faust dagegen und weg ist das Geräusch, zumindest für eine kurze Zeit. Das soll zeigen, dass Schwingungen, induzierte Schwingungen (scheppern von irgendwelchen Blechen), Anregungen usw. ohne Analyse nicht erfasst werden können.

    Bevor ich die Frequenzanalyse kannte, bin ich systematisch vorgegangen:

    - Propeller mit Spinner ab und statisch gewuchtet (incl. vorher gleiche Propellergewichte und gleiche Schwerpunkte der einzelnen Propellerblätter).

    - Dann Wuchten mit Spinner an einer drehbaren Welle die die Propellereinheit genau mittig aufnimmt (selbst gebastelt).

    - Propellereinheit wieder drauf.  Absolut gleiches Pitsch der Propellerblätter eingestellt (eigene Methode).

    - Alle Shockmounts überprüft bzw. erneuert (Zustand, Länge der Abstandshülse).

    - Gummimuffen der Vergaser überprüft (Rissfrei, keine Falschluft).

    - Vergaser fixiert (z.B. durch Airbox oder ähnlichem) - Die Vergaser etwas zu befestigen, dass die nicht frei an den Gummimuffen hängen hat viel gebracht.

    - Schwimmergehäusebelüftung  beider Vergaser mit Y-Stück verbunden.

    - Dann ein Satz billige Zündkerzen NGK - ob es half war fraglich aber schaden kanns nicht. Dabei das Zündgeschirr überprüft ob die Kontakte noch gut sind (Kerzenstecker).

    - Dann Choke und Gasgestänge überprüft und Vergaser synchronisiert mech. und pneu.

    Vergaserüberholung, neue Zündboxen, Getriebeüberholung - das hebe ich mir auf wenns daran wirklich was hat. 

    Wenn er dann noch nicht läuft hast Du zumindest deine Möglichkeiten ausgeschöpft. Und gekostet hat das Ganze auch nicht viel. Die Shockmounts bekommt man günstiger wenn man die Originalen nimmt, vor ROTAX Zeiten also die richtigen Lord Engine Mounts S-N  J-3608-1 (sind etwas weicher wie die von Rotax - habe mir übrigens selbst welche mit meiner gewünschten Shore-Härte gegossen), man sollte die Funktion der innenliegenden Abstandshülse kennen und diese entsp. richtig ablängen - nicht zu kurz - sonst machen die Shockmounts wenig Sinn weil zuviel Vibrationen auf den Motorträger/Zelle übertragen werden wenn die Gummipuffer zu sehr gequetscht werden. 

    Oder weiter planlos das eine oder andere probieren, manchmal hat man Glück.

    Greetings

  • Flying Hood schrieb:
    Schütteln des Motors hat viele Ursachen.
    Das ist ja alles richtig. Nur ist es bei mir AUSSCHLIEßLICH bei gezogenem Choke. Choke rein und er läuft seidenweich. Also kann es ja nur am Choke/Vergaser liegen. 
  • Also Choke rein und er läuft seidenweich!

    Mit gezogenem Choke schüttelt jeder der Rotaxe mit denen ich zu tun habe. 

    Warum also mit Choke laufen lassen wenn er dann schüttelt?

    Choke nur zum Start, und sofort wieder raus, und wenn kalt mit etwas Gas die Drehzahl auf knapp 2000 halten.

    mfg hb

  • Hallo Michael,

    ich verstehe Dich, deine Schlußfolgerung mag auch richtig sein, sowas sagt einem der gesunde Menschenverstand. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und festgestellt, dass es indirekte Zusammenhänge gerade bei Vibrationen gibt, die man nicht sofort durchschaut. Das war meine Botschaft.

    Sagen wir mal es liegt "nur" am Choke/Vergaser, Vergaser und Choke würde ich gedanklich nicht trennen. Dann beide Vergaser auseinander nehmen, reinigen und instandsetzen falls was zu ersetzen ist. Zusammenbauen, einbauen und dann muss alles wieder gut sein (die Anlenkung hast du ja gepüft und instand gesetzt).

