Hallo zusammen,
ich hatte ein sehr interessantes technisches Problem bei der Erprobung eines neuen Propellers. Nachdem ich einem namhaften Hersteller die Daten des Flugzeugs und Antriebs geschickt habe, hat dieser mir einen seiner Meinung nach geeigneten Propeller geschickt.
Der Propeller sah gut aus - augenscheinlich ordentlich verarbeitete CFK-Blätter, beide Blätter gleich schwer, präzise gefräste Nabe aus Aluminium. Also montiert und vorsichtigen Probelauf durchgeführt. Im Leerlauf sehr ruhiger Lauf, beide Blätter in der gleichen Ebene, alles gut. Beim langsamen Erhöhen der Drehzahl dann bei 1500 U/min ein schlagartiges sehr starkes Vibrieren und in der Folge erhebliche Beschädigung des Flugzeugs.
Bei der anschliessenden Ursachenanalyse stellte sich heraus, dass der Propeller bei 50Hz seine Eigenfrequenz hat. Da pro Umdrehung jedes der beiden Blätter durch den "Bodeneffekt" geht, also eine andere Anströmung hat als das gegenüberliegende Blatt, kann die Anregung und damit Auftreten der Schwingung in Eigenfrequenz schlüssig erklärt werden. Auch die Motoraufhängung hat den Schäden nach zu urteilen in diesem Frequenzbereich keine sehr hohe Dämpfung.
Nun war ich leichtsinnigerweise davon ausgegangen, dass ein Propellerhersteller diese Problematik kennt und keine Propeller mit einer derartigen Eigenfrequenz baut und verkauft. Aber das hat man wohl dort nicht gesehen und auch die Eigenfrequenz vorab nicht ermittelt.
Hat jemand bereits ähnliche Erfahrungen gemacht und kann darüber berichten?