Hallo zusammen,
darf man bei einem UL (privat gehalten, kein gewerblicher Betrieb) Wartung und Instandhaltung (z.B. die Erledigung einer LTA) selbst durchführen und "klar schreiben"?
Hier ein Artikel zum Thema:
https://www.aerokurier.de/praxis/ultraleichtes-schrauben-das-ul-in-der-instandhaltung/
Auszüge:
Das UL in der Instandhaltung
Eigenständig Wartungsarbeiten am UL durchführen? Kein Problem
Für zertifizierte Flugzeuge gelten seit einigen Jahren die neuen Wartungsvorschriften der EASA, genauer gesagt der Part-M, wobei M für Maintenance steht. Die gesetzlichen Vorgaben zur Wartung von Luftsportgeräten regelt dagegen das nationale Recht. Für Halter von Luftsportgeräten, die eigenständig Wartungsarbeiten durchführen wollen, kennt es nur wenige rechtliche Einschränkungen. Im Wesentlichen werden die Wartung und Prüfung von Luftsportgeräten in Paragraf 13 der Verordnung zur Prüfung von Luftfahrtgerät (LuftGerPV) geregelt. Danach müssen die Halter von Luftsportgeräten mit einer Leermasse von mehr als 120 Kilogramm die von der zuständigen Stelle – also DAeC oder DULV – geforderte Wartung innerhalb der festgesetzten Fristen vollständig durchführen. Weiterhin wird eine jährliche Nachprüfung des Luftsportgerätes gefordert. Beträgt dessen Leermasse 120 Kilogramm oder weniger, entfallen die Pflichten zur Nachprüfung und Einhaltung eines Instandhaltungsprogrammes.
Die einzige gesetzliche Regel, die eine ausreichende Sachkenntnis für die Durchführung von Wartungsarbeiten an Luftsportgeräten forderte, ist mit der Novellierung der Betriebsordnung für Luftfahrtgerät (LuftBO) entfallen.
Ich konnte noch dieses Gesetz finden
§ 12 Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit
(1) Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit des Luftfahrtgeräts nach § 1 Absatz 1 Nummer 1 bis 6 und 9 bis 11 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung werden entsprechend den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1321/2014 durchgeführt. Der Halter des Luftfahrtgeräts ist für die rechtzeitige und vollständige Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen nach Anhang I, M.A.201(a) oder Anhang Vb, ML.A.201(a) verantwortlich.
(2) Instandhaltungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit des Luftfahrtgeräts nach § 1 Absatz 1 Nummer 7 und 8 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung richten sich nach § 13.
(3) Für Luftfahrtgerät nach Absatz 1 gelten die vom Inhaber der Musterzulassung oder die im Rahmen einer Einzelstückprüfung herausgegebenen Instandhaltungsunterlagen als Instandhaltungsprogramm im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 1321/2014. Satz 1 ist nicht anzuwenden auf gewerblich betriebene Luftfahrzeuge. Bei geringfügigen Änderungen und Reparaturen im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 748/2012 ist keine Genehmigung der Unterlagen erforderlich; es reicht der Nachweis der Akzeptanz durch den Inhaber der Musterzulassung oder die zuständige Stelle. An die Stelle der Europäischen Agentur für Flugsicherheit tritt die zuständige Stelle gemäß § 2.
(4) Die zuständige Stelle kann in begründeten Fällen Ausnahmen von Absatz 1 zulassen, Zeitabstände für Instandhaltungsmaßnahmen verlängern und Entwicklungs- oder Herstellungsbetriebe zur Durchführung bestimmter Instandhaltungsmaßnahmen ermächtigen.
Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
§ 13 Nachprüfungen
(1) Bei Luftsportgerät nach § 1 Absatz 1 Nummer 7 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung mit einer höchstzulässigen Leermasse über 120 Kilogramm hat der Halter das von der zuständigen Stelle festgelegte Instandhaltungsprogramm innerhalb der darin festgesetzten Fristen vollständig durchzuführen. Zusätzlich wird das Luftsportgerät alle zwölf Monate einer Nachprüfung (Jahresnachprüfung) unterzogen. Diese dient der Feststellung der Lufttüchtigkeit und der Überprüfung der Übereinstimmung mit den im zugehörigen Gerätekennblatt enthaltenen Angaben. Die Nachprüfung ist in einem Nachprüfschein zu bescheinigen. Eine Ausfertigung des Nachprüfscheins ist zu den Betriebsaufzeichnungen des Luftfahrtgeräts zu nehmen; eine Ausfertigung des jeweils letzten Nachprüfscheins ist im Luftfahrzeug mitzuführen.
(2) Bei Luftsportgerät nach § 1 Absatz 4 der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung ist die Lufttüchtigkeit nach den vom Hersteller vorgegebenen Anweisungen durch den Halter oder in dessen Auftrag nachzuprüfen oder nachprüfen zu lassen. Der Halter ist für die rechtzeitige und vollständige Durchführung der Prüfungen verantwortlich. Er hat dem Hersteller Mängel an dem Luftfahrtgerät oder an den Prüfanweisungen unverzüglich zu melden.
(3) Bei Flugmodellen mit einer höchstzulässigen Startmasse über 25 Kilogramm wird die Lufttüchtigkeit alle zwölf Monate nachgeprüft; wurden Änderungen an diesen Flugmodellen vorgenommen, erfolgt eine Nachprüfung vor dem ersten Flug. Hierzu hat der Halter dem Beauftragten nach § 31c des Luftverkehrsgesetzes das Flugmodell zur Nachprüfung vorzustellen und die durchgeführten Prüfungen von diesem Beauftragten bescheinigen zu lassen.
Vielen Dank für Beiträge zur Klärung der Frage! Beste Grüße!