    Sind die Vergaser schon sehr verschlissen usw. dann wäre das auch die erste Handlung. Denkst du aber, dass die Vergaser nichts haben können (frisch überholt oder vor kurzem noch gut funktioniert) dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es die Vergaser sind, schon geringer - hundertprozentig kann man sich aber nie sicher sein weil es theoretisch möglich ist, dass Fremdkörper hineingekommen sind oder sonstwas ist.

    Jetzt aber ein ganz anderes Scenario: Propellerunwucht nur geringfügig verschlechtert, Shockmounts gerissen, verhärtet, gelockert usw., minimale Falschluft am Vergaser, schlechter Zündeneergie/Zündfunke im Leerlauf, Innenleben des Schalldämpfers gelöst.... Jedes für sich, wenn es allein auftritt, bemerkt man kaum und Verschlechterungen treten selten schlagartig auf.

    Was passiert: das ganze System Propeller, Motor, Vergaser, Zündung, Motoraufhängung wird instabil. Auch erst schleichend. Aber Irgendwann läuft symbolisch das Fass über, eine kleine weitere Verschlechterung kippt das instabile System. Was früher noch irgendwie ging geht überhaupt nicht mehr. Weil es an mehreren Stellen instabil war, schaukeln sich die Probleme expotentiell auf. Das Ganze ist dann noch Drehzahl/Frequenzabhängig, d. h. bei bestimmten Drehzahlen kann es anfangen/aufhören.  Der Choke hat früher auch schon den Motorlauf ungünstig beeinflusst, vielleicht nicht mehr als Jetzt. Jetzt aber verkraftet das das instabile System nicht mehr. All die vorgenannten sich verschlechternden Einflüsse kannst du als Pilot beim Motorlauf nicht beeinflussen, Gas und Choke allerdings schon. Und dann liegt es nahe, es wäre genau der Hebel/das Bauteil an dem man gezogen hat.

    Bei meinem alten Motor war es so, alles war irgendwie i.O. aber auch nicht wirklich. Viele kleine Baustellen. Mit System abgearbeitet und dann war Ruhe. Im nachhinein kann ich gar nicht mehr genau sagen, was den Ausschlag gab, es war wohl die Summe der Maßnahmen.

    Greetings

    PS: ich gehe davon aus dass dein Schütteln schon deutlich stärker als gewöhnlich ist, sonst wäre die Diskussion unnötig. Frag mal einen Freund, wenn nicht schon getan, sieht er das genau so?

  • Michael_B schrieb:
    Überholung ist nach 1000h vorgeschrieben
    Für das Getriebe ist eine Kontrolle empfohlen, aber für den Vergaser finde ich da im MML nichts. Da gibt es Kontrollen bei 100 und 200h, aber keine Überholung.

    Ich weiss, dass Rotax da eine Menge auf den Lehrgängen erzählt, eine Überholungspflicht ergibt sich daraus aber eindeutig nicht.

    Es ist mir ein Rätsel, warum so viele Leute aus Wartungsintervallen Überholungsintervalle machen.

    (genauso ist mir ein Rätsel, wenn jemand die Wartungsintervalle nicht einhält, aber das ist ein anderes Thema...)

    Michael_B schrieb:
    wenn dort die Messigwippe für die Schwimmernadelbetätigung sich schon eingearbeitet hat ist das wohl ein Zeichen, dass auch die anderen Messingbuchsen im Vergaser schon gelitten haben und dann rät zumindest Franz dazu die Vergaser zu überholen auch wenn es noch keine 1000h sind. 
    Das ist eine klare Sache, dass man dann Massnahmen ergreifen muss, aber auch dann gilt die Frage, wie weit man mit der Überholung geht.

    Ich sehe da eine klare IRAN Strategie und keine Grundüberholungspflicht.

    Aber das ist eine Stelle wo Ralf und ich dauerhaft unterschiedlicher Meinung sind.

    marcom schrieb:
    Alle 5 Jahre, oder?

    Teile, aber keine Grundüberholung.

  • Michael_B schrieb:
    Nur ist es bei mir AUSSCHLIEßLICH bei gezogenem Choke.
    Ich hatte letztens auch erhebliche Probleme, eine der für mich wichtigsten Massnahmen war, die Ursache auf die Vergaser einzuschränken oder diese auszuschliessen. Dazu habe ich die Vergaser testweise gegen sicher funktionierende getauscht. Danach ist man in jedem Fall weiter…

    Chris

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